Zum Inhalt springen

Header

Audio
Manipulierbare Dopingkontroll-Fläschchen aus der Schweiz?
Aus Echo der Zeit vom 30.01.2018.
abspielen. Laufzeit 04:12 Minuten.
Inhalt

Manipulationen bleiben einfach Was die Schweiz mit dem neusten Doping-Skandal zu tun hat

Ein internationales Team rund um die deutsche ARD und das Schweizer Online-Magazin «Republik» hat aufgedeckt, dass sich Doping-Proben leicht manipulieren lassen – obwohl bereits nach den Doping-Skandalen von 2014 Besserung versprochen wurde. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.

Wie können die Proben manipuliert werden?

Dem Recherche-Team ist es gelungen, Urin-Behälter mit einem Glasschneider zu öffnen und so den Deckel der Flasche herauszuschrauben. Dieser speziell konstruierte Deckel dient eigentlich zur Versiegelung der Urinproben und sollte durch das Öffnen zerstört werden. Wenn er auf eine neue Flasche geschraubt wird, können Labore die Proben schlecht oder gar nicht voneinander unterscheiden. Zudem gelang es den Journalisten, eine geschützte Etikette und ein Fläschchen zu kopieren – auch das sollte eigentlich nicht möglich sein – und sogar einige Fläschchen zu öffnen, ohne dass der Deckel beschädigt wurde.

Gab es das schon einmal?

Ja. Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi wurden Fläschchen von russischen Athleten geöffnet und der enthaltene Urin ausgetauscht. Danach versprach der Hersteller Verbesserungen.

Was hat die Schweiz damit zu tun?

Hergestellt werden diese Flaschen vom Toggenburger Unternehmen Berlinger. Dieses hatte nach dem Skandal in Sotschi eine neue, verbesserte Flaschen-Serie versprochen. Offenbar erfüllen diese die Anforderungen aber auch nicht. Berlinger verweist darauf, dass nicht klar sei, ob die Flaschen richtig verschlossen waren. Die Journalisten geben aber an, streng nach Anweisung gehandelt zu haben.

Das Bereg-Kit Geneva des Schweizer Herstellers Berlinger.
Legende: Offenbar nicht so sicher, wie es sein sollte: Doping-Test-Kit eines Schweizer Herstellers. Berlinger

Wie reagiert Berlinger auf die Vorwürfe?

Sprecher Hans Klaus sagt zu Radio SRF: «Diese Vorwürfe sind nicht alle nachvollziehbar für uns. Wir werden ihnen aber grosse Aufmerksamkeit schenken. Wir werden versuchen herauszufinden, wie die Testmethoden waren.» Zudem prüfe man ein neues Produkt, das noch vor den Olympischen Winterspielen in Umlauf gebracht werden soll.

Welche Auswirkungen hat das?

Die Glaubwürdigkeit der Athleten steht auf dem Spiel. Laut ARD können die Doping-Tests vor Gericht angefochten werden, wenn die Versiegelung der Fläschchen fehlerhaft ist. Die Welt-Antidoping-Agentur WADA will die Behälter überprüfen. Matthias Kamber von Antidoping Schweiz geht noch einen Schritt weiter: Er fordert, dass die Kontrollprozesse verstärkt werden und die Proben nie unbeaufsichtigt sein dürfen.

Wir untersuchen die Sicherheitsprobleme der Fläschchen, schreibt die Wada.

«Echo der Zeit»

Box aufklappenBox zuklappen
Logo-Schriftzug der Sendung «Echo der Zeit»

Den Radiobeitrag zu diesem Artikel hören Sie heute Abend im «Echo der Zeit» um 18 Uhr auf SRF 1, um 19 Uhr auf SRF 2 und auch auf SRF 4 News.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Wo auch immer der Mensch die Finger im Spiel hat - wird es krumme Dinge geben - da können wir die Flaschen mit elektronischem Deckeln versehen - nichts ist absolut sicher.
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Weshalb erstaunt es auch bei diesem traurigen "Fall" nicht, dass eine Schweizer Firma aus egoistischer Profitgier, mitmischt...
    1. Antwort von Alain Terrieur  (Imhof)
      Ja, genau! Das Bankgeheinis im Gegensatz, ist die stillste "ART" dafür!
    2. Antwort von E. Waeden  (E. W.)
      "Was die Schweiz mit dem neusten Dopingskandal zu tun hat": Nichts, bis auf die Herstellung von Fläschchen für Dopingproben, welche dann findige Dopingsünder "knacken" konnten. Wer bescheissen will, findet immer Mittel & Wege es zu tun. Fazit also ist, dass keine Schweizer Firma aus egoistischer Profitgier mitgemischt hat.
  • Kommentar von Esther Siefert  (E.S. (parteilos))
    Mich würde interessieren, aus wem dieses "Expertenteam" bestanden hat und wie offenbar Krethi und Plethi so mir-nichts-dir-nichts an solche Proben herankommen...