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Sabotage von saudische Tankern wird Iran zugeschrieben
Aus HeuteMorgen vom 07.06.2019.
abspielen. Laufzeit 01:35 Minuten.
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Iran unter Verdacht Hinter den Tankerattacken soll ein «staatlicher Akteur» stecken

  • Bisher waren die Sabotageakte gegen vier Schiffe im Persischen Golf vom 12. Mai ein Rätsel.
  • Ein gemeinsamer Ermittlungsbericht der Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabiens und Norwegens an den UNO-Sicherheitsrat lüftet es nun zu einem guten Teil: Höchstwahrscheinlich stecke ein «staatlicher Akteur» dahinter.
  • Der Iran wird zwar nicht genannt, aber es wird dennoch mit dem Finger auf ihn gezeigt.

Für die USA und deren Sicherheitsberater John Bolton war vom ersten Moment an klar: Hinter den Sabotageakten gegen zwei saudische, einen norwegischen Öltanker und einen Frachter der Vereinigten Arabischen Emirate stecke der Iran, «ohne Zweifel». Doch Belege dafür wurden aus Washington keine geliefert. Die vier Sprengstoffoperationen in den Hoheitsgewässern der Vereinigten Arabischen Emirate erhöhten die ohnehin schon grossen Spannungen in der Golfregion markant.

Ausgeklügelt und koordiniert

Jetzt wurde dem UNO-Sicherheitsrat zumindest ein Untersuchungsbericht übergeben. Wären dessen Autoren nur Saudi-Arabien, das dem Iran notorisch feindselig gegenübersteht, sowie die Vereinigten Arabischen Emirate, würden dessen Ergebnisse sofort angezweifelt. Doch Mitautor Norwegen dürfte seine Unterschrift kaum unter einen dubiosen Bericht setzen.

Dieser besagt: Die Operation war ausgeklügelt und koordiniert. Sie erforderte bedeutsame Fähigkeiten. Ausgeführt wurde sie von trainierten Tauchern, die mit Schnellbooten zu den Einsatzorten, an vier verschiedenen Standorten, befördert wurden. Dort brachten sie Haftminen an den Schiffen an. Kurz: Hinter den Sabotageakten stecke mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein «staatlicher Akteur».

Da es bisher keinerlei Verdacht gibt gegen irgendeinen anderen staatlichen Akteur als den Iran, zielen die Untersuchungsergebnisse zwangsläufig auf Teheran. Dort wird nach wie vor jegliche Schuld zurückgewiesen.

Kaum Einigkeit zu erwarten

Wie der Sicherheitsrat nun vorgehen will aufgrund des Berichts ist noch unklar. Einigkeit dürfte bei dem Thema kaum zu erzielen sein, da die Vetomächte China und Russland Schritte gegen den Iran wohl verhindern würden. Eine Äusserung des russischen Repräsentanten im UNO-Sicherheitsrat deutete bereits in diese Richtung: «Man dürfe jetzt nicht vorschnelle Schlüsse ziehen.»

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Kramer  (Kaspar)
    https://www.marinetraffic.com/en/ais/details/ships/shipid:184076/mmsi:257358000/imo:9288849/vessel:ANDREA_VICTORY
    Das Schiff ist in Dubai festgemacht und wird beladen. Der max. Tiefgang beträgt 8.2 Meter und ist aktuell bei 7.5 Meter, also bei 90% seiner max. Verdrängung. Das erste Mal dass ich lesen darf, dass man ein Schiff mit einem Loch im Rumpf an seine Lastlimite bringt.
    Strengt Euch bitte ein wenig an in der Redaktion. Es ist via Internet so einfach, sich aktuelle Fakten zu beschaffen.
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  • Kommentar von Alex Kramer  (Kaspar)
    Ein norwegischer Rohöl-Tanker IMO: 9288849 im Persischen Golf tönt wie Wasser in den Rhein tragen. Das Schiff ist 15 Jahre alt, mit 42000 to relativ (zu) klein für diese Destination und wohl eher für die Norwegische Küste ausgelegt, wo man keine Riesenschiffe in den Fjorden haben kann.
    Da spricht man über die Rentablilität beim Transport und schippert mit einem Kahn in Gewässern herum, wo die "normale" Tonnage 5-12x grösser ist?
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  • Kommentar von Alex Kramer  (Kaspar)
    Da sprengt man gezielt für jedermann gut sicht- und erkennbare, jedoch unbedeutende Schäden in Schiffsrümpfe um ein Narrativ und damit die Kriegstrommel zu bedienen. Heisst der "Staatliche Akteur" am Ende nicht etwa CIA, waren es Navy Seals oder lokal verbündete Kräfte?
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