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Wichtige US-Pipeline nach Cyberattacke lahmgelegt
Aus Tagesschau vom 10.05.2021.
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Nach Cyberattacke Wichtige US-Pipeline lahmgelegt

  • In den USA hat ein Hackerangriff eines der wichtigsten Pipeline-Netze im Osten des Landes lahmgelegt.
  • Grund für den Stopp ist ein Angriff auf das Netzwerk des Betreibers Colonial Pipeline. Es sei Erpressungs-Software im Spiel gewesen, teilte das Unternehmen mit.
  • Man arbeite daran, den Betrieb wieder aufnehmen zu können. Colonial Pipeline machte keine Angaben, wie lange der Unterbruch dauern könnte.
Karte der USA mit der Pipeline.
Legende: Die Colonial Pipeline führt über insgesamt 8850 Kilometer durch den Süden und Westen der USA. Auf dieser Strecke versorgt sie mehrere Flughäfen, so auch jener von Atlanta. SRF

Hinter dem Angriff soll eine hochprofessionelle cyberkriminelle Gruppe stehen. Verdächtigt wird eine Gruppe, die von IT-Sicherheitsfirmen als «DarkSide» bezeichnet wird. «DarkSide» sei bekannt dafür, Schadprogramme einzuschleusen und Unternehmen zu erpressen, hiess es. Das Programm verschlüsselt Unternehmensdaten. Erst nach Zahlung eines Lösegeldes werden die Daten wieder nutzbar gemacht.

Experten warnen seit Jahren

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Hackerangriffe auf Infrastruktur wie Pipelines oder Kraftwerke gelten seit Jahren als Horrorszenario. Bisher wurden allerdings kaum Fälle von erfolgreicher Cybersabotage bekannt. Der bekannteste Zwischenfall war ein grossflächiger Stromausfall in der Ukraine im Dezember 2015, der als Werk russischer Hacker gilt.

Erst im Februar war ein Versuch bekanntgeworden, Trinkwasser in einer Aufbereitungsanlage im US-Bundesstaat Florida durch einen Hackerangriff chemisch zu manipulieren. Dabei wurde der Anteil von Natriumhydroxid mehr als verhundertfacht.

IT-Sicherheitsexperten warnen schon seit Jahren, dass die Infrastruktur im Westen nicht ausreichend auf Cybergefahren vorbereitet sei.

Colonial Pipeline transportiert pro Tag 2.5 Millionen Barrel an Kraftstoffen von Raffinerien an der Golfküste in östliche und südliche Bundesstaaten durch ihre insgesamt 8850 Kilometer langen Leitungen. Fast die Hälfte der Kraftstoffversorgung der US-Ostküste fliesst durch diese Pipelines. Zu den Abnehmern zählen auch mehrere Flughäfen wie der weltgrösste Airport in Atlanta.

Ein längerer Stillstand könnte zudem die Preise an den Zapfsäulen vor der sommerlichen Hauptfahrzeit in den USA in die Höhe schnellen lassen. Im frühen Handel am Montagmorgen zogen die Preise moderat an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete 68.64 US-Dollar. Das waren 36 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 33 Cent auf 65.23 Dollar.

SRF 4 News, 10.05.2021, 05:00 Uhr;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Je mehr wir uns von Technik und Digitalisierung abhängig machen umso angreifbarer werden wir. Es gibt keine absolute Sicherheit und es wird sie auch nie geben. Auf was sich Menschen die böses wollen immer verlassen können ist die Dummheit und die Geldgier ihrer Mitmenschen. In ein solch abgesichertes System wie Pipelines kommt man schwer bis fast gar nicht von aussen rein, da muss der Angriff über einen Computer innerhalb des Systems funktionieren. Hat Russland seine Hände im Spiel?
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Wieder ein Beleg, dass die Firmen unzureichend vor Hackerangriffen geschützt sind. Nicht einmal die digital hochgerüstete NSA kann hier schützen. Wenn Produktionsfirmen betroffen sind, blöd. Wenn Wahlen, Infrastruktur und Medizin erfolgreich angegriffen werden, eine Katastrophe. Wie viele Krankenhäuser haben schon Lösegeld für ihre Daten bezahlt. Wie viele Daten bei Banken, Social Media, aus der Medizin, kürzlich sogar von Impfdaten, wurden abgegriffen. Wer denkt, er ist sicher, irrt sich.
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Mit ein Resultat der Zwangsdigitalisierung. Warum, ganz einfach Einsparungen.
    Digitalisieren um zu sparen und dann nochmal Cybersicherheit wegsparen. Ein Rezept aus der neoliberalen Teufelsküche.