- Bei einem Massengedränge während einer politischen Grossveranstaltung sind im Süden Indiens mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen.
- Zehntausende Menschen hatten sich in der Stadt Karur versammelt, um eine Rede des in der Region populären Schauspielers und Politikers Joseph Vijay Chandrasekhar (Vijay) anzuhören.
- Unter den Toten befänden sich auch acht Kinder, berichtete regionale Medien unter Berufung auf den Gesundheitsminister im Bundesstaat Tamil Nadu, Ma. Subramanian.
- Fast 100 Menschen seien bei dem Unglück verletzt worden, meldete der indische Sender NDTV unter Berufung auf die Polizei.
Indiens Ministerpräsident Narendra Modi schrieb auf X von einem Unglücksfall, der ihn tieftraurig mache. Die Katastrophe rief im bevölkerungsreichsten Land der Erde grosses Entsetzen hervor.
Augenzeugen berichteten laut der «Hindustan Times», dass bei der Veranstaltung am Abend Chaos ausgebrochen sei, als sich immer mehr Menschen in Richtung der Rednertribüne auf dem Dach eines Busses gedrängt hätten. Viele Anhänger des überaus populären Schauspielers und Politikers Joseph Vijay Chandrasekhar (Vijay) versuchten durch die Menschenmassen hindurch in die Nähe des Busses zu kommen, auf dem er redete.
Als einige Menschen stolperten, entstand eine Massenpanik. Die Menschen hätten zuvor stundenlang bei heissen Temperaturen auf Vijays Auftritt gewartet. Vijay habe seine Rede unterbrochen, als er auf das Chaos aufmerksam geworden sei.
Versammelt hatten sich mehrere zehntausend Menschen in der Stadt Karur. Die Zahl von etwa 30’000 Zuschauern übertraf demnach bei weitem die von den Veranstaltern erwartete Zahl.
Stunden nach dem Unfall sprach Vijay sein Beileid aus. «Mein Herz ist erschüttert», schrieb er auf X. Auch der indische Premierminister Narendra Modi teilte auf X mit, der «unglückliche Vorfall» sei «zutiefst traurig».
Ermittlungen aufgenommen – kein Einzelfall
Der Bundesstaat ernannte einen ehemaligen Richter des Obergerichts in Chennai, um die Hintergründe des Unglücks zu untersuchen. Die Behörden warfen der TVK vor, sich nicht an die Sicherheitsvorgaben für eine politische Grossveranstaltung gehalten zu haben – was die Partei zurückwies. Die Stadt Karur habe gegen drei hochrangige Parteifunktionäre Anzeige erstattet, berichtete die Zeitung «The Hindu». Ihnen werde unter anderem fahrlässige Tötung vorgeworfen.
Bei grossen religiösen Festen oder anderen grösseren Veranstaltungen kommt es in Indien immer wieder zu Unfällen. Bei einer Massenpanik während des weltweit grössten Pilgerfests, Maha Kumbh Mela, waren im Januar in der nordindischen Stadt Prayagraj mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen.