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Iran-Sanktionen aushebeln Europäischer Angriff auf den Dollar

Der Euro soll wichtiger für den Aussenhandel werden. Ob der Plan der EU-Kommission gelingt, ist völlig offen.

Legende: Audio Der Aufruf zielt nicht zuletzt gegen die USA abspielen. Laufzeit 01:17 Minuten.
01:17 min, aus SRF 4 News aktuell vom 05.12.2018.

Die EU-Kommission empfiehlt den EU-Staaten, die Nutzung des Euro in wichtigen Märkten mehr zu fördern. Vor allem im Energiesektor sowie bei Rohstoffen und im Verkehrssektor sieht die Behörde dazu Möglichkeiten.

So sollten Energieimporte oder Flugzeugkäufe möglichst in Euro bezahlt werden. Derzeit werden sie oftmals in US-Dollar abgewickelt. Ein Potenzial ist dabei durchaus vorhanden: Jedes Jahr importieren die EU-Länder Energieträger für rund 300 Milliarden Dollar. Sogar europäische Grossunternehmen handeln untereinander oft in US-Dollar.

Zweitwichtigste Währung der Welt

«Der Euro sollte das politische, wirtschaftliche und finanzielle Gewicht der Eurozone widerspiegeln», sagte EU-Währungskommissar Valdis Dombrovskis in Brüssel. Obwohl er lediglich 20 Jahre alt sei, sei der Euro die zweitwichtigste Währung der Welt. Die mit Abstand wichtigste und am weitesten genutzte Währung ist seit Jahrzehnten der US-Dollar.

Euronoten und Dollarnoten.
Legende: Die EU-Kommission möchte den Dollar gegenüber dem Euro zurückbinden. Reuters

Die multilaterale Weltordnung werde zunehmend geschwächt, sagte Dombrovskis weiter. Die Antwort darauf, müsse ein global stärkerer Euro sein. Allerdings kann die EU-Kommission keine direkten geldpolitischen Initiativen in die Wege leiten. Die Entscheidung für eine Währung liege letztlich bei den Marktteilnehmern, hiess es von der Behörde.

Die Iran-Sanktionen mit Euro umgehen

Mit ihrem Aufruf zielt die EU-Kommission auch auf die USA. Denn falls der Dollar tatsächlich zurückgedrängt würde, könnten auch die von den USA verhängten, in Europa aber umstrittenen Sanktionen gegen Iran umgangen werden. Schliesslich setzt Washington dabei die zentrale Rolle des Dollars bei Geschäften rund um den Erdball als Druckmittel ein.

Der Euro wird derzeit in den 19 Staaten des gemeinsamen Währungsgebiets von etwa 340 Millionen Bürgern genutzt. Rund 60 Länder weltweit verwenden den Euro bereits oder haben ihre Währung an den Euro gebunden. Etwa 20 Prozent der Fremdwährungsreserven von internationalen Zentralbanken werden in Euro gehalten.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Offenbar haben die EU- Funktionäre doch Onkel Sams Strategie erkannt. Als Weltleitwährung haben die meisten Länder $ in ihren Reserven. Durch die vielen Abwertungen bezahlt damit die ganze Welt den Konsum der USA. Gaddafi wollte sich als einer der Ersten davon lösen und den Goldstandard einführen... Allerdings wird Washington nicht davor zurückschrecken, seine Ansprüche mit Gewalt durchzusetzen.
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  • Kommentar von Daniel Schmidlin (Queren life)
    Bei dieser Peinlichkeit werden wieder Deutschland und Frankreich führend sein. Ich hoffe mit Friedrich Merz wird solchem Unsinn mal ein Riegel geschoben.
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  • Kommentar von Lukas Gubser (Mastplast)
    Brüssel wird uns noch in den 3.Weltkrieg stürzen, davon bin ich immer mehr überzeugt. Ärger mit Russland,USA,GB und vielen mehr suchen und wahrscheindlich mit China in Zukunft zusammenarbeiten wollen. Nur, China wird 10x eher mit Russland zusammenarbeiten als mit diesen Clowns aus Brüssel.
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    1. Antwort von Jürg Häusermann (Ebenda)
      Russland ist im Vergleich mit Europa wirtschaftlich für China eine Lachnummer. Eine vertiefte Kooperation wäre aber wegen der Rohstoffe möglicherweise doch interessant.
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