Zum Inhalt springen

Header

Video
Die internationalen Reaktionen auf den Machtkampf in Caracas
Aus Tagesschau vom 24.01.2019.
abspielen
Inhalt

Machtkampf in Venezuela Die Kontrahenten geben sich gesprächsbereit

  • Angesichts der verfahrenen Lage in Venezuela haben der Staatschef Nicolás Maduro und der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó Dialogbereitschaft signalisiert.
  • Von ihrem Machtanspruch rückten die Kontrahenten allerdings nicht ab.
  • Das Militär steht immer noch zu Maduro.

«Ich bin bereit für einen Dialog, Verhandlungen, ein Abkommen», sagte Maduro am Donnerstag (Ortszeit) im Obersten Gerichtshof. Er betonte jedoch, er sei der legitime Präsident des Landes und wolle bis 2025 regieren.

Amnestie nicht ausgeschlossen

Sein Gegenspieler Guaidó schloss in einem TV-Interview eine Amnestie für Maduro und dessen engste Mitarbeiter nicht aus – sofern der 56-jährige Sozialist freiwillig den Platz räume. «Die Amnestie ist auf dem Tisch. Die Garantien gelten für alle, die bereit sind, sich auf die Seite der Verfassung zu stellen und die verfassungsmässige Ordnung wiederherzustellen», sagte er dem Sender Univision.

Guaidó unterstrich, Amnestie bedeute weder Straflosigkeit noch Vergessen, sondern Gerechtigkeit. Er sprach von einem Dreistufenplan, um die Demokratie in dem südamerikanischen Land wiederherzustellen. Dazu zählten Maduros Abtritt, die Bildung einer Übergangsregierung sowie freie Wahlen. Um dieses Ziel zu erreichen, sei er dialogbereit. Laut Verfassung müsste Guaidó binnen 30 Tagen Neuwahlen ausrufen. Angesichts der verfahrenen Lage sei dies schwierig, liess er erkennen: «Wir leben in einer Diktatur.»

Video
Juan Guaidó schliesst Amnestie auch für Maduro nicht aus
Aus News-Clip vom 25.01.2019.
abspielen

Guaidó rief seine Anhänger für heute Freitag zu einer Kundgebung in dem von der Opposition dominierten Stadtteil Chacao in Caracas auf. Allerdings zeigte er sich auch um seine Sicherheit besorgt. «Es könnte sein, dass sie mich heute festnehmen. Das weiss Venezuela und das weiss die Welt», sagte er in einem Interview.

Vor weiterer Gewalt wird gewarnt

Das mächtige Militär hält noch immer treu zu Maduro. «Die Streitkräfte werden niemals einen Präsidenten akzeptieren, der von dunklen Mächten eingesetzt wird oder sich abseits des Rechts selbst einsetzt», sagte Verteidigungsminister Vladimir Padrino. «Wir erkennen unseren Oberbefehlshaber Nicolás Maduro als legitimen Präsidenten an.»

Angesichts der Pattsituation warnte er vor einer gewalttätigen Lösung des Konflikts. «Ein Bürgerkrieg wird die Probleme Venezuelas nicht lösen», sagte der Verteidigungsminister. Es bedürfe eines Dialogs zwischen der Regierung und der Opposition.

Bisher gut zwei Dutzend Tote

Bei Massenprotesten am Mittwoch war es zu blutigen Auseinandersetzungen gekommen. Die Polizei feuerte Tränengasgranaten und Gummigeschosse in die Menge. Vermummte Demonstranten schleuderten Steine auf die Beamte. Mindestens 26 Menschen seien dabei ums Leben gekommen, teilte die Beobachtungsstelle für soziale Konflikte (OVCS) mit.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Foro Penal wurden seit Anfang der Woche 369 Menschen bei Protesten gegen die Regierung festgenommen. Ihnen werde Terrorismus, Anstachelung zum Hass und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marc Bühler  (Capten Demokratie)
    Wenn der CIA auch vom Schuthdowne in der USA betroffen wäre, hätte es den Putch wohl nicht gegeben. Die meisten Regime chance der Letzten jahre durch die USA endeten im Chaos. Mal schauen was China und Russland Macht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Imber  (Wasserfall)
    Maduro hat es in wenigen Jahren fertig gebracht, das dank des Erdöls relativ gesunde und stabile Land in ein Hungerland mit katastrophalsten Zuständen zu verwandeln. Zudem hat er die Nation in eine Diktatur umgewandelt. Das alles unter dem Mäntelchen eines rein sozialistischen Staates. Die Geschichtelehrt es uns immer wieder - es gibt genau so linke Diktaturen, wie es halt auch rechte Diktaturen gibt. Beide sind genau gleich schlimm und verwerflich.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Georg Benad  (kreanga)
    Liebes SRF,in der Reihe der Unterstützer für Maduro habt ihr ein wichtiges Land vergessen
    nämlich China....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen