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Mehr Geld – mehr Turniere «Es geht nicht mehr um den Sport»

Legende: Video Immer mehr Fussballturniere abspielen. Laufzeit 02:24 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.09.2018.
  • Die Nations League hat diese Woche begonnen. Diese ist für die 55 europäischen Fussball-Nationen durchaus lukrativ.
  • Sie ersetzt die bisherigen Testspiele und die UEFA schüttet dabei seinen Mitgliedern über 76 Millionen Euro aus.
  • Das Format ist aber nur ein neuer Wettbewerb, weitere sollen folgen, wo es ebenfalls um viel Geld geht.
  • Die Ökonomisierung des Fussballs - wie gut tut die Ökonomisierung des Fussballs dem Sport?

Schluss mit Langeweile, die Nations League ersetzt weitgehend die unbeliebten Testspiele. Dazu erhält der Schweizer Verband 1,5 Millionen Euro. Kein Wunder gibt es kaum Widerstand gegen das neue Format.

Bereits denkt die FIFA über eine weltweite Nations League nach. Zudem soll die Klub-WM von bisher 7 auf 24 Teams vergrössert werden. Eine Investorengruppe bietet für die beiden neuen Formate über 20 Milliarden Dollar.

Die geschröpften Fans tragen Mitschuld

Die Jagd nach den Millionen rücke den Fussball mit seiner gesellschaftlichen Aufgabe in den Hintergrund, sagt Wirtschaftsethiker und Fussball-Fan Thomas Beschorner. «Das Problem was ich dabei sehe, dass wir das Augenmerk doch arg auf den schnöden Mammon richten und eigentlich die zentrale Aufgabe und Funktion von Fussball, nämlich als etwas das auch gesellschaftlich integriert letztlich aus dem Blick verlieren.» Es gehe nicht mehr um den Sport, es gehe nicht mehr um Gesellschaft, es gehe eigentlich um den Kommerz.

Englischer Spieler jubelt über ein Tor.
Legende: Die Nations League: Zunächst nur in Europa, bald weltweit? Keystone

Dazu tragen auch die Fans bei, die teure Tickets und Merchandising-Artikel kaufen. Und die reichen Stars bewundern: «Wir lassen uns einfangen vom Glamour von den grossen Nationen, der grossen Spiele der grossen Clubs, der grossen Superstars, wenn wir ehrlich sind möchte von uns niemand ein Champions League Endspiel sehen vom FC Kopenhagen gegen Slavia Prag. Nein da sollen die grossen Mannschaften spielen.»

Darum schlägt der Wirtschafts-Ethiker vor, dass bei einem Millionen-Transfer wie bei Neymar der Verein dieselbe Summe in einen Nachwuchsfonds zahlen solle. Zugunsten der kleinen Clubs. Sonst bleibe es wie bisher: «Heutzutage durch die starke Ökonomisierung gilt leider eins: Geld schiesst Tore!»

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16 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Die übersättigte Gesellschaft benötigt immer noch mehr ausgefallenen Sport , das Wichtigste dabei ist viel Geld . Wenn bei einem Sport egal wie er sich nennt, Siegerprämien von Millionen anstehen , dann kann man Tausende in die Arena locken. Dort wo es um einen bald vergessenen Titel geht ( Als Beispiel Weltklasse -Turnen-eines der elegantesten und techn. schwierigsten Sportarten der Welt ) bringt man gerade mal eine Halle mit max. 2000 Leuten voll. Die Siegerprämien sind äusserst bescheiden .
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser (jeani)
    Seien wir doch ehrlich! Im Sport heute geht es "ausschliesslich um Geld, sogar um viel Geld" ! Der Erfolg und Ruhm ist nur noch "sekundär"!
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    1. Antwort von Mattias Derungs (Mattias Cristian Derungs)
      Dies trifft in aller erster Linie auf den Fussball zu. In anderen Sportarten wie z.B. Tennis können nur die allerbesten Spieler der Welt wirklich davon leben. In sog. Rand- oder Nischensportarten kann man in der Regel gar nicht ohne zusätzliche Erwerbsttätigkeit (Hauptberuflich oder Nebenjob) überleben. Da hat der sportliche Gedanke und die Leidenschaft für den Sport immer noch eine übergeordnete Rolle. Wenn nur noch das Geld regiert, macht dies kurz- bis mittelfristig die Sportart kaputt!!!
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  • Kommentar von Wendy Müller (WendyElizabeth)
    Im Fussball geht es schon seit Jahren nur noch um das liebe Geld. Man sieht das alleine schon an den Transfersummen die für Spieler bezahlt werden. Schaut euch lieber Rugby an. Bei dem geht es alleine um den schönen Sport und Frauen wie Männer spielen nach den gleichen regeln. Bei diesem Sport ist es auch egal ob man Schwul, Trans oder sonst was ist. Nicht so wie im Fussball. Die meisten haben ja Angst sich zu outen.
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    1. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Die Menschen werten über sexuelle -und geschlechtliche Orientierung, nicht die Sportart. Freut mich, dass Sie für sich eine Sportart gefunden haben, welche Ihnen gefällt aber die rosa Brille können Sie ablegen.
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    2. Antwort von Wendy Müller (WendyElizabeth)
      Ist doch aber so. Im Fussball darf man nicht Trans oder Schwul sein. Man würde von der Mannschaft vermutlich gemobbt werden bis man geht. Und im Profisport würde man vielleicht auch von einigen Fans gelyncht werden. Im Rugby gibt es viele offene Schwule oder Transmenschen und allem ist das egal. Im Fussball ist das noch ein no go. Und ich habe keine Rosa brille an. Bin selbst Trans, und spiele Rugby bei den Frauen.
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    3. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Israel Folau scheint diese Offenheit nicht zu teilen Und manche Kommentare in den sozialen Netzwerken zeigen, dass auch die Fans nicht alle für diese Offenheit sind. Womit wir wieder bei der Kernaussage meines ersten Postings wären.
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