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Nach dem Brexit Grossbritannien will Boote mit Migranten zurückweisen

  • Grossbritannien will der illegalen Einwanderung einen Riegel schieben.
  • Britische Patrouillen sollen Boote mit Migranten künftig aus den eigenen Gewässern im Ärmelkanal zurückweisen, statt sie an die englische Küste zu geleiten.
  • Innenministerin Priti Patel habe eine entsprechende Anweisung an die Grenzschutzbehörde gegeben, berichteten mehrere Medien.
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Aus dem Archiv: Bizarre Szenen an Grenzübergängen
Aus 10 vor 10 vom 18.01.2021.
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Seit dem Austritt aus der EU können britische Behörden illegal eingereiste Asylsuchende nicht mehr ohne weiteres an EU-Staaten zurückgeben. Allein am Montag sollen nach Angaben des Innenministeriums 785 Menschen in kleinen Booten über den Ärmelkanal nach England gefahren sein.

Insgesamt sind der BBC zufolge bereits mehr als 13'000 Menschen in diesem Jahr über die Meerenge nach England gelangt. Im gesamten Jahr 2020 waren es 8400 Menschen, die auf diesem Weg nach Grossbritannien reisten.

Befehl von Boris Johnson

Patrouillenboote sollen nun die illegale Einwanderung stoppen. Innenministerin Priti Patel habe eine entsprechende Anweisung an die Grenzschutzbehörde gegeben, berichteten mehrere Medien übereinstimmend am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise. Ein Treffen zwischen Patel und ihrem französischen Amtskollegen Gérald Darmanin zu dem Thema war am Mittwoch ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen.

Der britische Premierminister Boris Johnson hatte zuvor angekündigt, «jede mögliche Taktik, die uns zur Verfügung steht», zu nutzen, um die Überquerungen der Meerenge zu stoppen. Experten halten die Zurückweisung von Booten ohne Kooperation der französischen Behörden jedoch in der Praxis kaum für umsetzbar. Die Taktik berge zu viele Gefahren angesichts der oft kaum seetüchtigen Boote, mit denen die Migranten unterwegs sind.

Frankreichs Innenminister Darmanin reagierte mit Kritik. «Frankreich wird weder eine Praktik akzeptieren, die entgegen dem Seevölkerrecht ist, noch finanzielle Erpressung», schrieb er auf Twitter. Grossbritannien müsse seinen Verpflichtungen nachkommen. Die Freundschaft der beiden Länder verdiene Besseres als eine Haltung, die die Kooperation störe.

SRF 4 News, 9.9.2021, 11 Uhr;

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Der Brexit brachte sowohl in der eigenen Arbeitswelt als auch bezüglich der Migranten zusätzliche Unsicherheiten. Der Rechtsnationalismus ist wie eine Beruhigungspastille, die vorübergehend wirkt,aber soziale Probleme (Gefälle Reich-Aermer) nur vor sich hinstaut. Europa überhaupt ist zu einem kläglichen Flickenteppich verkommen, der weder wirtschaftliche Regelungen trifft,noch eine gemeinsame Migrationspolitik hinbringt,noch für griffige Klimaschutzmassnahmen zusammenspannt. Lauter "Ich-AG's".
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Symptome bekämpfen ist natürlich 1000 x einfacher als Ursachen bekämpfen.
    Aber ich verstehe es ja, in Grossbritannien hat man alle Hände voll um dafür zu sorgen dass etwas in den Supermarktregalen steht oder dass das Gesundheitssystem nicht zusammenklappt.
    1. Antwort von Paul Wagner  (päule)
      Einen Kommentar zu schreiben ist natürlich 1000x einfacher als sich zu informieren.
      Der NHS braucht in der Tat mehr Gelder und mehr fixe Mitarbeiter, aber das ist schon so seit ich anfangs der 1990er-Jahre in UK gelebt hab. Der NHS ist dauernd in der Krise und grösstes nationales Polit-Thema. Er hat aber in der Pandemie auch mehr geleistet als die meisten anderen europäischen Gesundheitssysteme und geniesst einen unglaublichen Support durch die Bevölkerung.
  • Kommentar von Paul Wagner  (päule)
    Um dieser Meldung etwas Kontext zu verleihen: GB hat eine Vereinbarung mit Frankreich, welche vorsieht, dass der französische Grenzschutz illegale Flüchtlinge an der französischen Küste aufgreift und sie schon VOR der Überfahrt abfängt. GB trägt dabei die Kosten für die Franzosen. Natürlich ist das keine leichte Aufgabe bei einer so langen Küste, aber offensichtlich nehmen die Franzosen das Geld, leisten aber einen sehr schlechten Job.