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Kenia: Nicht nur die Stadtbevölkerung leidet unter dem Lockdown
Aus HeuteMorgen vom 01.07.2020.
abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
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Kein Essen, kein Einkommen Coronakrise trifft kenianische Kleinbauern hart

Ein ETH-Forschungsprojekt zeigt, dass nicht bloss Stadtbewohner in ärmeren Weltgegenden unter den Lockdowns leiden.

Von einem Tag auf den anderen war nichts mehr wie zuvor für Bäuerin Emily Khati. Der Markt hatte geschlossen, die fünf Kinder konnten nicht mehr zur Schule. Der Mutter in Kakamega im Westen Kenias fehlten die Lebensmittel, erzählt sie am Telefon. «Meine Kinder dachten, ich mache Witze. Sie glaubten nicht, dass ihre Mutter kein Essen hat, sondern dass ich es ihnen vorenthalten würde. Aber wir haben derzeit wirklich kaum etwas», sagt sie.

Mit diesem Problem ist die Bäuerin nicht allein. Vor dem Coronavirus hatten in der ländlichen Region 40 Prozent der Haushalte mit Ernährungsunsicherheit zu kämpfen. Nach dem Lockdown waren es plötzlich 48 Prozent.

Das hat auch unser Forschungsteam selbst überrascht.
Autor: Michael BranderETH Zürich

Michael Brander von der ETH Zürich untersucht die Ernährungssicherheit der Bauern. «Das hat auch unser Forschungsteam selbst überrascht», sagt er. Weil viele Märkte zurzeit geschlossen seien, bestehe ein Problem darin, «dass Haushalte es schwerer haben, Nahrungsmittel auf dem Markt zu kaufen respektive zu verkaufen», erklärt Brander.

Die Kleinbauern kommen weniger einfach zu Nahrungsmitteln – und umgekehrt können sie ihre Vorräte nicht so leicht zu Geld machen.

Ein Mann mit einem Kind verkauft Kohl vor einem geschlossenen Markt
Legende: Weil Märkte geschlossen sind, könne viele Bauern ihr Gemüse nicht mehr verkaufen. Keystone

Ernährungssicherheit verbessern

Der Lockdown trifft also nicht bloss arme Stadtbewohner, sondern auch die Landbevölkerung. Konkret heisst das, «dass sie weniger Mahlzeiten zu sich nehmen, dass sie die Portionengrösse verkleinern», so Brander. «Das kann auch heissen, dass die Erwachsenen in einer Familie komplett auf das Essen verzichten, damit für die Kinder etwas übrigbleibt.»

Die ETH-Forscher versuchen mit SMS-Umfragen herauszufinden, wie eine bessere Lagerung der Ernte die Ernährungssicherheit verbessert. Denn ohne Vorräte bleibt in Kakamega nur das Warten auf die Ernte vom September, etwa für Bäuerin Khati. «Ein glückliches Heim bedeutet, dass es Essen gibt, sonst hat man keinen Frieden zu Hause», sagt sie. Das gilt nicht nur in Kenia, und darum hoffen die Bauern auf ein baldiges Ende des Lockdowns.

Video
Aus dem Archiv: Corona(massnahmen) in Südafrika
Aus Tagesschau vom 24.04.2020.
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Heute Morgen, 1.7.2020, 6:00 Uhr

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Verena Schär  (Nachdenklich)
    Ich habe den Report rausgesucht.

    Hier den Link. https://www.biovision.ch/aktuelles/moneyflows/
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  • Kommentar von Verena Schär  (Nachdenklich)
    " Das hat auch unser Forschungsteam selbst überrascht " Warum hat es überrascht? Jede Forschung scheint angeblich bei 0 anzufangen und ist nicht Nachhaltig für die Ressource Geld. Gerade in Kenia ist schon lange bekannt, dass das Problem für die Kleinen der Transport, die Lagerung und der Verkauf sind. Hinzu kommt, dass es in diesem Jahr noch die Heuschreckenplage gab/gibt in Ostafrika. Es gibt so viele Organisationen die bereits seit Jahren Aufbauhilfe für die Bauern leistet.
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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Dem Hunger, der mangelnden Gesundheitsversorgung und dem Klimawandel weltweit entgegenzutreten. Wir müssen die Augen öffnen und unsere Verantwortung erkennen und handeln. Anstatt für billigen Kaffee die Kinderarbeit in Entwicklungsländern in Kauf zu nehmen und unseren Elektroschrott nach Afrika zu schiffen, müssen wir die Länder dieser Welt als Partner auf Augenhöhe sehen, in Klima, Handel und Wirtschaft. Umdenken für ein neuer Europa-Afrika-Pakt und ein neues globales Verantwortungsgefühl.
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    1. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Betr. Handel & Wirtschaft - wenn z. B. Kanzlerin Merkel nach Afrika weibelt, um dort die Zölle für Exportgüter aus DE zu drücken, dann dort Massenprodukte zu kleinen Preisen in den Regalen stehen - Kleinbauern/Unternehmer, welche sich kleine Existenzen aufgebaut haben so zurück in Armut gedrängt werden - sind wir in Europa noch weit von einem Europa-Afrika-Pakt entfernt.
      Und wenn dann diese Menschen nach Europa wollen, sagt dieselbe Kanzlerin:" Wir schaffen das."
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    2. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Ich bin ganz mit Ihnen, Herr Keller! Wenn man sieht, wie enorm viele Egoisten z.B. hierzulande herumlaufen und wenig bis nichts durch konkrete Maßnahmen und Oeko-Finanzbeiträge oder für Arme beisteuern wollen, wird einem schwer zumute - angesichts solcher inneren eisigen Kälte gegenüber der Umwelt und „Schwächeren“ in der Welt.
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