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Grossdemonstration in Beirut
Aus Tagesschau vom 08.08.2020.
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Nach Explosion in Beirut Libanesinnen und Libanesen tragen ihre Wut auf die Strasse

  • Tausende Demonstranten haben in Beirut gegen Libanons politische Elite protestiert. Mehr als 200 Personen wurden bei Ausschreitungen verletzt,
  • Ein Polizist wurde laut der staatlichen Nachrichtenagentur NNA getötet.
  • In einer Fernsehansprache am Samstagabend sagte Ministerpräsident Diab, dass er seinem Kabinett vorgezogene Neuwahlen vorschlagen wolle. Einen möglichen Termin nannte er nicht.

Die Demonstrierenden versammelten sich am Samstag auf dem Märtyrer-Platz im Zentrum der Hauptstadt. Im libanesischen Sender MTV war zu sehen, wie Protestierende versuchten, die Absperrungen zum Parlament zu durchbrechen. Einigen Demonstranten soll es gelungen sein, in das libanesische Aussenministerium einzudringen.

Sprechchöre waren zu hören, unter anderem «Revolution, Revolution». Eine MTV-Reporterin berichtete, Sicherheitskräfte hätten Tränengas eingesetzt. In Videoaufnahmen waren Schüssen zu hören. Laut Angaben des libanesischen Roten Kreuzes wurden bei den Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten mehr als 200 Menschen verletzt.

Viele Menschen im Libanon machen die Regierung für die Katastrophe verantwortlich. «Der Aufstand und die Revolution gehen weiter», sagte einer der Demonstranten zu MTV. Präsident Michael Aoun, Regierungschef Hassan Diab und die gesamte politische Führungsspitze seien für die Katastrophe verantwortlich.

Schweiz schickt weitere Experten nach Beirut

In Beirut wird derweil auch EU-Ratspräsident Charles Michel erwartet. Dort will er mit Präsident Michel Aoun, Regierungschef Hassan Diab und Parlamentspräsident Nabih Berri zusammentreffen.

Internationale Videokonferenz soll Hilfe koordinieren

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Die von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angekündigte internationale Konferenz zur Hilfe für den Krisen-erschütterten Libanon soll am Sonntag stattfinden. Die Videokonferenz werde um 14 Uhr beginnen, es gehe um die Hilfe für die von Explosionskatastrophe in Beirut schwer getroffene Bevölkerung, heisst es laut Angaben der Nachrichtenagentur DPA aus Kreisen von Macrons Präsidialamt.

US-Präsident Donald Trump hatte bereits über Twitter angekündigt, es werde am Sonntag eine Besprechung mit Macron, der libanesischen Führung und anderen Verantwortlichen geben. Die Videokonferenz soll von den Vereinten Nationen mitorganisiert werden.

Die Schweiz hat inzwischen ein zweites Expertenteam nach Beirut entsandt. Der zehnköpfigen Gruppe gehören medizinische und bautechnische Spezialisten an, teilte das Aussendepartement (EDA) am Samstag mit. Die Spezialisten des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) würden von drei Schadenplatzexperten der Armee begleitet, schreibt das EDA auf seiner Internetseite., Link öffnet in einem neuen Fenster Die humanitäre Hilfe des Bundes werde sich auf die Bereiche Unterkunft und Medizin konzentrieren. Hier seien die Bedürfnisse in Beirut besonders gross.

Mehr als 150 Tote

Bei der Explosion am Dienstag waren mehr als 150 Menschen getötet worden, rund 5000 wurden verletzt. Grosse Teile des Beiruter Hafens sind vollständig zerstört und auch die umliegenden Wohngebiete stark beschädigt, bis zu 250'000 Menschen sind obdachlos.

Glückskette sammelt für den Libanon

Glückskette sammelt für den Libanon
Legende:Keystone

Eine Katastrophe zu viel für das erschöpfte Land: Unter diesem Titel ruft die Glückskette zur Solidarität mit den Menschen im Libanon auf. Spenden können unter www.glueckskette.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster und auf das Postkonto 10-15000-6 mit dem Vermerk «Nothilfe Libanon» überwiesen werden.

Die Explosion soll durch eine grosse Menge der hochexplosiven Chemikalie Ammoniumnitrat ausgelöst worden sein, die nach Regierungsangaben über Jahre ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen gelagert worden war.

SRF 4 News, 8.8.2020, 12 Uhr;

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Die Wirtschaftskrise, der Währungsverfall? Alles hausgemacht. Denn am Ende des Tages geht es der regierenden Elite nie um die Sicherheit des Landes, sondern immer um ihren Profit auf Kosten der Bevölkerung. Und nie musste auch nur einer von ihnen Konsequenzen fürchten. Das muss isch ändern. Seit vergangenem Oktober fordern Demonstranten den Rücktritt der politischen korrupten Klasse. Der Staat bereichert sich am Volk und schürt Konflikte entlang konfessioneller Linien weiter.
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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Der grösste Feind des Libanon ist seine Regierung. Niemand hat sich vorstellen können, wie tödlich die Inkompetenz der korrupten Regierung in Beirut ist. Nicht sie sollte die Ursache der Katastrophe aufklären - eine externe Untersuchung ist nötig. Keine Entschuldigung seitens der korrupten, politischen Elite, niemand ist bisher zurückgetreten. Solange die Wurzel des Problems nicht angegangen wird, d.h. Parlament und die Regierung ausgewechselt sind wird sich nichts bessern.
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  • Kommentar von Max Blatter  (maxblatter)
    Jawohl! Neben Trauer und Betroffenheit (ob im Libanon selbst oder im Ausland) braucht es auch Wut, und zwar nicht zu knapp!
    Wut auf das Unternehmen, das derart allergröbstfahrlässig mit dem Gefahrgut umgegangen ist, und auf die Regierung, die das wissentlich geduldet hat.
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