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Krieg in Nahost Offenbar haben Washington und Teheran ein Machtwort gesprochen

Israel und die Hisbollah-Miliz im Libanon haben sich auf eine neue Waffenruhe geeinigt. Das jedenfalls meldete ein hochrangiger Vertreter der US-Regierung am späten Nachmittag. Der andauernde Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah war ein Hindernis auf dem Weg zu ersten Gesprächen zwischen dem Iran und den USA auf dem Bürgenstock. Nahost-Korrespondent Thomas Gutersohn ordnet die neueste Entwicklung ein.

Thomas Gutersohn

Nahost-Korrespondent

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Thomas Gutersohn lebt seit 2023 in Amman und berichtet für SRF aus dem Nahen Osten. Von 2016 bis 2022 war er als Südasien-Korrespondent tätig, zuvor hat er aus der Westschweiz berichtet. Gutersohn arbeitet seit 2008 bei SRF und hat in Genf Internationale Beziehungen studiert.

Was weiss man über die neue Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah? Und wie gesichert sind die Informationen zur Stunde?

Diese Meldungen aus dem Weissen Haus wurden durch einen israelischen Militärsprecher bestätigt. Er erklärte, man befinde sich in einer Waffenruhe, solange die Hisbollah nicht von sich aus angreife. Er betonte jedoch, Israel sei jederzeit bereit, die Kämpfe wieder aufzunehmen. Israel befindet sich bereits länger in einer Waffenruhe mit dem Staat Libanon, die bisher jedoch nicht viel gebracht hat. Wenn sich nun aber bestätigt, dass eine solche Waffenruhe konkret mit der Hisbollah geschlossen wurde, hätte dies mehr Gewicht, da die Hisbollah die effektive Kriegspartei ist und nicht der Staat Libanon. Die Hisbollah selbst hat sich noch nicht geäussert, da ihre Kanäle oft etwas langsamer arbeiten und sich die Führung versteckt hält und nicht digital kommuniziert. Stattdessen hat ein katarischer Diplomat die Waffenruhe bestätigt. Katar und die USA haben in dieser Sache vermittelt.

Weshalb kommt diese Waffenruhe gerade jetzt? Haben die USA Druck auf Israel gemacht? Und der Iran Druck auf die Hisbollah?

Es scheint, als wollten sowohl der Iran als auch die USA mit den Verhandlungen vorwärtsmachen. Eine Grundbedingung dafür wäre, dass die Waffen auch im Libanon schweigen. Es wird gemunkelt, dass der fortlaufende gegenseitige Beschuss der israelischen Armee und der Hisbollah der Grund dafür war, dass die Konferenz auf dem Bürgenstock abgesagt oder zumindest verschoben wurde. Nun haben offenbar sowohl Washington gegenüber Tel Aviv als auch Teheran gegenüber der Hisbollah ein Machtwort gesprochen, sodass die Kämpfe im Libanon den Verhandlungen nicht mehr im Wege stehen sollen. Noch am Morgen wurde der Süden Libanons nochmals heftig von der israelischen Armee beschossen. Das libanesische Gesundheitsministerium zählt 47 Tote, und das israelische Militär verzeichnete vier tote Soldaten und Soldatinnen.

Eine Waffenruhe ist das eine. Aber weiss man auch, was mit den israelischen Truppen im Libanon geschieht?

Die Hisbollah und Israel mögen sich darauf verständigt haben, dass im Moment nicht geschossen wird. Das klärt aber die Frage der besetzten Gebiete im Süden Libanons nicht. Von israelischer Seite ist zu hören, dass die Truppen weiterhin im Süden Libanons stationiert bleiben, wie der israelische Armeesprecher weiter sagte. Das ist auf längere Sicht jedoch keine akzeptable Lösung, weder für die Hisbollah noch für den Staat Libanon. Eine Waffenruhe ohne Truppenabzug oder zumindest einen Fahrplan, wann ein solcher stattfinden soll, ist lediglich eine Waffenruhe auf Zeit.

Echo der Zeit, 19.05.2026, 18:00 Uhr ; 

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