Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Laut Expertengremium Frankreich mitverantwortlich für Völkermord in Ruanda

  • Nach Einschätzung einer Historiker-Kommission trägt Frankreich eine schwere Verantwortung für den Völkermord in Ruanda.
  • Das europäische Land sei blind gewesen und habe versagt, weil es den Genozid von 1994 nicht verhindert habe, sagt der Bericht.
  • Der Bericht wurde von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Auftrag gegeben.
  • Beim Völkermord im ostafrikanischen Staat Ruanda wurden 1994 mehr als 800'000 Angehörige der Bevölkerungsgruppen Tutsi und Hutu ermordet.
Video
Aus dem Archiv: Der Genozid in Ruanda - wie es dazu kam
Aus Tagesschau vom 07.04.2019.
abspielen

Macron bezeichnete die Studie am Freitag als Schritt nach vorn, um das französische Engagement in Ruanda zu verstehen.

Die Historiker-Kommission bescheinigt Frankreich Versagen in den Jahren 1990 bis 1994. Damals regierte im Elyséepalast der Sozialist François Mitterrand. Die Experten kritisierten, Frankreich habe sich der damaligen ruandischen Regierung unter Staatschef Juvenal Habyarimana «angepasst» und zu spät mit dem rassistischen und gewalttätigen Regime gebrochen.

Kein Beweis für eine Mitschuld

Dem Bericht zufolge gibt es jedoch keine Beweise für eine Mitschuld Frankreichs an der Tötung von Hunderttausenden von Angehörigen der Bevölkerungsgruppen Tutsi und Hutu.

Die aktuelle ruandische Regierung begrüsste die Veröffentlichung des Berichts.

Frankreich mit UNO-Mandat vor Ort

In der früheren deutschen und belgischen Kolonie Ruanda hatten Angehörige der Hutu-Mehrheit mindestens 800'000 Menschen getötet.

Die meisten der Opfer waren Angehörige der Tutsi, aber auch moderate Hutu, die sich nicht am Völkermord beteiligen wollten, wurden umgebracht. Die französische Regierung war damals mit einem UNO-Mandat in der Region.

SRF 4 News, 26.03.2021, 20:00;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jérôme Perret  (JPerret)
    Zur Geschichte: Allen die es noch nicht gelesen haben, sei das Buch von Lukas Bärfuss "Hundert Tage" zur Lektüre empfohlen.
  • Kommentar von Urs Müller  (Jackobli)
    Der vierte Aufzählungspunkt in der Einleitung ist nicht falsch, aber extrem ungenau, liebes SRF.
    Es wurden überwiegend (75%) Tutsi ermordet! Dazu kamen auch gemässigte Hutus, welche sich dem Völkermord entgegenstellten oder in gemischten Ehen lebten.
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Nicht nur Obiges ist im Auge zu behalten; allgemein weist eine ganze Anzahl europäischer Nationalstaaten eine traurige Vorgeschichte auf: Der einander konkurrenzierende Nationalismus hat innerhalb von Europa immer wieder zu Kriegen geführt. Dann dazu eben der schlimme Wettlauf in der Kolonialpolitik, die schweres Elend unter den Unterdrückten bis zu grausamer Versklaverei führte. Dann die beiden Weltkriege. Das alle drängt international zu mehr Zusammenarbeit für Gerechtigkeit und Frieden.
    1. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Korrigenda: Es muss heissen: "Das alles drängt international zu mehr Zusammenarbeit für Gerechtigkeit und Frieden."
    2. Antwort von Christian Casutt  (Christian_C_57)
      Lieber Herr von Känel,
      Mir fällt auf, dass Sie in Ihren vielen Kommentaren nur selten konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel nehmen, sondern diese v.a. dazu nutzen, um allg. philosophische Abhandlungen zu verfassen, in welchen Sie eine „Linke Politik“ als „das Gute“ und eine „Rechte / bürgerlich-konservative Politik“ als „das Böse“ bezeichnen. Ich finde das etwas einseitig, es wird der Sache nicht gerecht. Der Mensch ist leider zu Schrecklichem fähig - Das gilt aber für „beide Seiten“.
      LG, CC