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Nach Eklat an Pressekonferenz CNN-Reporter verliert Akkreditierung fürs Weisse Haus

Legende: Video «Es reicht! Seien Sie still!» abspielen. Laufzeit 00:54 Minuten.
Aus SRF News vom 07.11.2018.
  • Das Weisse Haus hat CNN-Reporter Jim Acosta die Akkreditierung «bis auf Weiteres» entzogen.
  • Dies teilte Sprecherin Sarah Sanders am Mittwochabend (Ortszeit) mit.
  • Damit reagiert das Weisse Haus auf die Konfrontation zwischen Acosta und US-Präsident Donald Trump während dessen Pressekonferenz.

Trump hatte auf offener Bühne vor zahlreichen Journalisten einen Streit mit dem CNN-Reporter Jim Acosta angezettelt. «Sie sind eine furchtbare, unverschämte Person», so der Präsident zum in den USA bekannten Reporter.

Da Acosta einer Mitarbeiterin des Weissen Hauses angeblich das Mikrofon aus der Hand gerissen und sich mehrfach geweigert hatte, dieses zurückzugeben, wurde dies als Anlass für den Entzug seiner Akkreditierung genommen.

Auch wenn Trump an eine freie Presse glaube und schwierige Fragen über sich und seine Regierung begrüsse, heisst es in der Mitteilung von Sanders, werde derartiges Verhalten gegenüber einer jungen Mitarbeiterin des Weissen Hauses «niemals toleriert». Dass sich CNN nunmehr stolz über die Arbeit ihres Reporters geäussert habe, sei «nicht nur widerlich, sondern auch ein Beispiel ihrer empörenden Missachtung für alle, auch junge Frauen, die in dieser Regierung arbeiten».

Fragen zu Russland-Untersuchungen

Der Reporter hatte Fragen zu den laufenden Russland-Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller gestellt. «Wenn Sie Fake News in die Welt setzen, was CNN tut, dann sind Sie der Feind des Volkes», warf ihm Trump unter anderem vor. CNN müsse sich schämen, einen Menschen wie Acosta zu beschäftigen.

Legende: Video Trump zu CNN-Reporter: «Es reicht!» abspielen. Laufzeit 01:25 Minuten.
Aus News-Clip vom 07.11.2018.

Der US-Präsident sprach während der Pressekonferenz ferner von «feindseligen Medien». Mehrmals forderte er Journalisten auf, den Mund zu halten. Trump war bereits vor fast zwei Jahren in New York – noch vor seiner Amtseinführung – in Aufsehen erregender Weise mit Acosta aneinandergeraten, weil ihm dessen Fragen nicht gefallen hatten.

CNN steht zu Acosta

Der Sender CNN verurteilte in einem Statement die Äusserungen Trumps. «Die andauernden Angriffe des Präsidenten auf die Presse sind deutlich zu weit gegangen», heisst es darin. «Sie sind nicht nur gefährlich, sie sind verstörend unamerikanisch.» Trump habe zwar einen Eid auf die in der US-Verfassung festgeschriebene Pressefreiheit geleistet und sei somit zu deren Schutz verpflichtet, er habe aber wiederholt deutlich gemacht, dass er für die Pressefreiheit keinerlei Respekt übrighabe. «Wir stehen hinter Jim Acosta und seinen Kollegen.»

Der Verband der im Weissen Haus akkreditierten Korrespondenten WHCA hat den Entzug der Akkreditierung für Acosta als «schwach und fehlgeleitet» kritisiert.

Den Zugang zum Weissen Haus zu widerrufen stehe nicht in keinem Verhältnis zu dem angeblichen Vergehen und sei «nicht akzeptabel», heisst es in einer Erklärung. Der WHCA forderte das Weisse Haus auf, die Entscheidung rückgängig zu machen.

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139 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Trump tut alles für sein "America First", neben der Verbreitung von Lügen, verbreitet er jetzt auch noch Fake-Videos über einen CNN-Journalisten und "Volksverräter". Abgesehen davon ist auch sein "America" ein Fake, er ist lediglich Präsident im Norden Amerikas, den USA.
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  • Kommentar von L. Drack (samSok)
    Wie eine Gebetsmühle wiederholt Trump die immer selben Schlagworte, seine Crew im weissen Haus nimmts reflexartig auf und betet alle Mantras nach. Erstaunlich aber, wie schnell hierzulande jede warme Luft von drüben eifrig kommentiert wird, wo doch andere Themen weit grössere politische Relevanz hätten, innen wie aussenpolitisch. So ein Trumpdebattier-Club ist einfach nicht nachhaltig. (@SRF: Wo verstosse ich gegen die netiquette, dies ist der 4. Anlauf, meine bescheidene Meinung zu äussern)-:
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    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      "Wie eine Gebetsmühle wiederholt Trump..." und was machen seine Gegner anders? Und die Trump-Gegner in der Bevölkerung schlagen ohne grosse Überlegung dankbar in dieselbe Kerbe. Gut, so lange alle auf Trump einhauen, ist Putin aus der Schusslinie (leider nicht im Hintergrund, da wird weiter eifrig gegen Putin und Russland provoziert, was das Zeug hält, so, dass sich Russland ganz konkret auf einen Krieg vorbereitet).
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Der CNN-Reporter brachte wieder die Russland-Affäre ins Spiel. Ob CNN-Reporter auch mal ein US-Präsidenten mit Fragen zur US-Einmischung in Fremde Länder bedrängten?
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    1. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      An Herr Bernoulli: Warum sollten CNN oder Fox-Journalisten einen amerikanischen Präsident, egal ob demokratisch oder republikanisch, nach amerikanischer Einmischung in anderen Ländern ausfragen wenn die amerikanische Bevölkerung meistens positiv über solche Einmischungen denkt. Übrigens hat Herr Acosta, Sohn kubanischer Flüchtlinge, Herr Obama scharf kritisiert, unter anderem wegen seiner Kehrwende mit Kuba.
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    2. Antwort von Thomas F. Koch (dopp.ex)
      Durch die neue Mehrheit der Demokraten im House, hat sich die Situation für Untersuchungen gegen den Präsidenten geändert. Darauf zielte die erneute RU-Frage ab. Dass die USA das Selbe machen, wird von allen US-Medien unter den Tisch gewischt. Ich habe ein einziges Mal in einer Panel-Diskussion auf CNN die Aussage gehört, dass die USA sich in anderen Ländern einmischen. Keiner der anderen Teilnehmer ging auf diese Aussage ein. Wenn zwei das gleiche Tun, ist es eben nie das Selbe.
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