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Retourkutsche: China weist US-Journalisten aus
Aus SRF 4 News aktuell vom 18.03.2020.
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Krise zwischen China und USA «Ein neuer Tiefpunkt in den Beziehungen»

Nach Einschränkungen der Arbeit chinesischer Staatsmedien in den USA hat Peking die Ausweisung mehrerer Journalisten führender US-Medien angeordnet. Damit hätten die Beziehungen zwischen den beiden Ländern einen neuen Tiefpunkt erreicht, sagt SRF-Chinakorrespondent Martin Aldrovandi.

Martin Aldrovandi

Martin Aldrovandi

Nordostasien-Korrespondent, SRF

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Martin Aldrovandi ist seit 2016 Korrespondent für Radio SRF in Nordostasien mit Sitz in Schanghai. Zuvor hatte er mehrere Jahre lang als freier Journalist aus dem chinesischsprachigen Raum berichtet.

SRF News: Welche Journalisten müssen China jetzt verlassen?

Martin Aldrovandi: Betroffen sind mindestens 13 Journalisten von Medien wie der «Washington Post» oder des «Wall Street Journals». Sie haben einige Tage Zeit, um ihre Presseausweise abzugeben und China zu verlassen. Im Visier sind auch das «Time Magazine» und «Voice of America». Diese beiden Medien müssen den chinesischen Behörden unter anderem eine Liste ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorlegen.

Was steckt hinter den Ausweisungen?

Es ist dies eine Gegenmassnahme, nachdem die US-Regierung mehrere in den USA arbeitende chinesische Medien als Staatsmedien eingestuft hat. Auch wurde die Höchstzahl chinesischer Journalisten in den USA begrenzt. Das Ganze ist im Zusammenhang der aktuellen Coronavirus-Krise zu sehen, in der sich die USA und China gegenseitig mit Vorwürfen eindecken.

China und die USA decken sich in der Corona-Krise gegenseitig mit Vorwürfen ein.

US-Präsident Donald Trump etwa hat mehrmals vom «Wuhan-Virus» und vom «China-Virus» gesprochen. Peking zeigte sich darob entsetzt. Daraufhin streuten chinesische Regierungsvertreter das Gerücht, das Coronavirus stamme vielleicht gar nicht aus China, sondern sei vom US-Militär dort ausgesetzt worden. Zudem wird den USA – und der ganzen westlichen Welt – von Peking vorgeworfen, nicht genug gegen die Pandemie zu tun.

So schaukelten sich die Wogen hoch

  • Im Februar erliessen die USA Beschränkungen für die Ableger chinesischer Medien. Sie müssen sich jetzt – ähnlich wie Botschaften – als ausländische Vertretung registrieren, was eine stärkere Kontrolle durch Washington zur Folge haben wird.
  • Kurz darauf wies Peking drei Korrespondenten des «Wall Street Journals» aus – wegen eines als beleidigend empfundenen Kommentars zum Ausbruch der Corona-Epidemie.
  • Als Reaktion definierte das US-Aussenministerium eine neue Obergrenze von 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von fünf chinesischen Presseorganen in den USA. Laut US-Medienberichten müssen deshalb bis zu 60 bislang akkreditierte Chinesen die USA verlassen.
  • Jetzt kam die Reaktion aus Peking mit der Ausweisung von mindestens 13 US-Journalisten. (dpa)

Was bedeuten diese jüngsten Ereignisse für die Beziehungen zwischen China und den USA?

Damit ist ein neuer Tiefpunkt erreicht. Dass von der Ausweisung aus China so viele und qualitativ so angesehene US-Medien betroffen sind, sorgt hier für Entsetzen – und es wird die Beziehungen weiter belasten.

Das Gespräch führte Christina Scheidegger.

SRF 4 News aktuell, 07.15 Uhr; srf/snep

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst von Allmen  (MEVA)
    Ob China oder die USA Schuldigen an der Verbretung dès Virus sind, oder sogar willentlich dem andern in den Pelz gesetzt haben, ist Blödsinn. Obwohl es beiden zuzutrauen währe
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    1. Antwort von Reto Blatter  (against mainstream)
      Es geht doch hier nicht um Schuldzuweisungen. Es geht darum, dass China den Ausbruch lange verleugnet hat und damit unzählige Leben auch bei uns gefährdet. Das nun China alles zu vertuschen versucht und offensichtlich erfolgreich vom eigenen Unvermögen ablenkt ist eine Tatsache.
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  • Kommentar von Reto Blatter  (against mainstream)
    Zur Erinnerung: auf einem Markt mit lebenden Tieren in Wuhan China bricht ein Virus aus. Dies wird von der chinesischen Regierung wochenlang verschwiegen so dass es dem Rest der Welt unmöglich war sich auf die Pandemie vorzubereiten. Nun verbreiten die chinesischen Staatsmedien die Lüge, dass das Virus von US Soldaten nach Wuhan gebracht worden sei und verweist Journalisten des Landes. DT spricht dies an und sagt wie es ist. Wer ist also nun für diesen Tiefpunkt der Beziehungen verantwortlich?
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
    Zwei Regierungen die damit von ihrem eigenen Versagen ablenken wollen. Es ist einfach nur Traurig und beschämend. Trump will nun nach letzten Meldungen Helikoptergeld verteilen und so ablenken und sich noch Stimmen kaufen. es ist zu hoffen das die Bevölkerung daraufnicht herein fällt.
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    1. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      Bei der gestrigen Pressekonferenz, war schön zu sehen, wie er bei kritischen Fragen zur Seite trat und andere zum Beantworten vorschickte. ;)
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