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Legende: Video USA setzen INF-Vertrag aus abspielen. Laufzeit 00:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.02.2019.
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Kündigung des INF-Vertrags Russland kritisiert USA und verlangt Beweise

Nach dem Rückzug der USA aus dem INF-Vertrag droht Moskau mit Konsequenzen, ohne konkret zu werden.

Russland kritisiert die Aufkündigung des INF-Abrüstungsvertrags durch die USA. Der Entscheid sei Teil des Konzepts der USA, möglichst viele internationale Abkommen zu brechen und aufzukündigen, sagte die Sprecherin des russischen Aussenministeriums in Moskau, Maria Sacharowa:

«Wenn sich die amerikanische Seite aus dem INF-Vertrag zurückzieht, behält sich Moskau das Recht vor, entsprechend zu reagieren.» Sie nannte aber keine konkreten Massnahmen.

Die russische Rakete in einer Ausstellung.
Legende: Die russische Rakete Novator 9M729 mit dem Nato-Code: SSC-8. SRF | EBU

Zugleich wies Sacharowa die Forderung zurück, alle umstrittenen Waffensysteme des Typs Novator 9M729 zu vernichten. Die Reichweite der Raketen liege knapp unter 500 Kilometern, was INF-vertragskonform wäre. Russland verlangte darum von den USA Beweise für die Anschuldigungen: «Könnten Sie uns ausser Ihren Tweets weitere Beweise liefern? Es gibt keinen einzigen Beweis – kein Satellitenbild, keine Aufnahmen», so Sacharowa.

«Dem Kreml ist der INF-Vertrag nicht sehr wichtig»

Legende: Video Luzia Tschirky zur Reaktion von Russland abspielen. Laufzeit 01:15 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.02.2019.

Russland habe mit dem Entscheid der USA gerechnet, sagt SRF-Korrespondentin Luzia Tschirky in Moskau. «Aus Sicht der russischen Regierung hat es keine Möglichkeit gegeben, ein Austreten der USA aus dem Vertrag zu verhindern.»

Unabhängige russische Rüstungsexperten teilten diese Einschätzung jedoch nur bedingt, sagt Tschirky: «Hätte man das umstrittene Raketensystem [Novator 9M729] vor fünf Jahren statt erst vergangene Woche präsentiert, hätte es unter Umständen noch eine Möglichkeit gegeben, Gespräche zu führen.»

Das lange Zuwarten Russlands lasse darauf vermuten, dass dem Kreml der INF-Vertrag nicht sehr wichtig ist und keine grosse Rolle spielt. Mittelfristig könnte ein Wegfallen des Vertrages für die russische Regierung sogar von Vorteil sein.

«Wenn das Gefühl einer Bedrohung in Europa steigt, könnten Staaten auf das politische isolierte Land zugehen. Doch langfristig ist klar, würde Russland nicht von einer militärischen Aufrüstung profitieren. Die militärische Stärke des Landes ist nicht mehr vergleichbar mit der ehemaligen Sowjetunion», so Tschirky.

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39 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Allein die Tatsache, dass es weltweit eine riesige Masse an verschiedensten, gemeinsten, zerstörerischen "Kriegsmaterialien" gibt und der weiteren Tatsache, dass es welltweit sehr viele persönlichkeitsgestörte, unberechenbare, skrupellose, Menschenrechte- und leben missachtenden, Gewalt-Herrscher gibt, ist erschreckend, erschauernd! So auch die CH Wirtschafts-Politik, unterstützt diese Machenschaften weltwei ebenfalls, mittels skrupellosen "Kriegsmaterial-Blut-Geschäften" aus reiner Habgier!
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  • Kommentar von Milan Darem  (Mannausorient)
    Die USA sind ja Profis wenn es um Lieferung von Beweisen geht ;) (siehe Atomprogram von Saddam Hussein, was nie gegeben hat!) Egal was Russland gemacht hat oder machen wird, werden USA aussteigen, darum geht es. Alles andere Beilage...
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Grundsätzlich dürften sämtliche Abkommen zur Rüstungskontrolle zwischen den USA und Russland, wie etwa das Start (aktuell "New Start" bzw. Start III) Abkommen, auf der Kippe stehen, da China und Indien ja nicht zu den Unterzeichnern gehören und sich so einen massgeblichen, strategischen Vorteil schaffen können. Das Ganze zeigt denn auch die grundsätzliche Schwäche der UNO als reines Pläuschler-Gremium, dass man hier nicht schon längst pro-aktiv sämtliche Atommächte mit ins Boot geholt hat.
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