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Legende: Audio Die Macht bleibt bei der alten Garde abspielen. Laufzeit 02:14 Minuten.
02:14 min, aus Info 3 vom 11.04.2019.
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Nach Absetzung von al-Baschir Die alte Garde bleibt im Sudan an der Macht

Sudans Langzeitherrscher Omar al-Baschir ist entmachtet. Doch viele Sudanesen sind damit noch nicht zufrieden.

Seit den frühen Morgenstunden hatte sich ein Militärputsch abgezeichnet. Das Militär besetzte die nationalen Fernseh- und Radiostationen und versprach eine «wichtige Ankündigung in Kürze». Die Sudanesinnen und Sudanesen, die vier Monate lang protestiert und den Rücktritt von Präsident Baschir gefordert hatten, mussten sich aber noch einige Stunden gedulden. Erst heute Nachmittag kam die erwartete Ankündigung – und zwar von Verteidigungsminister und Vize-Präsidenten Ahmed Awad Ibn Auf. Einem der über Jahre engsten Vertrauten von Langzeitpräsident Baschir.

Dreimonatiger Ausnahmezustand

Omar al-Baschir sei verhaftet worden und befinde sich an einem sicheren Ort, liess der Verteidigungsminister am Staatsfernsehen verlauten. Die Grenzen bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Der Ausnahmezustand wurde für weitere drei Monate verhängt. Alle politischen Gefangenen sollen freigelassen werden. Ein Militärrat werde das Land zwei Jahre lang regieren, eine neue Verfassung solle geschrieben werden. Nach Ende der Übergangszeit sollen freie und faire Wahlen durchgeführt werden.

Legende: Video Sudan – Langzeitpräsident Al-Baschir abgesetzt abspielen. Laufzeit 01:47 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.04.2019.

Hatten Sudanesinnen und Sudanesen seit den frühen Morgenstunden auf den Strassen bereits das Ende von Baschir gefeiert, so scheint die Stimmung nach der Ankündigung des Militärs nun umzuschlagen. Denn die Protestierenden hatten nicht nur ein Ende von Präsident Baschir, sondern ein Ende des Regimes sowie eine zivile Regierung gefordert. Die «Sudanese Professional Association», eine Art Gewerkschaftsdachverband, der federführend war in der Organisation der Proteste, verurteilte den Putsch und rief die Demonstrierenden auf, nicht von der Strasse zu weichen, bis eine zivile Regierung die Macht übernimmt. Viele Sudanesinnen und Sudanesen scheinen der Aufforderung nachzukommen.

Es wird nun ausschlaggebend sein, wie die seit wenigen Stunden führenden Militärs auf die Proteste reagieren und ob sich die Demonstrierenden an die Ausgangssperre, welche ab heute Abend um 10 Uhr gilt, halten werden.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Alter Wein in neuen Schläuchen, oder umgekehrt??? Ich kann an diesem "Arabischen Frühling" nichts erkennen. Die Einführung von Demokratien im Nahen Osten halte ich für eine Illusion. Zumal Fundamentalismus des Islam nach "westlichem Muster" in Demokratien nichts zu suchen haben.
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