Zum Inhalt springen

Kritik unerwünscht Saudi-Arabien weist Kanadas Botschafter aus

Michelle Obama, Samar Badawi, Hillary Clinton
Legende: 2012 war Samar Badawi noch Gast von Hillary Clinton und Michelle Obama. Jetzt sorgte ihre Verhaftung für Aufruhr. Reuters
  • Nach Kritik Kanadas an der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien hat Riad den Botschafter Ottawas ausgewiesen.
  • Zugleich zog Saudi-Arabien seinen Botschafter aus Kanada ab, wie die staatliche saudische Nachrichtenagentur berichtet. Neue Handelsvereinbarungen zwischen den beiden Ländern werden eingefroren.
  • Hintergrund ist die Verhaftung von Menschenrechtlern in Saudi-Arabien.

Kanada hat die Festnahme von Menschenrechtlern und Frauenaktivistinnen verurteilt und die Freilassung der Inhaftierten gefordert.

Frauenrechtlerinnen verhaftet

Zuvor hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Link öffnet in einem neuen Fenster über die Verhaftung der beiden Frauenrechtlerinnen Nassima al-Sadah und Samar Badawi berichtet. Sie hatten sich unter anderem dafür eingesetzt, als Frauen legal in Saudi-Arabien Auto fahren zu dürfen. Dies ist seit Ende Juni möglich.

Badawi ist die Schwester des inhaftierten Bloggers Raif Badawi. Seine Frau lebt in Kanada und wurde vor kurzem kanadische Staatsbürgerin.

Freilassung von Inhaftierten gefordert

Ottawa äusserte sich bereits am Freitag besorgt über die Verhaftungen und rief die saudi-arabische Führung auf, sie unverzüglich wieder freizulassen. Auch ein Tweet der kanadischen Aussenministerin Chrystia Freeland zum Schicksal der Aktivistin Samar Badawi stiess in Riad auf Kritik.

Freeland zur Badawi-Festnahme

Die kanadische Botschaft in Riad hatte sich zudem «ernsthaft besorgt» über eine neue Welle von Festnahmen von Menschenrechtsaktivisten in Saudi-Arabien gezeigt. Sie hatte deren sofortige Freilassung gefordert.

Einmischung verboten

Saudi-Arabien verbat sich jegliche Einmischung in die Innenpolitik des Landes. Selber greife es auch nicht in die Belange anderer Staaten ein. «Jeder weitere Schritt Kanadas in diese Richtung, erlaubt es uns, uns in die Innenpolitik Kanadas einzumischen», hiess es in der Mitteilung aus Riad weiter.

Das harte Vorgehen des saudischen Staates mit Verhaftungen von Aktivisten in einer Phase der Öffnung erklären Experten damit, dass die Staatsführung in dem Königreich die volle Kontrolle über die Reformen behalten will.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

19 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Ich gratuliere der kanadischen Regierung für diese mutige Tat. Ich hoffe das weitere Länder diesem Beispiel folgen. Saudi-Arabien ist ein Land mit gravierenden Menschenrechtsverletzungen. Sie stellen sogar den Konkurrenten Iran in den Schatten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von M. Jaeger (jegerlein)
      Genau, man müsste wie in Irak und in Lybien die Demokratie einführen. Dann wären alle glücklich..... Im Ernst; diese Länder zu regieren geht nur mit einem Regime wie sie es dort haben. Punkt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Die Handelsbilanz beider Staaten hat es Chrystia Freeland ermöglicht, sich für Samar Badawi einzusetzen. Die Frage, wie man in der gleichen Angelegenheit in Europa verfahren würde, ist damit beantwortet.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Menschen- und vor allem frauenverachtender geht es nicht mehr. Gratulation an die Regierung von Kanada für ihr mutiges Verhalten. Schade, dass unser Bundesrat in solchen Situation (z.B. auch Türkei) nicht den selben Mut aufbringt. Wirtschaftliche Interessen werden von ihm leider immer mit Vorrang behandelt. So ändert sich in dieser Welt nie wirklich was dauerhaft.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen