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Stärke zeigen – aber schwach rüberkommen?
Aus SRF News vom 06.12.2019.
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Joe Biden verliert Contenance «Sie sind ein verdammter Lügner!»

«Sie sind ein verdammter Lügner», herrschte Präsidentschaftskandidat Joe Biden einen potentiellen Wähler während eines Wahlkampf-Anlasses im Städtchen New Hampton im Bundesstaat Iowa an. «Sagen Sie, wie's wirklich ist!»

Was war geschehen? Der Mann unterstellte dem früheren Vizepräsidenten, er habe seinem Sohn Hunter geholfen, eine lukrative Stelle beim ukrainischen Ölkonzern Burisma zu ergattern. Eine Behauptung, die Präsident Trump und das Weisse Haus verbreiten, ohne bis jetzt aber konkrete Beweise dafür zu liefern.

Biden liess sich in der Runde mit potentiellen Wählerinnen und Wählern vom Mann weiter provozieren. Etwa, als der Mann die Frage in die Runde warf, ob Biden mit seinen 77 Jahren überhaupt fit genug sei für den anstrengenden Job des US-Präsidenten. Biden forderte den Mann zu einem Liegestützen-Wettbewerb heraus und soll ihn als «fett» bezeichnet haben.

Joe Biden ist seit Jahrzehnten Berufspolitiker. Von 1973 bis 2009 war er US-Senator, danach acht Jahre Vizepräsident von Barack Obama. In dieser Zeit hatte er viel mit Politikerinnen und Politikern zu tun, weniger mit Bürgerinnen und Bürgern – auf jeden Fall nicht so, wie das in der Schweiz üblich ist.

US-Politiker oft abgeschirmt

Hierzulande begegnet man Politikern beim Einkaufen, Politikerinnen essen mit der Familie im Restaurant am Nebentisch. Sogar Bundesrätinnen und Bundesräte reisen allein im Zug. In den USA wäre so etwas undenkbar. Stets sind wichtige Amtsträger vom eigenen Stab umgeben, stets sind auch Sicherheitsleute mit dabei. Diese sorgen dafür, dass nichts schief läuft.

Iowa und New Hampshire, die ersten Stationen im Vorwahlkampf, sind in dieser Hinsicht etwas anders. Hier wird der politische Kontaktsport gepflegt. Wer ins Weisse Haus will, muss sich an unzähligen Anlässen den Wählerinnen und Wählern stellen. Direkt. Nah. Und ohne Sicherheitsnetz.

Meistens laufen solche Veranstaltungen ohne Pannen ab. Doch ab und zu gibt es Leute, die mit Präsidentschaftskandidaten nicht zufrieden sind und harte Fragen stellen – oder sie bewusst provozieren. So wie der Mann in New Hampton.

Die Nerven liegen blank

Damit muss jeder Politiker und jede Politikerin rechnen. Passiert es, sind Witz und Spontaneität gefragt. Erstaunlich, dass Biden nicht souveräner war und derart gereizt reagiert hat. Das hat ihm bestimmt auch bei einigen Anhängern Sympathiepunkte gekostet. Und Trumps Wahlhelfer? Die jubeln.

Immerhin: Das Video mit dem hitzigen Austausch fand schnell den Weg in die sozialen Medien. Biden ist für eine Weile im Spotlight. Das ist bei so viel politischer Konkurrenz schon mal etwas. Auch wenn sich Biden wohl eine vorteilhaftere Videosequenz gewünscht hätte.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von B. Moser  (moser.b)
    Hunter Biden hat den Job wohl kaum wegen seiner fachlichen Qualifikation in der Ukraine erhalten. Und weil dies so war, wird Joe Biden auch kaum der nächste US-Präsident. Ich würde zumindest kein $ als US-Bürger in ihn investieren.
  • Kommentar von Junior Cruz  (Fagg_U)
    Wenn der amtierende Präsident ausrasten darf, dann dürfen andere auch! Wer dumme Fragen stellt sollte auch dumme Antworten erhalten!
    1. Antwort von Marti Müller  (Co2=Leben)
      Ja, klar der sogenante Doppelstandart :-)
  • Kommentar von Adrian Flükiger  (Ädu)
    Sackschwach. Die "kleine Wette" umzusetzen wäre aber toll gewesen. Da der Joe sowieso nicht der Herausforderer wird - abhacken.
    1. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      Da geh ich mit Ihnen einig, Ädu, die Wette sofort umsetzen wär toll gewesen. Aber das mit dem Herausforderer und was wem abhacken? Das versteh ich nicht wirklich...