- Andy Burnham hat bei einer Nachwahl den Parlamentssitz im englischen Wahlkreis Makerfield gewonnen.
- Der Bürgermeister von Greater Manchester gilt als möglicher Herausforderer von Premierminister Keir Starmer.
- Denn innerhalb der Labour-Partei wächst nach schlechten Wahlergebnissen die Kritik an Starmer.
Der britische Premierminister Keir Starmer gerät nach einer Nachwahl im englischen Wahlkreis Makerfield weiter unter Druck. Dort gewann Andy Burnham den vakanten Parlamentssitz und kehrt damit nach rund zehn Jahren nach Westminster zurück. Als Abgeordneter kann der frühere Bürgermeister von Greater Manchester nun einen neuen Anlauf auf die Führung der Regierungspartei Labour nehmen.
Burnham setzte sich gegen den Kandidaten der rechtspopulistischen Partei Reform UK durch. Er erhielt knapp 10'000 Stimmen mehr als Gegenkandidat Robert Kenyon. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 59 Prozent.
Starmer sieht sich seit Monaten wachsender Kritik aus den eigenen Reihen ausgesetzt. Mehrere Ministerinnen und Minister haben sich von ihm distanziert. Zudem erlitt Labour bei den Kommunal- und Regionalwahlen Anfang Mai empfindliche Verluste. Dennoch schliesst Starmer einen Rücktritt aus und verweist auf den klaren Wahlsieg seiner Partei bei den Unterhauswahlen 2024.
Starmer gratuliert Burnham
Mit erst einmal nur knappen Worten hat Starmer seinem innerparteilichen Rivalen Andy Burnham zum Wahlsieg gratuliert. Die Wähler hätten sich für «Hoffnung und Optimismus» und nicht für «Spaltung und Hass» entschieden, schrieb der kriselnde Premier in einem Beitrag auf der Plattform X.
Für eine Herausforderin oder einen Herausforderer beginnt der Weg an die Parteispitze mit der Unterstützung von 20 Prozent der Labour-Abgeordneten. Derzeit wären dafür 81 Parlamentarierinnen und Parlamentarier nötig. Anschliessend würde eine Urabstimmung unter den Parteimitgliedern und weiteren Wahlberechtigten stattfinden. Neben Burnham wird auch der frühere Gesundheitsminister Wes Streeting als möglicher Kandidat gehandelt.
Führungswahl kann Monate dauern
Ausgelöst wurde die Nachwahl durch den Rücktritt des bisherigen Abgeordneten Josh Simons. Er räumte seinen Sitz nach den enttäuschenden Wahlergebnissen von Labour, um Burnham die Rückkehr ins Parlament zu ermöglichen. Beobachter sehen darin einen gezielten Versuch, einen Führungswechsel an der Parteispitze anzustossen.
Eine mögliche Führungswahl dürfte sich über Wochen oder Monate hinziehen und die Regierungspartei zusätzlich belasten. Davon könnte insbesondere Reform UK profitieren. Parteichef Nigel Farage kritisiert die Regierung seit Monaten scharf und macht keinen Hehl daraus, selbst Premierminister werden zu wollen. Die nächste reguläre Unterhauswahl ist für 2029 vorgesehen.