- Die Raumkapsel der Mondmission «Artemis II» befindet sich auf halber Strecke auf dem Weg zum Mond.
- Jetzt haben die vier Astronauten haben erstmals Bilder von der Erde geschickt.
- Rund zehn Tage sind die Astronauten und Astronautinnen unterwegs – in einem Lebensraum von der Grösse eines Lieferwagens.
«Wir haben die Hälfte geschafft», verkündet der X-Kanal der Mondmission am frühen Morgen. Bei ihrer Ankunft würden die Astronauten wissenschaftliche Beobachtungen der Mondoberfläche durchführen.
Zudem haben die vier Astronauten der «Artemis II»-Mission erstmals Bilder von der Erde geschickt. «Ihr seht toll aus, ihr seht wunderschön aus», sagte Nasa-Astronaut Victor Glover aus der «Orion»-Kapsel dazu. Insgesamt vier Fenster hat die Raumkapsel «Orion».
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Bild 1 von 3. Die Erde aus dem All: Am Nord- und Südpol kann man sogar noch eine Aurora erkennen. Bildquelle: Nasa.
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Bild 2 von 3. Blick aus einem der Fenster auf unseren blauen Planeten. Bildquelle: Nasa.
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Bild 3 von 3. «Selbst in der Dunkelheit leuchten wir», schreibt die Nasa zu diesem Bild. Bildquelle: Nasa.
Auf der Reise um den Mond isst die Besatzung Quiche, Blumenkohl oder Couscous, macht Fotos mit dem Handy, kämpft mit E-Mail-Problemen und repariert defekte Toiletten: Astronauten auf dem Weg zum Mond sind uns letztlich gar nicht so fern. Die vier Besatzungsmitglieder sind für rund zehn Tage in der Raumkapsel Orion unterwegs – einem Lebensraum von der Grösse eines Lieferwagens.
Die Vorbereitung auf den Aufenthalt sei wie das Packen für einen Campingtrip gewesen, sagte Christina Koch, die erste Frau auf dem Weg zum Mond. An Bord befindet sich eine kleine «Vorratskammer»: 58 Tortillas, 43 Tassen Kaffee, Brokkoli, gegrillte Rinderbrust und fünf Sorten scharfer Sauce. Auch Ahornsirup ist dabei – eines der Crewmitglieder stammt aus Kanada.
E-Mails streiken
Die Toilette in der Orion ist so laut, dass bei der Benutzung Gehörschutz getragen werden muss. Sie befindet sich in einer Ecke der Kapsel und ist «der einzige Ort während der Mission, an dem man für einen Moment wirklich allein sein kann», sagte der Kanadier Jeremy Hansen vor dem Start. Bei der Toilette kam es kurzzeitig zu Problemen, die die Astronautin Christina Koch jedoch lösen konnte.
Nach dem Toilettenproblem folgte eine technische Panne: Während einer Live-Übertragung der Nasa beklagte Missionskommandant Reid Wiseman, dass seine E-Mail-Programme nicht funktionierten. Das Problem wurde vom Kontrollzentrum in Houston behoben. Auch der Schlaf stellt in der Schwerelosigkeit eine Herausforderung dar. Die Lösung: an den Wänden befestigte Schlafsäcke, damit die Astronauten nicht frei durch die Kapsel treiben. «Christina schläft kopfüber in der Mitte – ein bisschen wie eine Fledermaus», sagte Wiseman. «Es ist bequemer, als man denkt.»
«Wie ein Kind»
Um den körperlichen Auswirkungen der Schwerelosigkeit entgegenzuwirken, müssen die Astronauten täglich etwa eine halbe Stunde trainieren. Dafür steht ein entsprechendes Gerät an Bord zur Verfügung, ähnlich wie in einem Fitnessstudio. Eine kleine Neuerung gibt es ebenfalls: Die Nasa hat kürzlich Smartphones an Bord erlaubt. «Wir ermöglichen unserer Crew, besondere Momente für ihre Familien festzuhalten und inspirierende Bilder und Videos mit der Welt zu teilen», erklärte Nasa-Chef Jared Isaacman im Februar.
Trotz einer milliardenteuren Mission im geopolitischen Wettbewerb mit China bleibt Raum für Staunen. Jeremy Hansen beschrieb seine Freude über das Schweben: «Ich fühle mich wie ein Kind!» Intensive Emotionen erlebte Victor Glover – der erste dunkelhäutige Mann auf dem Weg zum Mond – beim Start der Rakete. «Man versucht, professionell zu bleiben», sagte er, «aber das Kind in mir möchte einfach vor Freude schreien.»