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Die Polizei wendet im Drogenkrieg alle Mittel an – auch illegale.
Aus SRF 4 News aktuell vom 16.08.2017.
abspielen. Laufzeit 04:38 Minuten.
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War on Drugs auf Philippinen Mit Auftragskillern gegen Drogenhändler

  • Innerhalb von 24 Stunden hat die philippinische Polizei eigenen Angaben zufolge 32 Drogenhändler getötet. Sie hätten Widerstand gegen die Polizeigewalt geleistet.
  • Seitdem der philippinische Präsident Rodrigo Duterte vor einem Jahr den Krieg gegen Drogen ausgerufen hat, sind 7000 Menschen umgebracht worden.
  • SRF-Südostasien-Korrespondentin Karin Wenger sieht die Glaubwürdigkeit der philippinischen Polizei stark in Frage gestellt.

Insgesamt seien bei 67 Polizeioperationen auf den Philippinen in der Provinz Bulacan am Dienstag 32 Personen getötet und 109 Personen verhaftet worden, wie die Polizei mitteilte. 200 Gramm Amphetamine, 786 Gramm Marihuana, Schusswaffen, Granaten und Munition wurden beschlagnahmt.

Nach Angaben der Polizei hätten die Drogenhändler, die sie verhaften wollte, Widerstand geleistet und deshalb seien sie ermordet worden.

Für Karin Wenger, SRF-Südostasien-Korrespondentin, ist dies aber nicht glaubhaft. «Anfang 2017 warf Amnesty International Duterte und der Polizei massive Korruption und Menschenrechtsverbrechen vor.» Es seien Beweismittel gefälscht worden und die Polizei habe Auftragskiller angeheuert, kritisierte die Menschenrechtsorganisation.

Die Korrespondentin sagt: «Ich habe bei einer Reise auf die Philippinen selbst mit einem Auftragsmörder gesprochen, der von der Polizei angeheuert worden ist.» Betreffend der Glaubwürdigkeit der Polizei gebe es deshalb sehr grosse Fragezeichen.

Überfüllte Gefängnisse

7'000 Personen sind seit Beginn des Drogenkriegs auf den Philippinen getötet worden. «Knapp zwei Drittel von ihnen wurden von unbekannten, oft maskierten Männern umgebracht. Der Rest von der Polizei», sagt Wenger.

Beinahe 100'000 Personen wurden ins Gefängnis gesperrt. Das habe dazu geführt, dass die Gefängnisse zum Bersten voll seien. «Die Leute im Gefängnis müssen in Schichten schlafen.» Anstatt dass Duterte auf Rehabilitationsmassnahmen setze, wolle er neue Gefängnisse bauen.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst U. Haensler  (ErnstU)
    Für 786 Gramm Marihuana werden 32 mutmassliche, kapiert : mutmassliche ! , Drogenhändler getötet und das wird hier in den Kommentaren noch applaudiert. Wie so oft hier in den Kommentaren ein erschreckendes christliches Menschenbild der Schweizer.
  • Kommentar von Michel Koller  (Mica)
    Da arbeitet die Polizei mit dem organisierten Verbrechen zusammen und bezahlt Auftragskiller. Damit ist jede Glaubwürdigkeit fort und sie kommt auch nicht mehr so schnell wieder. Zudem trifft es nicht nur Drogenhändler und die grossen Bosse haben kaum was zu befürchten. Demokratie ohne Rechtsstaat ist eben nichts wert.
  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    Und Amnesty International muss sich wieder einmischen, aber über die Menschen Verachtung der Drogen Bosse habe ich dieser gleiche Gruppierungen nie etwas höre sagen.
    1. Antwort von Patrik Schaub  (Kripta)
      Sie sagen es. Betrifft auch andere Themen. Das Ergebnis: die Welt dreht trotzdem weiter öde vor sich hin und auch in 1000 Jahren, verändert sich - nichts! Wie langweilig ...
    2. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      AI untersucht das Verhalten von Staaten nicht von Mafiabossen...
    3. Antwort von kurt trionfini  (kt)
      Herr Cohen: Amnesty International ist eine nichtstaatliche (NGO) und Non-Profit-Organisation, die sich weltweit für Menschenrechte einsetzt. (...) Die Organisation recherchiert Menschenrechtsverletzungen, betreibt Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit und organisiert unter anderem Brief- und Unterschriftenaktionen für alle Bereiche ihrer Tätigkeit. Quelle: Wikipedia
    4. Antwort von Charles Dupond  (Egalite)
      @trionfini - Schade prangert(e) AI nicht auch staatlich gedulete Sklaverei und betriebene Geheimapartheid in der Schweiz an....