Boko Haram und Hungersnot Kommt die nächste Flüchtlingswelle aus Nigeria?

Menschen mit Schwimmwesten in Booten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schon heute hoffen viele Nigerianer auf eine bessere Zukunft in Europa. Keystone

Ohne eine entschlossene Bekämpfung der Hungerkrise im Nordosten Nigerias könnte Europa nach Ansicht der Vereinten Nationen eine neue Flüchtlingswelle drohen.

Die internationale Gemeinschaft müsse die Behörden in der Region dringend unterstützen, um den Menschen eine bessere Zukunft zu ermöglichen, erklärte Toby Lanzer, der UNO-Koordinator für humanitäre Hilfe in der Sahel-Zone. «Das ist es auch, was die Leute wollen. Niemand will freiwillig seine Heimat aufgeben», sagte Lanzer.

Aber falls die Menschen in der Region keine Zukunft mehr sähen, «sollten Europäer nicht überrascht sein, wenn mehr und mehr Menschen fliehen», sagte er. «Und sie werden nach Europa fliehen.» Rund eine halbe Million Kinder seien dieses Jahr in Nigeria und angrenzenden Gebieten im Niger, Tschad und in Kamerun vom Hungertod bedroht, erklärte Lanzer.

In Folge des Konflikts mit der Terrororganisation Boko Haram sind in der Region rund 2,5 Millionen Menschen auf der Flucht, mehr als sieben Millionen brauchen Nahrungsmittelhilfe.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Humanitäre Katastrophe in Nigeria

    Aus Tagesschau vom 27.7.2016

    Im Nordosten Nigerias, in dem vielerorts die Islamistenmiliz Boko Haram herrscht, leben mehr als eine halbe Million Menschen unter unhaltbaren sanitären Bedingungen. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen fordert deshalb von der UNO, in diesem Gebiet den höchsten Krisenalarm auszurufen.

  • Lebenszeichen entführter Mädchen

    Aus Tagesschau vom 14.4.2016

    CNN ist ein Video zugespielt worden, das 15 entführte Mädchen zeigt. Sie gehören offenbar zur Gruppe der Schülerinnen, die vor zwei Jahren in Nigeria entführt wurde.

  • 30 Tote bei Anschlag in Nigeria

    Aus Tagesschau vom 18.11.2015

    Terror auch in Afrika: In Nigeria hat gestern Abend ein Bombenanschlag erneut mehr als 30 Menschen in den Tod gerissen, Dutzende wurden verletzt. Verantwortlich dafür soll die Terrorgruppe «Boko Haram» sein. Die Islamisten von Boko Haram wollen in der Region - ähnlich wie der IS - einen Gottesstaat errichten.

  • Migrationsfilm gegen Flüchtlingsproblematik

    Aus Tagesschau vom 30.7.2015

    Ein Informationsfilm soll verhindern, dass Flüchtlinge illegal nach Europa kommen. Auch die Schweiz beteiligt sich. Das Staatssekretariat für Migration finanziert eine Aufklärungs-Fernsehserie in Nigeria.