- In der albanischen Hauptstadt Tirana ist es bei Protesten gegen die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama zu Ausschreitungen gekommen.
- Die Demonstrierenden bewarfen die Polizei mit Brandsätzen und Steinen.
Später versuchten sie, auf dem Weg zum Parlament Absperrungen zu durchbrechen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Nach Angaben der Polizei wurden mindestens zehn Polizisten leicht verletzt. Laut Oppositionsführer Sali Berisha wurden 25 Demonstranten festgenommen.
-
Bild 1 von 4. In Tirana ist es bei Protesten gegen die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama zu Ausschreitungen gekommen. Bildquelle: Keystone/Hameraldi Agolli.
-
Bild 2 von 4. Die Demonstrierenden bewarfen die Polizei mit Brandsätzen und Steinen. Bildquelle: Keystone/MALTON DIBRA.
-
Bild 3 von 4. Die Demonstranten wollen die Regierung von Edi Rama stürzen. Bildquelle: Keystone/MALTON DIBRA.
-
Bild 4 von 4. Oppositionsführer Sali Berisha hatte zu den Protesten aufgerufen. Bildquelle: Keystone/MALTON DIBRA.
Vor den Krawallen hatte Berisha von der rechtsgerichteten Demokratischen Partei in einer Rede dazu aufgerufen, die Regierung von Edi Rama zu stürzen. Stattdessen soll eine Experten-Regierung eingesetzt werden. Diese soll Neuwahlen vorbereiten.
«Es ist der letzte Kilometer vor dem Ende des Regimes von Edi Rama», erklärte er seinen Anhängern nach der Demonstration vor dem Sitz seiner Partei und versprach, den Kampf fortzusetzen.
Gegenseitige Korruptionsvorwürfe
Berishas Demokratische Partei und Ramas Sozialistische Partei werfen sich gegenseitig Korruption vor. Im November suspendierte ein Anti-Korruptionsgericht die stellvertretende Premierministerin, eine enge Verbündete von Rama, wegen ihrer mutmasslichen Rolle in einem Korruptionsfall im Zusammenhang mit öffentlichen Aufträgen.
Belinda Balluku, die auch Ministerin für Infrastruktur und Energie ist, wies die Vorwürfe zurück, während der Premierminister ihre Suspendierung als «brutalen Eingriff in die Unabhängigkeit der Exekutive» bezeichnete.
Das albanische Verfassungsgericht, das von der Regierung angerufen wurde, hat Balluku im Dezember bis zu einer endgültigen Entscheidung vorübergehend wieder in ihr Amt eingesetzt.
Ein parlamentarischer Ausschuss wird am Mittwoch einen Antrag der Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft prüfen, ihre Immunität aufzuheben, was ihre Verhaftung ermöglichen würde.