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Listerien in Wurstprodukten Zwei Menschen in Deutschland sterben nach Konsum von Wurst

Nach zwei Todesfällen durch Keime in Wurstwaren muss ein Fleischhersteller in Deutschland die Produktion stoppen. In mehreren Wurstwaren sind Listerien gefunden worden.

In mehreren Fällen seien in Wurstprodukten des Herstellers Wilke Waldecker Listerien nachgewiesen worden. Eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts habe einen unmittelbaren Zusammenhang mit dem Tod zweier älterer Menschen aus Hessen ergeben.

Auch Salami auf Pizza betroffen

Listerien sind Bakterien, die zu Durchfall und Fieber führen können. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem können sie lebensgefährlich sein. Laut dem Landkreis gibt es 37 weitere Krankheitsfälle, die möglicherweise mit den Wurstwaren der Firma im Zusammenhang stehen.

Listerien

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Listerien sind eine weltweit verbreitete und nahezu überall anzutreffende, anspruchslose Bakterienspezies. Sie ernähren sich von totem Material und vermehren sich am stärksten in einem Temperaturbereich zwischen 30 und 37 °C, überleben aber auch in deutlich kälterer oder wärmerer Umgebung (4 bis 45 °C) und können sich so z.B. auch in vakuumverpackten Lebensmitteln im Kühlschrank vermehren.

Listerien können bei Mensch und Tier die Krankheit Listeriose auslösen, die bei gesunden Menschen meist symptomlos verläuft. Je nach Anzahl aufgenommener Erreger und betroffener Person (z. B. Kleinkinder, Senioren, Menschen mit geschwächtem Immunsystem) aber auch schwer verlaufen kann. Fieber, Durchfälle, Erbrechen, Blutvergiftungen und Hirnhautentzündungen sind ebenso mögliche wie lokale eitrige Infektionen. Grundsätzlich kann jedes Organ befallen werden.

Besonders gefürchtet ist die Listeriose in der Schwangerschaft, da sie auf das ungeborene Kind überspringen kann, das dann infiziert werden kann, was das Risiko einer Früh- oder Totgeburt mit sich bringt.

Behandelt wird die Krankheit mit Antibiotika. Trotz gezielter Therapie besteht eine relativ hohe Sterblichkeit des Ungeborenen. Eine Impfung ist nicht möglich.

Da Listeria monocytogenes vor allem in nicht erhitzten, vom Tier stammenden Lebensmitteln gefunden werden, sollten Risikogruppen (besonders Schwangere und Patienten mit schweren Grunderkrankungen oder Immunsuppression) auf den Konsum folgender Lebensmittel verzichten:

  • Rohfleischerzeugnisse und Rohwurst (Salami)
  • Roher Fisch sowie geräucherte und marinierte Fischerzeugnisse
  • Vorgeschnittener verpackter Blattsalat
  • Rohmilchweichkäse

Die Keime wurden in Pizzasalami und Brühwurst nachgewiesen. Den ersten Fund in einem Wilke-Produkt habe es im März gegeben. Trotz Gegenmassnahmen habe die Firma das Problem nicht in den Griff bekommen. Auch in den Folgemonaten habe es Beanstandungen gegeben. Die zuständige Staatsanwaltschaft sei über die Vorgänge informiert worden, sagte die Sprecherin.

Weltweite Rückrufaktion

Das Veterinäramt des betroffenen Landkreises im Bundesland Hessen habe den Betrieb Wilke Wurstwaren in Twistetal-Berndorf geschlossen, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Die Firma beschäftigt rund 200 Mitarbeitende und exportiert Waren weltweit. Der Landkreis kündigte eine weltweite Rückrufaktion für alle Produkte der Firma mit Ausnahme von Vollkonserven an.

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