Das ist passiert: Ein schweres Zugunglück ereignete sich am Sonntagabend in der Nähe von Adamuz in der andalusischen Provinz Córdoba. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge entgleisten, wobei nach Angaben der Regionalregierung Andalusiens 45 Menschen ums Leben kamen und mehr als 120 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden.
Der Unfallhergang: Ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Trenitalia mit über 300 Menschen an Bord entgleiste gegen 19:40 Uhr auf dem Weg von Málaga nach Madrid und geriet auf das benachbarte Gleis. Ein entgegenkommender Hochgeschwindigkeitszug der spanischen Gesellschaft Renfe, der mit rund 200 Passagieren von Madrid nach Huelva fuhr, entgleiste daraufhin ebenfalls. «Der Aufprall war so heftig, dass die beiden vorderen Wagen des Renfe-Zuges infolgedessen aus den Gleisen geschleudert wurden», sagte Verkehrsminister Óscar Puente. Diese Waggons stürzten eine vier Meter hohe Böschung hinunter und wurden weitgehend zerstört.
Opferzahlen und Rettungseinsatz: Der Iryo-Zug hatte über 300 Passagiere an Bord, der Renfe-Zug rund 200. Insgesamt wurden mindestens 45 Todesopfer bestätigt. Die Behörden befürchten aber, dass die Zahl noch steigen könnte. Angaben zur Zahl der Verletzten variierten. Während die Polizei nach dem Unfall von mehr als 170 gesprochen hatte, berichtete der staatliche TV-Sender später von 122 Verletzten.
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Bild 1 von 4. Beim schweren Eisenbahnunglück in Spanien sind zwei Hochgeschwindigkeitszüge entgleist. Bildquelle: Keystone / JORGE ZAPATA.
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Bild 2 von 4. Die Rettungsarbeiten dauerten die ganze Nacht an, da befürchtet wurde, dass sich noch weitere Opfer in den Trümmern befinden. Bildquelle: REUTERS/Leonardo Benassatto .
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Bild 3 von 4. Die Ursache des schweren Unglücks ist bislang unklar und gibt Rätsel auf. Bildquelle: REUTERS/Alex Gallegos .
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Bild 4 von 4. Viele Menschen in der 4000-Einwohner-Gemeinde Adamuz zeigten sich solidarisch und brachten Decken, Arznei- und Lebensmittel ins Gemeindezentrum. Bildquelle: REUTERS/Alex Gallegos.
Schwierige Identifizierung: Die Identifizierung der Opfer gestaltete sich schwierig. Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska sagte am Montagabend, es seien bis dahin sieben Todesopfer identifiziert worden. Die Behörden baten Familien um DNA-Proben, um die Identifikation zu beschleunigen. Im Fernsehen beklagten Angehörige mangelnde und nur schleppende Informationen über das Schicksal von Vermissten.
Defekte Schienen als mögliche Ursache: Die staatliche Untersuchungskommission für Eisenbahnunfälle Ciaf betonte in ihrem vorläufigen Bericht, es seien Kerben an den Laufflächen der Räder des Iryo-Zuges festgestellt worden. Diese Kerben und die beobachtete Verformung der Schienen deuteten darauf hin, dass eine Schiene bereits gebrochen gewesen sei, bevor der Iryo-Zug darüberfuhr und entgleiste, heisst es in dem vom Verkehrsministerium veröffentlichten Bericht. Ähnliche Kerben seien auch an den Rädern von drei anderen Zügen gefunden worden, die kurz zuvor diesen Streckenabschnitt passiert hätten. Schienenproben würden nun an ein metallografisches Labor geschickt, um die möglichen Ursachen für den Bruch zu ermitteln. Aber auch andere Hypothesen zur Unfallursache würden weiterhin nicht ausgeschlossen, betonte die Kommission.
Unebenheiten in Schienen waren bekannt: Der spanische Schienennetzbetreiber Adif drosselte die Höchstgeschwindigkeit für Züge auf einem Teilstück der wichtigsten Verbindung des Landes zwischen Madrid und Barcelona auf 160 Kilometer pro Stunde. Zugführer hätten von Unebenheiten in den Schienen berichtet, die nun in der kommenden Nacht untersucht werden sollten, teilte Adif mit.
Mehrere von Medien befragte Experten zeigten sich erstaunt. Das Sicherheitssystem hätte einen solchen Unfall eigentlich verhindern müssen, ohne dass der Lokführer eingreift, meinte etwa Ingenieur Jorge Trigueros. Die italienische Betreiberin Iryo teilte ausserdem mit, ihr Zug sei vor vier Tagen letztmals gewartet worden.