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Orion-Raumschiff unterwegs Astronautin flickt WC: «Ich bin die Weltraum-Klempnerin»

  • Rund 24 Stunden nach dem Start Richtung Mond haben die Astronauten der «Artemis II»-Mission die Erdumlaufbahn verlassen, indem das Orion‑Raumschiff fast sechs Minuten lang sein Haupttriebwerk zündete, wie die Nasa mitteilte.
  • Nach dem Start traten kleinere technische Probleme auf, die jedoch rasch behoben werden konnten; der Flug verläuft seither wie geplant.
  • Eines dieser Probleme betraf die Bordtoilette, die laut Astronautin Christina Koch – die sich scherzhaft als «Weltraum‑Klempnerin» bezeichnet – nach einer kurzen Aufwärmphase wieder einwandfrei funktionierte.

Das Zünden des Haupttriebwerks zum Verlassen der Erdumlaufbahn habe «einwandfrei» funktioniert, sagte Nasa‑Managerin Lori Glaze. «Von diesem Punkt an werden die Gesetze der Raumflugmechanik unsere Crew bis zum Mond, um die Rückseite herum und zurück zur Erde tragen.» Während des Manövers habe die Crew die «Kraft der Durchhaltefähigkeit» des ganzen Teams hinter der Mission gespürt, sagte der kanadische Astronaut Jeremy Hansen aus der «Orion»-Kapsel. «Die Menschheit hat wieder einmal gezeigt, wozu wir fähig sind und es sind eure Hoffnungen für die Zukunft, die uns jetzt auf diese Reise um den Mond tragen.» 

Rakete startet in den Nachthimmel.
Legende: Die Mondmission «Artemis II» hat nach einem erfolgreichen Start die Erdumlaufbahn verlassen. EPA/CRISTOBAL HERRERA-ULASHKEVICH

Die vier Astronauten waren in der Nacht zum Donnerstag (MESZ) an Bord der «Orion»-Kapsel mit dem Raketensystem «Space Launch System» vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abgehoben. Der Start der krisengeplagten Mission «Artemis II» war zuvor wegen technischer Probleme mehrfach verschoben worden. 

Neben der Bordtoilette waren seit dem Start ebenfalls technische Probleme aufgetaucht – allerdings hauptsächlich kleinere, die rasch wieder gelöst werden konnten. Unter anderem brach vorübergehend die Kommunikation zwischen den Astronauten und dem Kontrollzentrum auf der Erde ab.

Zehn Tage im All – über 2 Millionen Kilometer

«Artemis II» baut auf den Erfahrungen der unbemannten Mission «Artemis I» von 2022 auf. An Bord der «Orion»-Kapsel soll die Crew – bestehend aus Hansen sowie den US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman – etwa zehn Tage im All verbringen und um den Mond herumfliegen, bevor die Kapsel wieder im Meer auf der Erde aufkommen soll.

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Für Glover, Koch und Wiseman ist es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch ist die erste Frau an Bord einer Mond-Mission der Nasa, Glover der erste nicht-weisse Mensch und Hansen der erste Kanadier. 

Der Flugverlauf von «Artemis II» gleicht insgesamt einer Acht um Erde und Mond. Die vier Astronauten sollen insgesamt mehr als 2.3 Millionen Kilometer zurücklegen. 

Am fünften Flugtag soll «Orion» den Punkt erreichen, wenn die Schwerkraft des Mondes stärker auf das Raumschiff wirkt als die der Erde. Am sechsten Flugtag soll das Raumschiff dem Mond am nächsten kommen – etwa 7500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite. Von dort aus können die Astronauten dann Erde und Mond gleichzeitig sehen – und sogar auch eine Sonnenfinsternis, bei der die Sonne aus der Perspektive von «Orion» hinter dem Mond verschwindet. 

An diesem Flugtag könnten sie sich auch weiter von der Erde entfernen als jemals Menschen zuvor. Den bisherigen Rekord stellte die Crew der «Apollo 13»-Mission 1970 mit rund 400'171 Kilometern auf. 

SRF 4 News, 03.04.2024, 3 Uhr ; 

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