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International Staatstrauer in Haiti nach Hurrikan «Matthew»

Aus der am schlimmsten getroffenen Region Haitis dringen noch immer nur spärliche Informationen nach aussen. Rettungskräfte rechnen aber mit wesentlich mehr Hurrikan-Opfern als bislang bekannt. Die Regierung hat eine dreitägige Staatstrauer angeordnet.

Angesichts Hunderter Todesopfer und massiver Zerstörungen durch Hurrikan «Matthew» hat die haitianische Regierung eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. «Die Trauertage werden angesetzt, um das Land im Schmerz mit den Eltern und Freunden der Toten zu vereinen», teilte das Präsidialamt mit. Die Staatstrauer soll von Sonntag bis Dienstag gelten. Diskotheken und andere Etablissements sollten geschlossen bleiben, die Flaggen auf halbmast gesetzt werden.

Zuvor hatte der Zivilschutz mitgeteilt, in dem schweren Wirbelsturm seien 336 Menschen ums Leben gekommen. Vier Menschen wurden demnach noch vermisst und 211 weitere verletzt. Mehr als 60‘000 Menschen suchten Schutz in Notunterkünften. In verschiedenen Medien war zuletzt von deutlich mehr Todesopfern die Rede gewesen.

Gefahr auch von Seuchen

Rettungskräfte vor Ort sagten, sie rechneten damit, dass die Zahl der Toten noch steigen werde. Der Zivilschutz hat seit Donnerstag keine offiziellen Zahlen mehr veröffentlicht.

Spendenaufruf

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Die Glückskette ruft zu Spenden für Südsudan, Somalia und Nigeria auf. Spenden können auf das Postkonto 10-15000-6 mit dem Vermerk «Hungersnot Afrika» überwiesen werden. Auf www.glueckskette.ch oder mittels Swiss-Solidarity-App sind ebenfalls Spenden möglich.

Hurrikan «Matthew» hatte den Südwesten Haitis am Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde getroffen. Häuser wurden zerstört, Bäume knickten um, Strassen wurden überschwemmt. Aus Angst vor Plünderungen hatten offenbar zahlreiche Menschen ihre Häuser nicht verlassen. Die besonders stark betroffene Region im Südwesten wurde vom Rest des Landes abgeschnitten.

«Mehr als 1800 Häuser wurden überflutet, Hunderte komplett zerstört», sagte der Kommandeur der UNO-Blauhelmmission Minustah, General Ajax Porto Pinheiro, nach einem Rundflug über das Gebiet. «Kokospalmen wurden entwurzelt, Bananenplantagen zerstört – es ist auch eine Umweltkatastrophe.» In der ländlichen Region leben die meisten Menschen von der Landwirtschaft. Auch die Gefahr von Seuchen ist jetzt sehr hoch.

350'000 brauchen Hilfe

Internationale Organisationen und die haitianischen Behörden schafften Hilfsgüter in die Region. Die US-Marineinfanterie flog am Samstag Lebensmittel des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen in die Städte Jérémie und Les Cayes. Blauhelmsoldaten versuchten, die Strassen in das Katastrophengebiet wieder freizumachen.

Nach Angaben der UNO brauchen mindestens 350‘000 Menschen Hilfe. Die US-Entwicklungshilfeagentur USAID wollte über 480 Tonnen Hilfsgüter nach Haiti fliegen – darunter 40‘000 Decken und 20‘000 Hygiene-Sets. Kuba, Kolumbien und Venezuela schickten Material und Ärzteteams in das Katastrophengebiet.

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