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International Iran: Wendepunkt im Atomstreit?

Der iranische Präsident Hassan Rohani signalisiert vor seinem Auftritt bei der UNO-Vollversammlung Kompromissbereitschaft in der Atomfrage. Die US-Regierung begrüsst den Annäherungskurs. Laut Obama sind die USA bilateralen Gesprächen nicht abgeneigt.

Ruhani.
Legende: Rohani schlägt andere Töne an als Ahmadinedschad. Keystone

Der im August in sein Amt eingeführte iranische Präsident Hassan Rohani beabsichtigt, die Weltgemeinschaft in der kommenden Woche in New York von seinem Kurswechsel zu überzeugen. Die USA haben verlauten lassen, an bilateralen Gesprächen mit dem Iran interessiert zu sein, falls sie den Atomkurs aufgeben. Dies sei schon lange die Position des Weissen Hauses.

Der iranische Klerus schwenkt um

Rohani steht vor keiner einfachen Aufgabe bei dem Scherbenhaufen, den sein Vorgänger Mahmud Ahmadinedschad hinterlassen hat. «Wir haben eine Atombombe niemals angestrebt oder begehrt und werden das nicht tun.»

Ein Hauptziel von Rohanis Engagement ist die Aufhebung oder Lockerung der internationalen Sanktionen, die wegen des harschen Umgangs mit der Opposition und des umstrittenen Atomprogramms verhängt wurden. Die Strafmassnahmen haben die Wirtschaft des Landes gelähmt. Die nationale Währung hat massiv an Wert verloren.

Legende: Video Einschätzung von SRF-Nahost-Experte Ulrich Tilgner abspielen. Laufzeit 02:23 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.09.2013.

Laut SRF-Nahost-Experte Ulrich Tilgner meint Rohani seinen angekündigten Kurswechsel «sehr ernst». Die konservativen Kritiker Rohanis gebe es zwar, diese hielten sich aber momentan zurück, sagt er in der «Tagesschau».

Für seinen Kurs versicherte sich Rohani vor den anstehenden Atom-Gesprächen der Rückendeckung des mächtigen Klerus. «Ich habe nun die volle Autorität für die Verhandlungen», sagte er NBC. Der oberste geistliche Führer des Landes hatte ihm sein Vertrauen ausgesprochen. «Diplomatie ist kompliziert [...], da ist manchmal
eine heroische Flexibilität bei den Verhandlungen gut und sogar notwendig», so Ajatollah Ali Chamenei.

Israel bleibt skeptisch

Irans Erzfeind Israel misstraut einem möglichen Richtungswechsel Teherans. Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, vier Forderungen müsse die Islamische Republik erfüllen: «Stopp der Urananreicherung, Beseitigung allen bisher angereicherten Urans, die Schliessung der Atomanlage bei Ghom und Stopp der Plutonium-Schiene. Bis das Atomprogramm nicht wirklich gestoppt ist, muss der Druck auf den Iran noch erhöht werden statt ihn zu mildern oder zu verringern.»

Der Westen wirft der Regierung in Teheran vor, unter dem Deckmantel ziviler Forschung Atomwaffen zu entwickeln. Die Islamische Republik bestreitet dies.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Die USA unterhalten keine Basis in Israel! Israel ist Signatarstaat des Chemiewaffenabkommens seit 1993. Die Knesset ratifiziert, sobald das selbe auch Syrien tut. Pakistan, als musl. Staat hat auch Atombomben und zwar ganz offiziell. Bei Israel ist der Besitz bis heute nicht offiziell bestätigt. Irak, Syrien hatten Atomanlagen im Bau, wurden aber durch isral. Luftangriffe zerstört. Bei den Lybiern besorgte dies die NATO. Israel entwichelt praktisch alle Waffen selbst od fertigt sie unter Lizenz
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    An A. Betschart 1. Die USA unterhalten keine Militärbasen in Israel. Wenn Schiffe od. Flugzeuge Israel besuchen, läuft das dann üblichen bilateralen Vereinbarungen ab. 2. Die meisten Rüstungsgüter werden von Israel selbst entwickelt u. hergestellt oder unter Lizenz. Wie kommen Sie auf die 40 Mia. u. für was. 3. Israel ist Signatarstaat des Chemiewaffen-Abkommens im Jahre 1993. Knesset ratif. wenn Syrien das Selbe tut. 4. Pakistan als islam. Staat hat ebenfalls Atomwaffen!
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  • Kommentar von David Rothen, Bern
    Das der Iran einlenkt, passt der USA und Israel gar nicht. Ohne äussere Feinde mit denen man Populismus betreiben und die Kriegsindustrie am Laufen halten kann, sind sie aufgeschmissen. Nur: sie dürfen es nicht zugeben. Offiziell wollen sie schliesslich nur Frieden, Freiheit und Demokratie. Wers glaubt wird selig.
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