Zum Inhalt springen

Header

Audio
Angespannte Lage in Venezuela
Aus HeuteMorgen vom 01.05.2019.
abspielen. Laufzeit 03:58 Minuten.
Inhalt

Machtkampf in Venezuela «Plan der Opposition ist einmal mehr nicht aufgegangen»

In Venezuela ist nach den jüngsten schweren Krawallen vieles unklar und unübersichtlich. In den vergangenen Stunden haben sich sowohl Staatspräsident Nicolas Maduro wie auch Oppositionsführer Juan Guaidó zur Lage geäussert. Maduro erklärte, der Aufstand einiger Soldaten sei gescheitert. Der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó sagte, Maduro werde von der Armee nicht mehr unterstützt. SRF-Korrespondentin Karen Naundorf beobachtet die Lage von Argentinien aus.

Karen Naundorf

Karen Naundorf

Südamerika-Korrespondentin SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Karen Naundorf ist SRF-Korrespondentin in Buenos Aires. Sie hat in Berlin Kommunikation studiert und die Henri-Nannen-Journalistenschule absolviert.

SRF News: Was kann man zur aktuellen Lage sagen?

Karen Naundorf: Die Regierung von Maduro gibt sich siegessicher. Der Aufstand sei niedergeschlagen. Meine Kontakte vor Ort haben mir aber noch vor kurzem von vereinzelten Kämpfen auf den Strassen berichtet, ebenfalls von Demonstranten.

Sämtliche Behauptungen vonseiten der USA hat Maduro abgestritten.

Es ist zumindest kein Zeichen von Stärke, dass sich der politische Ziehvater von Guaidó , Leopoldo López, in die chilenische und dann in die spanische Botschaft zurückgezogen hat, um dort Schutz zu suchen. Gleichzeitig aber existieren bei Whatsapp noch Audios von Oppositionsanhängern, in denen es heisst, der Kampf auf den Strassen sei noch lange nicht vorbei.

Steht das Militär weiterhin mehrheitlich hinter dem Präsidenten Maduro?

Es sieht tatsächlich so aus, als sei der Plan der Opposition, das Militär zu einem Umschwenken zu bewegen, einmal mehr nicht aufgegangen. Guaidó, umgeben von Militärs, hatte am Dienstag begonnen, seinen Anhängern einen Machtwechsel zu vermitteln. Aber was wir derzeit beobachten können ist maximal eine Spaltung des Militärs – was auch ein denkbar schlechtes Szenario wäre.

Maduro hat sich im Staatsfernsehen zu Wort gemeldet. Was hat er gesagt?

Maduro hat eine recht staatstragende Ansprache gehalten; an einem Tisch mit ranghohen Militärs. Es habe einen Aufstand gegeben und dieser sei niedergeschlagen worden. Maduro habe drei Staatsanwälte damit beauftragt, den Ereignissen nachzugehen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Seine Regierung sei an einer friedlichen Lösung interessiert; das könne man auch daran erkennen, dass es kein Blutbad gegeben habe.

Sämtliche Behauptungen vonseiten der USA hat er abgestritten. Damit meine ich etwa das, was Mike Pompeo in den Raum gestellt hatte. Maduro sei dazu bereit gewesen, sich nach Kuba abzusetzen. Ein Flugzeug sei bereit gestanden, so Pompeo weiter. Russland habe jedoch interveniert und Maduro überzeugt, in Venezuela zu bleiben.

Die Lage scheint unübersichtlich zu sein. Was macht Guaidó?

Langsam läuft ihm die Zeit davon. Er muss seine Anhänger weiterhin mobilisieren und sie müssen an ihn glauben.

Für die Demonstranten dürfte der 1. Mai ein gefährlicher Tag werden.

Am 1. Mai sei der grosse Tag. Nichts sei verloren. Aber das fällt vielen immer schwerer zu glauben. Vor allem in einer Situation, in der es in Venezuela an allem fehlt – an Essen und zum Teil an Trinkwasser. Die immer härteren Sanktionen der USA machen das Leben für die Venezolaner nicht leichter.

Wie geht es jetzt weiter?

Für die Demonstranten dürfte der 1. Mai ein gefährlicher Tag werden. Neben der Armee gibt es noch andere bewaffnete Gruppen, etwa die Milizen des sogenannten Kollektivs. Aber Guaidó braucht seine Anhänger auf der Strasse. Denn solange ein internationales Einschreiten keine Option ist, hat er nur zwei Chancen. Entweder das Militär zum Umschwenken zu bewegen, wonach es derzeit nicht aussieht. Oder die Massen auf die Strassen zu bringen, was er am Dienstag nicht erreicht hatte.

Das Gespräch führte Susanne Stöckl.

Video
Karen Naundorf: «Guaidó bleibt nichts anderes übrig als die Flucht nach vorne»
Aus Tagesschau vom 01.05.2019.
abspielen
Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

15 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Janusz Kaltenbacher  (anti_sozialist)
    Einige linke Wirrköpfe scheinen vergessen zu haben, dass Maduro ein demokratisch gewähltes Parlament einfach auflöste und durch eine eigene Versammlung aus Parteifreunden ersetzte. Auch da erfolgte ein Putsch.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ida Fischer  (Ida Fiischer)
    Der Deckmantel einer humanen Intervention um die Venezulaische Bevölkerung zu retten hat nicht funktioniert. Die USA nutzte ihre Wirtschaftssanktionen als Unilaterale Zwangsmassnahme an Stelle einer Invasion. Der boliv. Präsident Evo Morales bekräftigte seine Unterstützung für Nicolás Maduro und verurteilte den Beginn eines Staatsstreichs im südamerikanischen Land. Hoffen wir dass nicht noch eine Invasion durch Söldner der Blackwater stattfindet wie das schon in anderen Ländern passiert ist
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ida Fischer  (Ida Fiischer)
    Boykott ist eine Hungerwaffe die die USA gerne anwendet. Venezuela ist der ÖLREICHSTE Staat. Guaidó war er jahrelang an der Spitze einer gewaltsamen Destabilisierungskampagne mit dem Ziel die Regierung zu untergraben destabilisieren um selbst an die Spitze des Staates zu kommen. Werden Venezolaner wirklich unterstützt wenn ein M. Pompeo J. Bolton M. Pence usw. in Venezuela intervenieren und einen weiteren Regimewechsel durchführen um dann den Führer der ihnen am besten gefällt zu unterstützen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen