- In der norditalienischen Stadt Modena ist ein Mann mit einem Auto in eine Menschenmenge gerast.
- Acht Menschen wurden verletzt, vier von ihnen schwer.
- Der Vorfall ereignete sich im Zentrum von Modena.
- Die Hintergründe des Vorfalls sind bisher unklar.
Der Wagen raste in eine Strasse in der Altstadt. Dort fuhr der Wagen nach den Worten von Bürgermeister Massimo Mezzetti mit hoher Geschwindigkeit gezielt auf den Fussgängerweg und erfasste eine Gruppe von Passanten. Der Fahrer versuchte danach zu fliehen und verliess das Auto mit einem Messer in der Hand, berichteten mehrere Augenzeugen.
Mehrere Passanten verfolgten den Mann und konnten ihn daraufhin überwältigen. «Sie haben grossen Mut gezeigt, ihnen gilt mein Dank», sagte Bürgermeister Mezzetti.
30-Jähriger mit offenbar psychischen Problemen
Bei dem Mann handelt es sich Medienberichten zufolge um einen etwa 30-Jährigen. Laut italienischen Medien wurde er in der norditalienischen Stadt Bergamo geboren und wuchs in der Provinz Modena auf. Er soll einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften haben und nicht vorbestraft sein. Aussenminister Antonio Tajani schrieb, er habe marokkanische Wurzeln.
Die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldet, der mutmassliche Täter soll psychische Probleme haben. Bestätigte Angaben dazu gibt es aber noch nicht. Die Nachrichtenagentur Adnkronos meldete, er sei in der Vergangenheit psychiatrisch behandelt worden.
Der Mann wurde festgenommen und von der Polizei befragt. Ob es sich um einen Anschlag handle, dazu könne man noch nichts sagen, so Stadtpräsident Mazzetti zum Sender RAI. Die Einsatzkräfte müssten nun ihre Arbeit machen. Die Wohnung des Mannes wurde Medienberichten zufolge durchsucht.
Menschen flogen regelrecht durch die Luft
Auf Aufnahmen von Sicherheitskameras in der Gegend war zu sehen, wie der Kleinwagen mehrere Menschen erfasst hat und wie diese regelrecht durch die Luft geschleudert werden. Eine Frau sei am Ende gegen ein Schaufenster gedrückt worden und habe beide Beine amputiert bekommen, berichteten Medien übereinstimmend. An dem Schaufenster endete die Fahrt des Mannes.
Die Verletzten – unter anderem eine Deutsche und eine Polin – werden nach Angaben der Behörden in Spitäler in Modena sowie in Bologna behandelt. Mezzetti sagte, alle Angehörigen der Verletzten seien bereits informiert worden, einige seien schon vor Ort.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete den Vorfall als «sehr schwerwiegend». In den sozialen Medien sprach sie den Verletzten und ihren Familien ihre Anteilnahme aus und bedankte sich bei den Bürgern, die den Mann stoppten. Der Mann müsse nun zur Rechenschaft gezogen werden.