Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Macron lanciert Dialog – mit grossem Absturzrisiko abspielen. Laufzeit 00:26 Minuten.
Aus Nachrichten vom 14.01.2019.
Inhalt

Macron will nationalen Dialog Ein ambitiöses Unterfangen mit grossem Absturzrisiko

Die Einladung zum Gespräch schreibt Emmanuel Macron aus der Defensive. Weil er bei der Protestbewegung «Gilets Jaunes» kein Gehör findet, will er mit der ganzen Bevölkerung sprechen. Es geht um den Staat und seine Beziehung zu Bürgern. Es geht um die politischen Entscheidungsstrukturen. Und es geht auch um die Umweltpolitik.

Vor allem aber möchte Frankreichs Präsident die Blockade aufbrechen, in der sich das Land seit dem Herbst befindet.

Alle Fragen willkommen

Dass Macron mit der Debatte einen Befreiungsschlag versucht, ist deutlich. Vieles wirkt improvisiert. Die Spielregeln sind bis zuletzt unklar. Die Regierung will sie erst heute Montag präsentieren – weniger als 24 Stunden, bevor die Diskussion beginnen soll. Auch die unabhängigen Persönlichkeiten sind noch nicht bestimmt, die die Debatte begleiten sollen. Sie sollen den Verdacht entkräften, dass hinter den Kulissen alle Entscheidungen bereits gefallen sind.

In seinem Brief stellt Emmanuel Macron 35 konkrete Fragen, auf die er gerne Antworten aus der Debatte hätte. Er sei auch für weitere Themen offen. Alle Fragen seien zulässig. Ausser nach der Wiedereinführung der Vermögenssteuer und der Abschaffung des Asylrechts.

Opposition will keinen Dialog

Aber auch mit diesen roten Linien riskiert Emmanuel Macron, dass am Ende der Debatte ein Grossteil der Teilnehmer ihren Gesprächsbeitrag nicht mehr in den Schlussfolgerungen der Debatte wiederfinden. Und sich so bestätigt sehen im Misstrauen gegen die Bereitschaft der Regierung zu einem offenen Dialog.

Dies gilt auch für die Mitglieder der Protestbewegung und jener Oppositionsparteien, die sich dem Dialog verweigern wollen. Sie sehen ihn sowieso nur als Versuch der Regierung, Zeit zu gewinnen und den Protest zu schwächen.

Das sind schlechte Voraussetzungen dafür, dass der nationale Dialog gelingt. Das Risiko ist gross, dass Frankreich den neuen Gesellschaftsvertrag verpasst und sich noch tiefer in der politischen Blockade wiederfindet.

Daniel Voll

Daniel Voll

Frankreich-Korrespondent, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Daniel Voll arbeitete zunächst als Wirtschaftsredaktor, EU-Korrespondent und Auslandredaktor für SRF. Seit dem 1. August 2018 ist er als Frankreich-Korrespondent für Radio SRF in Paris tätig.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

28 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Einen neuen Gesellschaftsvertrag? Steht dort dann klar drin, dass wir nur noch die Rolle von Konsumenten, Wirtschaftsdronen und Arbeitsressourcen haben und ansonsten in Sozialfragen, Rente, Versicherungs-, Arbeitnehmerschutz leider den Interessen der reichsten 20% zu dienen hätten? Das wäre wenigstens transparent. Und: In der Schweiz würde so ein Vertrag bejubelt und angenommen...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Paul Schoenenberger  (Beaumont)
    Der grosse Betrug liegt darin dass niemand die Wahrheit spricht. Die ist eben so erschreckend dass es niemeand wagt. Eine neue Studie zeigt dass die Gesamtverschuldung aller Laender weltweit heute 184000 Milliarden Dollar ausmacht. Das sind 225% der Wirtschaftsleistung. Die Notleidenden unseres Schuldensystems fordern mehr Geld und glauben dass das Geld vorhanden ist. Bei der Bereinigung des Schuldenberges werden alle Hemd und Hose verlieren.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Macron ist bald dort wo ich ihn schon von Anfang an gesehen habe. Die Diskrepanz zwischen den Erwartungen und der Wirklichkeit kann nur den Medien in die Schuhe geschoben werden. Macron ist eine Medienblase, gesteuert von der Wirtschaft, welche den Leuten nach wie vor das ewige Wirtschaftswachstum und andere Wunder verkaufen will. Solange die Medien derart von der Wirtschaft abhängig sind und auch nicht die richtigen Fragen stellen können und dürfen, befinden wir uns in einer Blase.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen