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Pipeline wieder in Betrieb
Aus Tagesschau vom 13.05.2021.
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Nach Cyberattacke Wichtige US-Pipeline nimmt Betrieb wieder auf

  • Knapp eine Woche nach einem Hacker-Angriff auf eine der wichtigsten Treibstoff-Pipelines im Süden der USA ist eine Normalisierung der Versorgung bis zum Wochenende absehbar.
  • Das private Betreiberunternehmen Colonial Pipeline fährt derzeit die Anlagen langsam wieder hoch. Es dürfte aber mehrere Tage dauern, bis die Anlage wieder normal läuft.
  • US-Präsident Joe Biden sagte, die Lieferengpässe würden sich bis zum Wochenende auflösen. Er warnte Tankstellen vor Preistreiberei wegen dem Lieferengpass.

Die Firma Colonial Pipeline hatte Ende vergangener Woche einige Steuerungssysteme nach einer Internetattacke vom Netz genommen, um mögliche Schäden zu vermeiden. Der Betrieb der Pipeline kam dadurch komplett zum Erliegen.

Im Südosten der USA kam es zu Hamsterkäufen und langen Warteschlangen an Tankstellen, die vielerorts rasch ausverkauft waren. Es dürfte etwa zwei Wochen dauern, bis die Treibstoff-Lager in den USA wieder aufgefüllt sind.

Hamsterkäufe an Tankstellen

Im Bundesstaat North Carolina war laut der Marktanalysefirma Gasbuddy am Mittwoch an fast zwei von drei Tankstellen kein Benzin mehr erhältlich. In Virginia seien 44 Prozent der Tankstellen betroffen, in South Carolina und in Georgia seien es jeweils 43 Prozent.

Auch in anderen Bundesstaaten im Südosten der USA kam es zu Engpässen. Die Knappheit hat die Benzinpreise auf den höchsten Stand seit 2014 getrieben und teilweise zu turbulenten Szenen an Tankstellen geführt.

Die Colonial Pipeline ist für die Versorgung des Landes von grosser Bedeutung. Sie transportiert etwa 45 Prozent aller an der Ostküste verbrauchten Kraftstoffe.

Eine Grafik; eine rote Linie die von New Jersey über Atlanta bis Houston durch die halbe USA führt
Legende: Die Colonial Pipeline führt über insgesamt 8850 Kilometer durch den Süden und Westen der USA. Auf dieser Strecke versorgt sie mehrere Flughäfen, so auch jener von Atlanta. SRF

Die Bundespolizei FBI macht für den Angriff eine Hackergruppe namens «Dark Side» verantwortlich, die in Russland oder Osteuropa vermutet wird. Präsident Biden sagte, er glaube nicht, dass die russische Regierung hinter dem Angriff stehe. Die USA seien mit der Regierung in Moskau in Kontakt, um solchen Hackernetzwerken den Boden zu entziehen.

Laut einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zahlte Colonial den Erpressern fast fünf Millionen Dollar. Das Unternehmen habe den Betrag nur Stunden nach der Attacke in Form einer nicht zurückverfolgbaren Kryptowährung übermittelt, hiess es unter Berufung auf zwei mit den Vorgängen vertraute Personen. Von Colonial Pipeline gibt es bislang keine Stellungnahme.

Biden will Schutz vor Hackern verbessern

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US-Präsident Joe Biden unterzeichnete eine entsprechende Verfügung, mit der unter anderem IT-Dienstleister verpflichtet werden sollen, bestimmte Informationen über ein Eindringen in ihre Netzwerke mit den Behörden zu teilen. Das Weisse Haus teilte am Mittwochabend mit, öffentliche und private Einrichtungen in den USA seien zunehmend ausgeklügelten Cyberangriffen sowohl von staatlichen Akteuren als auch von Kriminellen ausgesetzt. Die jüngsten Vorfälle zeigten, dass die derzeitigen Schutzmassnahmen unzureichend seien.

Die Verfügung sieht nach Angaben des Weissen Hauses unter anderem vor, dass die Standards für stärkere Cyber-Schutzmassnahmen in der Bundesregierung modernisiert und verbessert werden. Auch bei der Entwicklung von Software für die Bundesregierung sollen künftig höhere Sicherheitsmassstäbe gelten. Für die Reaktion der Behörden auf Cyberangriffe soll ein Drehbuch entworfen werden. Die Verfügung sieht die Einrichtung eines Gremiums mit Vertretern der Regierung und der Privatwirtschaft vor, das nach Cyberangriffen konkrete Empfehlungen zur Verbesserung der Sicherheitsmassnahmen geben kann.

SRF 4 News, 13.05.2021, 04:00 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Benjamin  (Benny)
    Ist es eine gute Idee Erpressern nachzugeben und 5 Mil. zu zahlen? Was kommt als nächstes?
  • Kommentar von Jörg Kaufmann  (jka)
    Eine Regierung kann nicht den Schutz verbessern, das müssen die Institutionen selber tun. Eine Regierung kann Vorschriften dazu erlassen.
    Man kann solche Angriffe nicht sicher verhindern. Meistens ist es Fehlverhalten von Menschen, welches erste Türen öffnet.
    Es kann überall passieren. Was dann hilft sind vorher getroffene Massnahmen, um sich schnell wieder aufzufangen und grösseren Schaden vermeiden zu können.
    1. Antwort von Andreas Schori  (malanders)
      Herr Kaufmann, Schutz verbessern heisst neben getesteten Backup/Recovery-Konzepten eben Software aktualisieren um bekannte Löcher zu stopfen. Löcher:
      https://cwe.mitre.org/top25/archive/2020/2020_cwe_top25.html
      Beides erreicht man mit genügend, und genügend qualifiziertem Personal. Nach der x-ten Sparrunde fehlt beides.
  • Kommentar von Andreas Schori  (malanders)
    Auch hier. Die USA ind ja interessiert daran, dass Software Löcher hat, damit ihre Geheimdienste Zugang zu allem und jedem haben. Das hat Edward Snowden ja gezeigt. Internationale Zusammenarbeit? Jedes Land - oder wer darin die Macht hat - kocht sein eigenes Süppchen. Es tobt der krieg Kapitalismus gegen Kommunismus, oben gegen unten. Wer ausgegrenzt wird, dem sind irgendwann die Gesetze der Mächtigen egal.
    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      @ Herr Schori: Was hat ihr Kommentar mit dem Beitrag zu tun?
    2. Antwort von Jörg Kaufmann  (jka)
      Das hat nichts mit Löchern in Software zu tun.