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Kulturrevolution in den USA Trump ärgert sich und schliesst Kennedy Center

Während zweier Jahre soll das Kulturzentrum in Washington DC renoviert werden. Hauptgrund für die Schliessung dürfte aber ein anderer sein.

Darum geht es: US-Präsident Donald Trump will das Kennedy Center in Washington DC ab Juli für zwei Jahre schliessen – um es baulich nach seinen Wünschen umzugestalten. Erst vor wenigen Monaten hatte Trump dem Kulturzentrum unter öffentlichem Protest seinen eigenen Namen hinzugefügt. Und so heisst das Haus jetzt offiziell «Trump Kennedy Center». Der US-Präsident will gemäss eigenen Angaben aus dem Haus den «besten Ort für Musik, Kunst und Entertainment der Welt» machen.

Die Absagen und der fehlende Ticketverkauf bringen schlechte Presse. Das mag Trump überhaupt nicht.
Autor: Arndt Peltner Journalist, lebt in Kalifornien

Die Gründe: Trump hat immer wieder betont, dass das 55-jährige Kennedy Center baufällig und in den vergangenen Jahren vernachlässigt worden sei. Doch der wahre Grund für die Schliessung liegt wohl anderswo: Seit Trumps Umbenennung des Centers haben viele namhafte Künstlerinnen und Künstler ihre dortigen Auftritte abgesagt. Auch Zuschauerabonnemente wurden massenhaft gekündigt. «Die Absagen und der fehlende Ticketverkauf bringen nur schlechte Presse. Und das mag Trump überhaupt nicht», sagt Arndt Peltner. Der Journalist lebt in den USA.

Center gekapert: Trump hat im Dezember 2025 nicht nur den Namen des Kennedy Centers geändert, schon Monate zuvor hatte er die Verwaltung des Kulturhauses mit Gefolgsleuten ersetzt. Zu erwähnen ist etwa Richard Grenell, berüchtigter US-Botschafter in Deutschland unter der ersten Präsidentschaft Trumps. Das Kennedy Center war bisher eine kulturelle Bastion der Demokraten, es stand für einen offenen Kulturaustausch, für Vielfalt. «Das hat Trump schon immer genervt – ausserdem mag er es überhaupt nicht, wenn dieses Gebäude vor seiner Nase nach dem grossen Demokraten Kennedy benannt ist», sagt Journalist Peltner.

Trump streicht Bundesgelder für Kultur

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Mann in Frack bei Veranstaltung mit Kennedy Center Hintergrund.
Legende: Reuters/Julia Demaree Nikhinson

Der Journalist Arndt Peltner lebt in Oakland, Kalifornien. Er sagt: «Donald Trump und seine Bewegung sind gegen alles, was Vielfalt und Offenheit der Amerikaner ausdrückt. Und so ist er daran, eine reiche, vielfältige, offene Kulturlandschaft in den USA zu zerstören. Das betrifft nicht nur liberale Hochburgen wie San Francisco, sondern etwa auch den Mittleren Westen, wo viele kleinere Museen dichtmachen und Theatergruppen aufhören müssen, weil ihnen öffentliche Gelder aus Washington gestrichen werden. Trumps Kulturpolitik trifft also nicht nur die Demokraten und liberalen Menschen in den USA, sondern auch Republikaner und konservative Leute im ganzen Land.»

Neue Kultur unter Trump: Trump hatte in den letzten Wochen vorgegeben, in welcher Ausrichtung er sich Kulturveranstaltungen im Kennedy Center vorstellt: Erstaufführung des Melania-Films oder ein Kongress des konservativen Nachrichtensenders Newsmax. Doch die grossen Künstlerinnen und Künstler wollen mit dem Center und Trump nichts zu tun haben und treten dort nicht mehr auf. Darunter sind etwa der Chor «San Francisco Gay Men’s Chorus» oder der wichtige US-Komponist Philip Glass. Journalist Peltner: «Der grosse Kulturbereich der USA stellt sich gegen Trump.»

Trump für die Ewigkeit: Beobachter gehen davon aus, dass Trump das Kennedy Center ganz nach seinem Geschmack umbauen wird – mit viel Marmor und Gold. Auch kulturell will er das Zentrum auf MAGA-Linie bringen: Aus dem demokratisch-kulturellen Hotspot der USA will er einen zentralen Ort seiner Bewegung machen. «Das ist ein wirklich tiefer Stich ins Herz des kulturellen Lebens Amerikas», sagt Peltner. Doch dabei bleibt es nicht: Trump ist daran, der US-Hauptstadt Washington DC seinen Stempel aufzudrücken – etwa auch mit einem geplanten Triumphbogen. Offenbar wolle Trump mit allen baulichen Mitteln durchsetzen, dass man sich auch nach seiner Ära noch an ihn erinnere. «Das ist Wahnsinn», sagt Peltner.

SRF 4 News aktuell, 3.2.2026, 6:20 Uhr ; 

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