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Nach Eskalation der Gewalt Fragile Waffenruhe im Gaza-Streifen

  • Israel und die radikal-islamische Hamas haben vereinbart, die Waffenruhe im Gaza-Streifen wieder herzustellen.
  • Die Einigung sei unter Vermittlung Ägyptens und der UNO zustande gekommen, sagte ein Sprecher der Hamas.
  • Am Freitag war der Konflikt eskaliert: Militante Palästinenser feuerten Rakten auf Israel. Israelische Kampfjets und Panzer beschossen Ziele im gesamten Gaza-Streifen.
Eine palästinensische Mutter betrautert den Tod ihres Sohnes, der im Gaza-Konflikt gestorben ist.
Legende: Eine palästinensische Mutter betrautert den Tod ihres Sohnes, der im Gaza-Konflikt gestorben ist. Reuters

Eine israelische Armeesprecherin in Tel Aviv teilte am Samstagmorgen mit, dass in der Nacht keine Raketen oder Mörsergranaten mehr auf israelisches Gebiet gefeuert worden seien. Auch von israelischer Seite habe es keine neuen Angriffe in dem Küstenstreifen gegeben.

Zweiter Versuch einer Kampfpause

Nach heftigen israelischen Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen hatte die dort herrschende Hamas in der Nacht eine Feuerpause unter Vermittlung Ägyptens und der Vereinten Nationen verkündet. Von israelischer Seite hatte es dafür zunächst keine Bestätigung gegeben.

Beide Seiten hätten sich auf eine «Rückkehr zum vorherigen Zustand der Ruhe» geeinigt, erklärte Hamas-Sprecher Fausi Barhum am frühen Samstagmorgen. Eine ähnliche Kampfpause war schon nach einer Eskalation vor einer Woche von Hamas-Seite erklärt worden, hatte aber keinen Bestand.

Ein toter Israeli, vier tote Palästinenser

Der Konflikt war am Freitag erneut gefährlich eskaliert. Militante Palästinenser erschossen an der Grenze einen israelischen Kampfsoldaten. Der Soldat war der erste Israeli, der seit Beginn der Proteste im Gazastreifen Ende März getötet wurde.

Israelische Kampfjets und Panzer beschossen Ziele im gesamten Gebiet des Küstenstreifens. Im Süden seien mindestens vier Palästinenser getötet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Nach Angaben des militärischen Arms der Hamas waren drei der Getöteten Mitglieder der Organisation.

Flammender Appell auf Twitter

Der UNO-Nahostgesandte Nickolaj Mladenow, der sich gemeinsam mit Ägypten intensiv um eine Beruhigung der Lage bemüht hatte, schrieb in einem dramatischen Appell auf Twitter: «Alle in Gaza müssen einen Schritt zurück vom Abgrund gehen. Nicht nächste Woche. Nicht morgen. Jetzt sofort!» Jene, die «Palästinenser und Israelis dazu provozieren wollen, einen weiteren Krieg zu führen, dürfen keinen Erfolg haben», schrieb Mladenow.

«Schritt zurück nicht nächste Woche, nicht morgen, jetzt!»

Seit Ende März wurden bei teilweise gewaltsamen Protesten nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza 147 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet. Die Palästinenser fordern ein Ende der vor mehr als zehn Jahren verhängten Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht in das israelische Staatsgebiet.

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