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Mehrere Zugunfälle in Spanien So steht es um die Sicherheit in Spaniens Zugnetz

In Spanien sind Lokführerinnen und Lokführer verunsichert – nach vier Zugunfällen mit Dutzenden Toten und Verletzten innert einer Woche. Ihre Gewerkschaft fordert, dass die Sicherheit im spanischen Bahnnetz verbessert wird. In welchem Zustand das spanische Schienennetz und wie der Stand der Erklärungen ist, erklärt der freie Journalist Markus Böhnisch.

Markus Böhnisch

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Markus Böhnisch studierte Journalistik und Wirtschaftspolitik und arbeitet als freier Journalist.

SRF: Was weiss man zum Zusammenstoss zweier Hochgeschwindigkeitszüge bei Adamuz?

Bisher sind verschiedene Indizien bekannt: Es gibt eine gebrochene Schiene, es gibt kleine Beschädigungen an den vorderen Rädern des Unglückszuges. Und kurz vor dem Unglück war ein anderer Zug ohne Probleme über diese Stelle gefahren. Welche Ursache hinter dem Unglück steckt, ist nach wie vor unklar. Man muss die Untersuchung der Schienen erst abwarten.

Vier Zugunfälle innert Tagen

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Begonnen hat die Unfallserie in Spanien am Sonntag. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge sind nahe der Ortschaft Adamuz in der Provinz Córdoba zusammengestossen. Mindestens 43 Menschen starben.

Am Dienstag gab es zwei weitere Unfälle. Das eine Mal wegen eines Erdrutsches. Beim zweiten Unfall fiel nahe Gelida östlich von Barcelona während eines heftigen Sturms eine Stützmauer auf Gleise. Ein Zug entgleiste. Bei diesem Unfall ist ein Lokführer ums Leben gekommen. 37 Passagiere wurden laut Rettungsdienst verletzt.

Heute Donnerstag dann der vierte Vorfall innerhalb einer Woche. Ein Nahverkehrszug stiess mit einem Baukran zusammen. Der Arm des Krans sei auf das Gleis geragt, schreibt der spanische Transportminister. Einige Personen wurden leicht verletzt. Der Unfall ereignete sich in Cartagena im Südosten des Landes.

Die Lokführer haben einen Streik im Februar angekündigt. Warum?

Die Bediensteten sehen im Hintergrund mangelnde Investitionen und eine mangelnde Kontrolle. Sie nehmen die Unfälle nun zum Anlass, um mit einem Streik auf die Defizite aufmerksam zu machen.

Experten hegen den Verdacht, dass der Netzbetreiber das Geld nicht effizient in den Unterhalt und die Wartung der Strecken investiert hat.

Die Lokführergesellschaft fordert mehr Geld für die Wartung der Schienen – wie steht es um das spanische Schienennetz?

Die Gewerkschaften klagen darüber, dass die Wartung des grössten europäischen Hoch­geschwindigkeits­netzes, das Spanien hat, zu kurz käme. An den reinen Zahlen kann es nicht liegen: Spanien gibt pro Kilometer ähnlich viel aus wie andere europäische Länder. Die Summen sind in den letzten Jahren mit dem gestiegenen Nutzen der Verbindungen tatsächlich gestiegen. Experten hegen nun den Verdacht, dass der Netzbetreiber das Geld nicht effizient in den Unterhalt und die Wartung der Strecken investiert hat.

Zwei Hochgeschwindigkeitszüge am Bahnhof nebeneinander auf Gleisen.
Legende: Das Hochgeschwindigkeitsnetz in Spanien ist und bleibt ein Symbol des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufstiegs, sagt der freie Journalist Markus Böhnisch. REUTERS/Jon Nazca

Welche Probleme zeigen sich bei der Wartung?

Es gab am Dienstag und auch Mittwoch nochmals Vorfälle auf der Hoch­geschwindig­keits­strecke zwischen Madrid und Barcelona. Die Züge mussten die Geschwindigkeit reduzieren. Lokführer hatten Unebenheiten beim Befahren der Gleise gemeldet. Bekannt ist nun, dass es in der Vergangenheit schon einmal auch auf anderen Strecken Vibrationen gegeben hat. Wenn Hochgeschwindigkeitszüge mit 250 oder 300 Stundenkilometern darüber rauschen, können solche Unebenheiten sehr ernst werden. Die Regionalzüge in Katalonien sind zudem seit Jahren sehr störanfällig. Es kommt immer wieder zu Ausfällen. Seit Jahren steht die Klage im Raum, dass die staatlichen Betreiber von Netz und Zügen viel zu wenig in das Netz und in die Züge investiert haben.

Man hört auch die Kritik, es sei zu viel los auf Spaniens Schienen?

Es gibt auf den Hoch­geschwindig­keits­netzen einen Wettbewerb mit zwei Konkurrenten, die für mehr Fahrten auf den Strecken gesorgt haben. Die Gewerkschaften geben den neuen Playern keine direkte Schuld an der Lage – es ist vielmehr erneut die Forderung an den Netzbetreiber, der höheren Belastung endlich Rechnung zu tragen, indem die Strecken besser kontrolliert und gewartet werden. Aber wir müssen tatsächlich warten, welche Ursache hinter dieser Entgleisung steht.

SRF 4 News, 22.01.2026, 16:25 Uhr ; 

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