Zum Inhalt springen

Header

Video
Jordanischer Prinz unter Hausarrest
Aus Tagesschau vom 04.04.2021.
abspielen
Inhalt

Königreich Jordanien Jordanien: Ex-Kronprinz soll unter Hausarrest gesetzt worden sein

  • In Jordanien ist Prinz Hamsa bin Hussein nach eigenen Angaben in Zusammenhang mit einer angeblichen Verschwörung gegen König Abdullah II unter Hausarrest gestellt worden.
  • Zudem berichtet die «Washington Post», dass im gleichen Zusammenhang in dem Land fast 20 Menschen festgenommen wurden.

Die britische BBC veröffentlichte am späten Samstagabend ein Video, das der 41 Jahre alte Prinz Hamsa bin Hussein aus seinem Arrest aufgenommen und dem Sender mithilfe seines Anwalts zugespielt haben soll.

Darin erhebt er schwere Vorwürfe gegen König Abdullah II., indem er das Herrschaftssystem als korrupt bezeichnet, und spricht von Festnahmen, Einschüchterung und Drohungen gegen Kritiker des Königs. Dessen Gegner wolle die unfähige und korrupte Regierung offenbar mit allen Mitteln mundtot machen.

Prinz Hamsa sagt in dem Video, der Generalstabschef habe ihn am Samstagmorgen besucht und darüber informiert, dass er das Haus nicht verlassen und keinen Kontakt zur Aussenwelt haben dürfe.

Seine Telefon- und Internetverbindung sei gekappt worden. «Ich bin nicht Teil irgendeiner Verschwörung oder ruchlosen Organisation oder Gruppe mit ausländischer Unterstützung», beteuerte der Prinz.

Mutter meldet sich

Inzwischen hat sich die Mutter von Hamsah zu Wort gemeldet. Sie bete, dass Wahrheit und Gerechtigkeit sich durchsetzten, für die unschuldigen Opfer dieser Verleumdung, schrieb Königin Nur auf Twitter. Sie war eine der vier Frauen des ehemaligen Königs Hussein und ist nicht mit dem aktuellen König leiblich verwandt.

Offenbar mehrere Festnahmen

Fast zeitgleich zur Wortmeldung des Prinzen hatte die «Washington Post» über die Festnahme von fast 20 Menschen in Zusammenhang mit einem angeblichen Komplott gegen König Abdullah II. berichtet.

Die Zeitung schrieb unter Berufung auf einen hochrangigen Regierungsvertreter im Nahen Osten, der über den Fall in Kenntnis gesetzt worden sei, von Ermittlungen zu einer «komplexen und weitreichenden» Verschwörung. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür nicht.

Die Staatsagentur Petra berichtete lediglich, dass zwei hochrangige Männer und weitere Verdächtige «aus Sicherheitsgründen» festgenommen worden seien: Bassim Auadalla, ehemaliger Finanzminister, und Hassan bin Said, Mitglied der Königsfamilie.

Petra berichtete zudem unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte «gut informierte Quelle», dass Prinz Hamsa weder festgenommen noch unter Hausarrest gestellt worden sei.

Die Hintergründe

Box aufklappenBox zuklappen

Hamsa ist der Halbbruder des Königs und war bis 2004 Kronprinz Jordaniens – dann wurde er von König Abdullah als Thronfolger verstossen.

Mit dem Vorgang vertrauten Personen zufolge hat Hamsa seitdem versucht, wichtige Stämme für sich zu gewinnen und auch Oppositionspolitiker angezogen.

Generalstabschef Jussif al-Hunaiti forderte Prinz Hamsa in einer Mitteilung am späten Samstagabend auf, Handlungen zu unterlassen, die die Stabilität des Königreichs gefährden könnten.

Der Prinz solle «Aktivitäten und Schritte beenden, die die Sicherheit und Stabilität Jordaniens untergraben», verlangte er unter Verweis auf «umfassende Ermittlungen der Sicherheitsbehörden». Auch Al-Hunaiti dementierte, dass Prinz Hamsa unter Hausarrest gestellt worden sei.

Internationale Unterstützung für den König

Noch am Abend drückten andere arabische Länder ihre Unterstützung für König Abdullah II. aus. Saudi-Arabien erklärte, «alle Entscheidungen oder Schritte» vollständig zu unterstützen, die die Sicherheit und Stabilität Jordaniens wahrten. Aus Ägypten, Bahrain, Kuwait sowie vom Golf-Kooperationsrat kamen ähnliche Erklärungen.

US-Aussenamtssprecher Ned Price bezeichnete König Abdullah II. als «Schlüsselpartner» der USA, der die «volle Unterstützung» der Vereinigten Staaten habe.

Jordanien gilt im Vergleich zu einigen seiner regionalen Nachbarn als weitgehend stabil und sicher.

SRF 4 News, 03.04.2021, 22:00 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Koni Flütsch  (KOMANKO)
    Interessant, dass diesbezüglich keine Stellungnahme aus den V.A.E. kommuniziert wird. Wenn im arabischen Raum jemand weiss, was Sache und Fakt ist, dann die Bewohner der Emirate. Fast alle wichtigen Bindeglieder der Monarchen und ausländischen „Verbündeten“ leben dort. Warum wohl?