Zum Inhalt springen

Header

Video
Lagarde lässt Varoufakis abblitzen
Aus Tagesschau vom 17.04.2015.
abspielen. Laufzeit 4 Minuten 20 Sekunden.
Inhalt

International IWF-Chefin Lagarde dämpft Griechenlands Hoffnungen

Griechenland muss dem IWF Kredite zurückzahlen. Einen Aufschub der Rückzahlung kann sich Christine Lagarde kaum vorstellen. Für die Rückzahlung braucht Athen dringend neue Hilfsgelder. Die kommen aber erst wenn Reformen eingeleitet sind.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde hat Hoffnungen Griechenlands auf einen Aufschub von Kreditrückzahlungen an den IWF einen Dämpfer versetzt.

Sie machte in Washington deutlich, dass Athen kaum mit einer solchen Entlastung für seine angespannte Finanzlage rechnen kann. «Wir haben noch nie den Fall gehabt, dass uns ein entwickeltes Land um einen Zahlungsaufschub gebeten hat», sagte sie.

Christine Lagarde an einem Mikrofon
Legende: IWF-Chefin Christine Lagarde fordert mehr Geschwindigkeit bei der Umsetzung der Reformen in Athen. Reuters

Eine Stundung der griechischen Kreditrückzahlungen sei nichts, was man in der aktuellen Situation empfehlen könne, sagte Lagarde. Der IWF ist einer der grossen Geldgeber bei den zwei Multi-Milliarden-Hilfsprogrammen der letzten Jahre für das Euro-Land.

Ringen um Reformen

Derzeit versucht die Regierung in Athen mit den Geldgebern, darunter auch dem IWF, die Voraussetzungen zu schaffen, damit noch ausstehende Gelder aus den laufenden Hilfsprogrammen freigegeben werden. Unklar ist, ob Griechenland überhaupt noch genügend Mittel hat, um die bis Mai anstehenden IWF-Kreditrückzahlungen von rund einer Milliarde Euro leisten zu können.

Lagarde drängte Griechenland und seine Geldgeber, die Reformmassnahmen zu beschleunigen. Ein positives Urteil darüber durch die drei Institutionen IWF, EU-Kommission und Europäische Zentralbank (EZB) ist die Voraussetzung dafür, dass es zur Auszahlung von Hilfsgeldern kommt.

Lagarde mahnte, es müsse schnell Klarheit geschaffen werden. «Das ist keine Sache, die mit einer politischen Verständigung in letzter Minute erledigt werden kann», warnte sie. Gefragt seien vor allem die Finanzminister der Euro-Länder und die von ihnen beauftragten Prüf-Institutionen. Die müssten mit mehr Geschwindigkeit und Gründlichkeit ein Ergebnis erzielen.

Varoufakis zögert

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis äusserte sich an einer Veranstaltung in Washington zur finanziellen Krise seines Landes. Er nannte es einen Fehler, jetzt ein Abkommen mit Zusagen zu unterschreiben, die der griechischen Wirtschaft schaden würden. Er erklärte, dass Athen eine schnelle Verhandlungslösung sehr wichtig sei. «Wir sind absolut vorbereitet, dafür Kompromisse einzugehen.» Es werde jedoch keinen Massnahmen zugestimmt, die «die Fehler der Vergangenheit» wiederholen würden.

Zahltag am 12. Mai

Box aufklappen Box zuklappen

Die bisherigen Hilfen für Griechenland belaufen sich auf 240 Mrd. Euro. Um eine Pleite abzuwenden, muss Athen am 12. Mai knapp 770 Mio. Euro an den IWF zurückzahlen. Im April war es Athen mit Hilfe von Geldeinlagen von Rentenkassen gelungen, Verpflichtungen gegenüber dem IWF zu erfüllen und einen Zahlungsausfall abzuwenden.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von C. Szabo , Thal
    Jedes Land in einer EU-/Euro-/NATO-Gemeinschaft hat seine Funktionen. Die Euro Wichtigkeit GR ist relativ unbedeutend. Der EU-Beitritt konnte erst einige Zeit nach Beendigung der Militär-Junta erfolgen, GR ist aber historisch EU-Gebiet. Für die NATO ist GR jetzt wegen Unsicherheiten mit der TR strategisch wichtig. Deshalb erfolgt von dort grosser Druck Richtung EU. GR hat mit RU&CN mögliche Alternativen. Die USA sieht ihre Strategien gegen Osten gefährdet. Beunruhigend für den Westen.
  • Kommentar von Marcel Chauvet , Neustadt
    Trotz drohender Pleite will die griechische Regierung mit Russland neue Geschäfte machen. Es soll sich um neue Deals im Milliardenbereich im Militärbereich wie Raketensysteme handeln. Wer bedroht eigentlich überhaupt Griechenland, vor allem wenn es ein Land ist das mehr Schulden hat als es wert ist ? Und wer soll das Kriegsgerät überhaupt bezahlen, im Vorgriff auf Schulden, die man bei der EU gedenkt zu machen ?
  • Kommentar von Felix Müller , Bern
    Zum Glück sind pekuniäre und moralische Korruption im IWF weniger verbreitet als in den Ländern denen sie helfen.
    1. Antwort von P. Fehlmann , Oberwil
      Tönt gut! Aber, was wollen Sie damit aussagen?
    2. Antwort von E. Waeden , Kt. Zürich
      @F. Müller: Sind Sie sich da vollkommen sicher? Wird nicht der Ex-Chef des IWF wegen Geldwäscherei & Steuerhinterziehung angeklagt? Und die Frage sei erlaubt: Weshalb unterstütz der IWF ein Land, welches nicht zur EU gehört, aber einem Land, welches dazu gehört wird weitere Hilfe verweigert?Da darf hinter Korruption beim IWF ruhig ein grosses Fragezeichen gesetzt werden, oder? Denke, alle Länder sind nur Schachfiguren in einem Spiel & G ist jetzt an der Reihe Schachmatt gesetzt zu werden.