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Nach dem Tod Ali Chameneis Nachfolge und Machtkämpfe: Wer führt künftig den Iran? Die Namen

Starker Mann oder Kompromisskandidat? Mitten im Krieg muss die Nachfolge Chameneis geklärt werden. Zwar entscheidet formal der Expertenrat, doch rivalisierende Lager ringen um Einfluss. Das sind die kursierenden Namen.

Modschtaba Chamenei – Sohn des getöteten Ajatollahs

Mann mit Brille liest ein Buch auf einem Sofa sitzend.
Legende: Office of the Iranian Supreme Leader/WANA/Handout via REUTERS

Modschtaba Chamenei, der Sohn des getöteten Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei, gilt als aussichtsreichster Kandidat. Seit Jahren hat er seinen Einfluss ausgebaut, trat öffentlich jedoch kaum in Erscheinung. Viele Insider im Iran spekulieren, dass er im Schatten seines Vaters grossen Einfluss ausgeübt hat. So soll er im Hintergrund unter anderem Angelegenheiten im Büro des Revolutionsführers gesteuert haben.

Falls er gewählt wird, dürfte der 56-Jährige den kompromisslosen Kurs seines Vaters zunächst fortsetzen. Er gilt als bekannter Akteur staatlicher Unterdrückung. So soll er während der Grünen Bewegung 2009, die nach Vorwürfen der Wahlfälschung bei der Präsidentenwahl entstand, eine Schlüsselrolle bei der Niederschlagung der Proteste gespielt haben. Gut informierten Kreisen in Teheran zufolge könnte er aber auch mit Unterstützung der mächtigen Revolutionsgarden einen Kurswechsel vornehmen, um das Land aus den Dauerkrisen zu führen.

Sadegh Laridschani – Gegner der Reformbewegung

Mann mit Brille.
Legende: REUTERS/Morteza Nikoubazl

Sadegh Amoli Laridschani ist ein einflussreicher schiitischer Geistlicher und der Bruder von Ali Laridschani, dem Generalsekretär des mächtigen Sicherheitsrats. Seit sechs Jahren steht er an der Spitze des Schlichtungsrats, eines wichtigen Schiedsorgans im Machtapparat. Zuvor leitete der 62-Jährige zehn Jahre lang die Justiz.

Laridschani gilt als Hardliner mit erzkonservativem Weltbild und als entschiedener Gegner der Reformbewegung. Im Laufe seiner politischen Karriere wurden ihm wiederholt Korruption und persönliche Bereicherung vorgeworfen. Die Europäische Union und die USA belegten ihn mit Sanktionen, unter anderem wegen seiner Verantwortung für schwere Menschenrechtsverletzungen. Laridschani gehört zum konservativen Establishment und ist eng mit den Machtzentren von Klerus und Justiz verbunden.

Hassan Ruhani – Ex-Präsident und einflussreicher Reformist

Mann mit Turban winkt lächelnd vor Flaggen.
Legende: REUTERS/Fars News/Majid Hagdost

Als Präsident bemühte sich Hassan Ruhani in zwei Amtszeiten um eine Annäherung an den Westen und stellte vorsichtige Reformen in Aussicht. Sein grösster politischer Erfolg war der Wiener Atomdeal von 2015, der dem Iran eine Lockerung der internationalen Sanktionen bringen sollte. Doch US-Präsident Donald Trump kündigte das Abkommen später auf. Damit verlor Ruhanis Kurs der Öffnung entscheidend an Rückhalt.

In der Folge wurde der Geistliche von Hardlinern zunehmend an den Rand gedrängt. Ruhani galt lange als einflussreichster Vertreter des Reformlagers an der Staatsspitze. Gleichzeitig wuchs auch innerhalb der iranischen Gesellschaft die Enttäuschung über ausbleibende Veränderungen.

Hassan Chomeini – Enkel des Revolutionsgründers

Mann mitschwarzem Turban.
Legende: Office of the Iranian Supreme Leader/WANA/Handout via REUTERS

Hassan Chomeini ist der Enkel des Revolutionsführers Ruhollah Chomeini. Der 53-jährige Geistliche gilt als moderat und positioniert sich regelmässig zugunsten des Reformlagers. Im Präsidentenwahlkampf 2024, aus dem der gemässigte Massud Peseschkian als Sieger hervorging, unterstützte er offen dessen Lager. Sein politisches Gewicht bezieht Chomeini vor allem aus seinem Familiennamen, der im Iran weiterhin symbolische Autorität besitzt.

Als Kandidat gilt er dennoch als Aussenseiter. In den konservativen Machtzentren dürften seine Positionen vielen als zu moderat gelten.

Aussenseiter mit geringen Chancen auf das Amt

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Als Aussenseiter gelten der Kleriker Aliresa Arafi sowie Haschem Hosseini Buschehri, beide einflussreiche Geistliche mit guten Verbindungen in den religiösen Machtapparat. Arafi gehört neben Präsident Peseschkian und Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi zu jenem Trio, das in der Übergangszeit den Staatsbetrieb führt. Dennoch gelten die Chancen beider Kleriker auf den Posten derzeit als gering.

10vor10, 04.03.2026, 21:50 Uhr ; 

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