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Boko Haram und Hungersnot Kommt die nächste Flüchtlingswelle aus Nigeria?

Menschen mit Schwimmwesten in Booten.
Legende: Schon heute hoffen viele Nigerianer auf eine bessere Zukunft in Europa. Keystone

Ohne eine entschlossene Bekämpfung der Hungerkrise im Nordosten Nigerias könnte Europa nach Ansicht der Vereinten Nationen eine neue Flüchtlingswelle drohen.

Die internationale Gemeinschaft müsse die Behörden in der Region dringend unterstützen, um den Menschen eine bessere Zukunft zu ermöglichen, erklärte Toby Lanzer, der UNO-Koordinator für humanitäre Hilfe in der Sahel-Zone. «Das ist es auch, was die Leute wollen. Niemand will freiwillig seine Heimat aufgeben», sagte Lanzer.

Aber falls die Menschen in der Region keine Zukunft mehr sähen, «sollten Europäer nicht überrascht sein, wenn mehr und mehr Menschen fliehen», sagte er. «Und sie werden nach Europa fliehen.» Rund eine halbe Million Kinder seien dieses Jahr in Nigeria und angrenzenden Gebieten im Niger, Tschad und in Kamerun vom Hungertod bedroht, erklärte Lanzer.

In Folge des Konflikts mit der Terrororganisation Boko Haram sind in der Region rund 2,5 Millionen Menschen auf der Flucht, mehr als sieben Millionen brauchen Nahrungsmittelhilfe.

76 Kommentare

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  • Kommentar von Florian Kleffel (Hell Flodo)
    Seit Generationen beuten wir in Afrika die Bodenschätze und die Arbeitskraft der Menschen aus und verschieben die Gewinne in den Westen. Zuerst durch Kolonialismus und bis heute durch Wirtschaftsimperialismus bauen wir einen Teil unseres Wohlstands auf den Schultern der Ärmsten auf. Und dann sind manche nicht einmal bereit, echten Flüchtlingen zu helfen! Aber: Sowohl Mauerbau als auch humanitäre Hilfe sind nur Symptombekämpfung. Wir müssen endlich für eine gerechte Wirtschaftsordnung sorgen.
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    1. Antwort von Fabienne Uhlmann (Cueni)
      NZZ vom 17.1.17,Asfa-Wossen Asserate, Autor und Analyst, geboren in Addis Abeba: "Ich möchte Afrika nicht als Opfer darstellen. Im Gegenteil. Nach fast sechzig Jahren ist es an uns, Verantwortung zu übernehmen. Wir müssen der Unterdrückung in unseren Ländern ein Ende bereiten. Denn unsere Diktatoren verhalten sich schlimmer, als es die europäischen Kolonialherren jemals taten." Herr Asserate fordert aber auch die Ächtung autoritärer und korrupter Regime.
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    2. Antwort von Florian Kleffel (Hell Flodo)
      Ich freue mich sehr, das zu hören, gerade weil ich schon fünf mal in Afrika war! Allerdings ändert das nichts an der Vergangenheit und am jetzigen Wirtschaftsimperialismus. Genau mit solchen korrupten Diktatoren arbeiten gewisse Firmen zusammen. Im Westen wird das nicht nur geduldet, sondern man versucht sogar, die Firmen mit guten Steuerkonditionen ins eigene Land zu holen.
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    3. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Nigeria ist, seit ich denken kann, je nach Regierung, welche grad an der Macht ist ein "heisses Pflaster". Nicht nur für Einheimische! In Nigeria ist kein Krieg, also schliessen sich die Nigerianer einfach diesem neuen Trend, in Europa ein neues Leben anzufangen an. Es sind also Migranten. Und betr. Ausbeutung, gibt es dort mittlerweile Firmen, welche mit Nigerianern, für Nigerianer etwas aufbauen wollen. Oft scheitert es an den Einheimischen, die mal zur Arbeit erscheinen, dann wieder nicht..
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    4. Antwort von Fabienne Uhlmann (Cueni)
      Herr Kleffel: Es ist doch in erster Linie die Aufgabe einer Regierung, Bedingungen an "gewisse" Firmen zu stellen, z.B. mit nachhaltigen, kontrollierbaren Auflagen im Interesse des eigenen Landes, der Bevölkerung, der Umwelt!
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    5. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      @F. K.: Also persönlich, noch Menschen in meinem Umfeld beuten Bodenschätze in Afrika aus, noch die Arbeitskraft der Menschen, noch verschiebe ich Gewinne in den Westen. Aber mal rein hypothetisch: Stellen Sie sich vor, es kommt durch Unzufriedenheit in ganz Europa zu Aufständen, welche sich dann zu Bürgerkriegen auswachsen. Auf welcher Seite denken Sie, werden dann unsere "Gäste" kämpfen? Für uns, oder gegen uns?
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  • Kommentar von Jan Tanner (Mike Müller)
    Wir leben hier in der Schweiz, wir sind hilfsbereit. Wir sollten zuerst helfen !
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  • Kommentar von daniel luder (daniel2seeluft)
    An alle Hetzer: wissen Sie eigentlich was in Nigeria im Moment abläuft? Jedenfalls genug für eine Anerkennung als Flüchtling. weshalb sprechen Sie immer über angebliche Flüchtlinge und illegale Immigranten?
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    1. Antwort von Claire McQueen (freedom)
      @daniel luder: Könnten Sie sich bitte mit Ihrer Wortwahl mässigen? Nur weil wir nicht Ihre Ansichten teilen, sind wir keine Hetzer. In der CH soll Redefreiheit herrschen.
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    2. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      Nigeria hat 173 Millionen Einwohner. Ausserdem ist das Land sehr reich an Bodenschätzen.
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    3. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Hr D.Luder, das ist keine Hetze, wenn man feststellt, dass in Nigeria ernsthafte Probleme nach wie vor unbewältigt sind. Es gibt da rund 100 Ethnien, die sich untereinander nicht immer gut verstehen. Es gibt da die Boko Haram, die sich eher nach dem IS orientiert. Es gibt da reiche Bodenschätze auf welche einige sehr scharf sind und noch so gerne aneignen wollen. Hier wird bereits von 7 Mio Flüchtlingen gesprochen. Es werden sicherlich mehr werden. - Das schafft man nicht mehr...! (Punkt aus!)
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