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Das schlechte Wetter könnte weiteren Kriegsverlauf beeinflussen
Aus Tagesschau vom 17.04.2022.
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Krieg in der Ukraine Das schlechte Wetter könnte Russlands Pläne durchkreuzen

Kiew erwartet in den nächsten Tagen eine Grossoffensive russischer Truppen im Osten des Landes. Entscheidend dabei könnten nicht nur Waffen und die Stärke der Truppen sein – sondern auch das Wetter. Denn seit Tagen hängen dunkle Regenwolken über dem Osten des Landes.

Wenn die russische Führung weiterhin auf grossformatige Operationen setzt mit Panzern und schwerem Gerät, dann würde sich eine Schlechtwetterperiode negativ auswirken.
Autor: Markus Kaim Sicherheitsexperte Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin

Für die Ukraine könnten sie gute Nachrichten sein, sagt Markus Kaim, Sicherheitsexperte Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. «Wenn die russische Führung weiterhin, wie sie es bisher getan hat, auf grossformatige Operationen setzt mit Panzern und schwerem Gerät, dann würde sich eine Schlechtwetterperiode negativ auswirken, den Boden aufweichen und den Vormarsch erschweren.»

Schlammige Böden behindern Vorankommen

Die Böden sind schlammig und behindern gerade für schwere Panzer das Vorankommen. Rasputiza ist die russische Bezeichnung für die Schlamm- oder Regenzeit im Frühjahr und im Herbst, wenn Schneeschmelze und Regenfälle die Böden aufweichen. So sei es aktuell, bestätigt auch SRF-Meteorologe Felix Blumer.

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Blumer: «Der schmelzende Schnee macht die Böden richtig matschig und schlammig»
Aus News-Clip vom 17.04.2022.
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«Wir erwarten in den nächsten Tagen mit den 50 mm Regen natürlich wieder grössere Mengen und diese Böden sind generell schon sehr weich, sie sind vor allem im Frühjahr sehr weich.» Einerseits hatte man bereits über Monate Niederschlag, andererseits auch Schneefall, erklärt Blumer. Der schmelzende Schnee mache die Böden richtig matschig und schlammig. «Da ist es sehr schwierig, sich abseits von befestigten Strassen zu bewegen und Material weiter zu bringen. Das ist eine riesige Herausforderung», erklärt der Meteorologe.

Schlechtes Wetter beeinflusste bereits frühere Kriege

Es wäre nicht der erste Krieg, in dem das Wetter über Sieg oder Niederlage zumindest mitentscheidet. Napoleons Russland-Feldzug im Jahr 1812 scheiterte am bitteren russischen Winter. Auch als Hitlers Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg Richtung Osten marschierte, wurde sie von einer Schlammperiode gebremst. Videos von Panzern, die im Schlamm versinken, kursieren bereits auf Twitter – verifizieren lassen sie sich schwer.

Für die bevorstehende Bodenoffensive könnte der Schlamm allerdings zum entscheidenden Faktor werden, erklärt Sicherheitsexperte Kaim. «Sie müssen Treibstoffe an die Panzer kriegen und die Mannschaften versorgen. Das sind grossformatige logistische Operationen.» Wenn dann Teile dieser Operationen steckenblieben – entweder vorne beim Angriff oder hinten bei der Logistik – dann sei das Wetter ein entscheidender Faktor über den Fortgang der Operation.

Tagesschau, 17.04.2022, 19:30 Uhr;

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