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Migranten-Karawane Nur wenige nehmen das Hilfsangebot Mexikos an

Legende: Audio Mexiko: Viele Flüchtlinge wollen in die USA abspielen. Laufzeit 19:17 Minuten.
19:17 min, aus 4x4 Podcast vom 23.10.2018.
  • Den Teilnehmern der sogenannten Migranten-Karawane in Richtung USA hat Mexikos Präsident Hilfe und Unterstützung angeboten.
  • Sie sollen Zugang zur Gesundheitsversorgung erhalten, ihre Kinder zur Schule schicken und arbeiten dürfen.
  • Bisher wollen laut den Behörden nur etwa 1700 Migranten das Angebot annehmen.
  • Gemäss einem Bericht der «New York Times» will US-Präsident Trump am kommenden Dienstag darlegen, welche Abwehrmassnahmen er gegen den Migranten-Zustrom treffen will. Das wäre genau eine Woche vor den wichtigen Kongresswahlen.

Die Regierung Mexikos hat der sogenannten Migranten-Karawane auf dem Weg in Richtung der USA Unterstützung angeboten. «Wir wollen, dass du und alle Migranten sich sicher und geschützt fühlen», sagte Präsident Enrique Peña Nieto am Freitag in einem an die Migranten gerichteten Video.

Video-Botschaft von Mexikos Präsident

Die Mittelamerikaner sollen Zugang zur Gesundheitsversorgung erhalten, ihre Kinder zur Schule schicken und arbeiten dürfen. Voraussetzung ist, dass sie in den südlichen Bundesstaaten Chiapas und Oaxaca bleiben und einen Antrag auf legale Einreise oder ein Asylgesuch stellen.

Präsident Nieto rief die Mitglieder der sogenannten Migranten-Karawane auf, die am Freitag die Stadt Arriaga im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas erreichte, sich zu registrieren und um einen Aufenthaltstitel zu bemühen. «Dieses Programm richtet sich nur an jene, die sich an die mexikanischen Gesetze halten», sagte er.

Migranten wollen weiteren Dialog

Die Migranten in Arriaga wiesen das Angebot zurück, wie mexikanische Medien berichteten. Demnach wollen viele nicht in Mexiko bleiben. Der Plan des Präsidenten kranke zudem daran, dass die Migranten auf Chiapas und Oaxaca beschränkt seien. Die Migranten wollen weiteren Dialog mit Peña Nieto und seinem Amtsnachfolger Andrés Manuel López Obarador.

Rede von Trump angekündigt

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Mehrfach hatte US-Präsident Donald Trump betont, dass die auf dem Weg befindlichen Flüchtlinge keine Chance auf eine Einreise in die Vereinigten Staaten hätten. Notfalls solle das Militär sie an der Grenze stoppen.

Verteidigungsminister James Mattis bewilligte am Freitag Unterstützung für den Grenzschutz. Dabei geht es nach Angaben des Pentagons um logistische Hilfe wie dem Errichten von Zäunen oder dem Transport von Grenzschützern. Unklar blieb zunächst, wie viele zusätzliche Soldaten dafür an die Grenze zu Mexiko geschickt werden sollen. Eine Sprecherin des Ministeriums wollte sich dazu nicht äussern.

Derzeit befinden sich bereits 2100 Mitglieder der Nationalgarde an der Grenze, die ebenfalls logistische Unterstützung für die Grenzschützer leisten.

Trump hat die Migranten immer wieder zum Thema im Wahlkampf vor den Kongresswahlen gemacht und die Lage stark überzeichnet. Er sprach von einem «Angriff auf unser Land». Zuletzt behauptete er ausserdem, unter den Migranten seien auch Menschen aus dem Nahen Osten und insinuierte damit unlautere Motive für deren Marsch in Richtung USA. Belege dafür lieferte er nicht.

Berichten zufolge erwägt der US-Präsident, wegen der Gruppe von Migranten einen «nationalen Notstand» zu erklären und ihnen Asyl zu verweigern. Es ist nicht klar, ob das mit amerikanischem oder internationalem Recht vereinbar wäre.

Die «New York Times» berichtete, Trump wolle seine Pläne am kommenden Dienstag in einer Rede darlegen. Das wäre genau eine Woche vor den wichtigen Kongresswahlen.

Derzeit marschieren Tausende Menschen aus Honduras, El Salvador und Guatemala durch Mexiko in Richtung USA. Die Menschen fliehen vor der Gewalt durch Jugendbanden und der schlechten wirtschaftlichen Lage in der Region. US-Präsident Donald Trump hat bereits angekündigt, sie nicht ins Land lassen zu wollen.

100 kehrten nach Honduras zurück

Völlig unklar ist derzeit aber, ob und wann die Migranten an die US-Grenze gelangen könnten. Vom Süden Mexikos bis dorthin sind es je nach Route zwischen 2000 und 4000 Kilometer. Am Donnerstag kehrten 100 Marschierende nach Honduras zurück.

Die mexikanische Polizei hatte im Süden des Landes Dutzende Migranten in Gewahrsam genommen. Sie hätten illegal den Grenzfluss Suchiate zwischen Guatemala und Mexiko überquert, teilten die Behörden mit.

Laut offiziellen Angaben wurden sie zu einem Büro der Einwanderungsbehörde in der Stadt Tapachula gebracht, wo sie Asylanträge stellen könnten.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Benedikt Walchli (Benedikt Walchli)
    Weise von Nieto. denn er will sicher den erst kürzlich abgeschlossenen Wirtschaftsvertrag mit den USA nicht vermasseln!
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  • Kommentar von Daniel Schmidlin (Queren life)
    Die nächsten 50'000 Migranten warten noch auf den Erfolg derer, die unterwegs sind. Die Rechnung wird nicht aufgehen.
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    1. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Wenn 50‘000 Flüchtlinge in den USA ein neues Leben anfangen, steigt die Bevölkerung um 0.0142% an, ich weiss bei bestem Willen nicht, wieso dass nicht aufgehen soll.
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    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Herr Steiner, im Jahr und zwar jedes Jahr wandern rund 1'000'000 Migranten legal in die USA ein. - Und diese 50'000, die da warten, werden wahrscheinlich ihre persönliche Perspektive verbessern können, selbst wenn sie dereinst irgendwie (legal oder illegal) in die USA einreisen können. Man wird sie wahrscheinlich auch "wieder in den Slums" vorfinden. - Ich glaube kaum, dass die DEM's da sog. Integrations-Pakete schnüren, den auch deren Fürsorglichkeit hält sich da in engen Grenzen.
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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Beim ersten Hinhören tönt es gut von seiten des mexikanischen Präsidenten, Flüchtlingen zu helfen, eine bessere Zukunft aufzubauen. Ich hoffe, es sei langfristig ehrlich gemeint. Dennoch folgende Frage: Wie weit ist es Propaganda, dass dann in den USA weniger Republikaner gewählt werden, als befürchtet, Leute, die gegen die USA-Mauer zu Mexiko sind? Denn Trump möchte diese Mauer bauen und macht damit wohl bei den Stimmbürgern Reklame - auf seine eigene Mühle und die der Republikaner. Machtgier!
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