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Iranische Rüstungsindustrie Rohani stellt eigenen Kampfjet vor

Der iranische Präsident Hassan Rohani hat einen Kampfjet präsentiert. Dabei handle es sich zu hundert Prozent um einen Eigenbau. Das sorgt weltweit für Schlagzeilen – und Zweifel.

Legende: Audio «Kosar»: Irans erster Kampfjet abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
01:48 min, aus HeuteMorgen vom 22.08.2018.

Für Irans Präsident Rohani ist die Präsentation eines eigenen Kampfjets ein grosser Erfolg. Zugetraut hat es dem seit Jahren durch Sanktionen eingeschränkten Land niemand. «Kosar» heisst der neue iranische Kampfjet. Er sei bereits erfolgreich getestet worden. Von den Triebwerken bis zum Radar – alles habe man selber hergestellt.

Doch daran äussern nun Luftwaffenexperten wie Douglas Barrie vom Londoner Strategieinstitut IISS erhebliche Zweifel: «Für mich handelt es sich bei dem vorgestellten Flugzeug um einen nachgebauten F5-Jet, mit ganz wenigen Modernisierungen.»

Hilfe aus Russland oder China?

Also um einen Kampfjet-Veteranen aus den USA, einen Typ, den die Schweizer Luftwaffe allmählich ausmustert und den die Iraner seinerzeit unter dem Schah-Regime erworben hatten. «Von einem modernen Kampfflugzeug kann», so Barrie, «keine Rede sein.»

Von einem modernen Kampfflugzeug kann keine Rede sein.
Autor: Douglas BarrieStrategieinstitut IISS

Er bezweifelt vor allem, dass die Iraner imstande wären, eigene Triebwerke und Radaranlagen zu entwickeln. Dazu bräuchten sie ausländische Hilfe. Dabei stünden Russland und China, die zu Teheran freundschaftliche Beziehungen pflegen, im Vordergrund.

Etwas weiter vorangeschritten sei der Iran bei der Entwicklung diverser Raketentypen – aber auch da komme das Land nicht ohne Hilfe von aussen voran.

Innenpolitische Ziele

Der Luftwaffenspezialist findet es bereits bemerkenswert, dass es Teheran überhaupt gelinge, seine relativ kleine und hochbetagte Kampfflugzeugflotte, bestehend aus F5, aus Mirage und Suchoi-Flugzeugen, überhaupt noch in der Luft zu halten, trotz der Sanktionen und des Mangels an Ersatzteilen.

Irans Präsident Hassan Rohani
Legende: Für Hassan Rohani ist die Präsentation eines eigenen Kampfjets ein grosser Erfolg. Reuters

Die mit Pomp inszenierte Präsentation eines eigenen Kampfjets sieht er hingegen als «reine Propagandaaktion».

Adressat sei das heimische Publikum. Ihm soll vorgegaukelt werden, man sei nicht abhängig von ausländischer Unterstützung und könne das Land völlig autonom verteidigen.

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35 Kommentare

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  • Kommentar von R. Raphael (R.Raphael)
    ...Es dūrfte doch allen klar sein, dass ein Angriff auf Iran den 3.Weltkrieg auslösen kann. Also ist es doch besser, dass der Iran, der nie jemanden angegriffen hat, defensiv noch die Zähne zu zeigen vermag...
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    "Radaranlagen zu entwickeln" Dieser neue iranische Kampfjet ist nur deswegen so schwer vom gegenerischen Radar auszumachen, weil er dessen Einflussgebiet gar nie erreichen wird.
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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Bei Flugzeugen ist Radar und Bewaffnung wichtiger als Flugzeug selbst. Iraker haben gegen USA teilweise Flugzeuge geschickt ohne funktionierende Radar. Ich hätte lieber in einen F-5 gesessen mit ein Radar, dass alles in Umkreis von 300km erfasst und eine Rakette, welche Ziele bis 100km bekämpft, als in eine neue F-35 welche Radar von 80km reichweite hat und Rakette mit 35 km.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Sie dürften sich da ein wenig verschrieben haben. Umkreis vielleicht 30 Km und Rakete bestenfalls 10 Km. Das wäre wohl eher zutreffend. Und was die F35 wirklich kann und können muss, wird wahrscheinlich nicht in den Medien publiziert. NB: Die F35 ist kein Abfangjäger, sondern ein "netzwerkfähiger" Tarnkappen-Jagdbomber in einem Systemverbund. Ob es sich bewährt, bleibe mal dahingestellt.
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