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Krise könnte dennoch andauern Partei des Ministerpräsidenten Albin Kurti gewinnt Wahl im Kosovo

  • Die Regierungspartei Vetevendosje von Ministerpräsident Albin Kurti hat die Parlamentswahl im Kosovo gewonnen.
  • Nach Auszählung von 99.4 Prozent der Stimmen kam die Partei offiziellen Zahlen vom späten Sonntagabend zufolge auf 43 Prozent.
  • Es ist aber fraglich, ob die anhaltende politische Krise in dem Balkanland nun endet.

Vetevendosje wäre weiter auf Koalitionspartner angewiesen, um eine neue Regierung zu bilden. Zudem ist ein Kompromiss mit der Opposition nötig, um die für die Wahl eines neuen Präsidenten erforderliche Zweidrittelmehrheit zu sichern.

Albin Kurti spricht in ein Mikrofon, umgeben von Menschen, die ihn beobachten.
Legende: Die Regierungspartei Vetevendosje um Ministerpräsident Albin Kurti gewinnt die vorgezogene Parlamentswahl im Kosovo. REUTERS / Ognen Teofilovski

Es war die dritte Parlamentswahl in dem Land binnen 18 Monaten. Bei der vergangenen Abstimmung im Dezember hatte Vetevendosje 51.1 Prozent der Stimmen erhalten, nach 42 Prozent im Februar 2025. Im April wurde das Parlament jedoch aufgelöst, nachdem sich die Parteien nicht auf einen Kandidaten für das weitgehend repräsentative Amt des Präsidenten einigen konnten.

Ständige Neuwahlen verhinderten Reformen

Das jüngste und eines der ärmsten Länder Europas strebt einen Beitritt zur Europäischen Union an, verfügt jedoch seit fast einem Jahr über keine voll handlungsfähige Regierung. Die EU hat die Politiker im Kosovo, das 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärte, wiederholt aufgefordert, stabile Institutionen zu schaffen. Dadurch sollen die für eine Mitgliedschaft notwendigen Reformen umgesetzt werden. Die ständigen Neuwahlen haben diese Reformen sowie die Auszahlung von EU-Fördermitteln verzögert.

Auf den weiteren Plätzen bei der Wahl folgen den offiziellen Zahlen zufolge die Demokratische Partei des Kosovo mit 21 Prozent und die Demokratische Liga des Kosovo mit 18 Prozent. Die Wahlbeteiligung sank nach Angaben der Wahlkommission auf knapp 37 Prozent, nach 45 Prozent im Dezember.

Diaspora wählt mit

Viele Bürgerinnen und Bürger hoffen auf ein Ende des politischen Stillstands und einen höheren Lebensstandard. «Die politische Elite muss bereit sein, sich zu einigen», sagte ein Wähler der Nachrichtenagentur Reuters nach der Stimmabgabe in der Hauptstadt Pristina. «Es ist in den vergangenen Jahren eine sehr tiefe Spaltung entstanden, und das muss ein Ende haben.»

Im Kosovo waren rund 2.1 Millionen Menschen wahlberechtigt. Das sind mehr als die 1.6 Millionen Einwohner des Landes, was auf eine grosse Diaspora zurückzuführen ist. Diese lebt überwiegend in Westeuropa und unterstützt tendenziell Kurtis Partei, die einen eher nationalistischen und auf Sozialpolitik ausgerichteten Kurs verfolgt. Wie alle grossen Parteien im Kosovo ist sie pro-westlich eingestellt. Sie lehnt weitere Zugeständnisse an Serbien ab, zu dem die Beziehungen weiterhin angespannt sind.

SRF 4 News, 7.6.2026, 21:30 Uhr ; 

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