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Ruf nach Reformen wird immer lauter
Aus Tagesschau vom 26.10.2019.
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Nach Massenprotesten Chiles Präsident will alle Minister auswechseln

  • Nach regierungskritischen Massenprotesten in Chile hat Präsident Sebastián Piñera alle Minister seiner Regierung um ihren Rücktritt gebeten.
  • Laut eigenen Angaben will Piñera ein neues Kabinett aufstellen, «um diesen neuen Forderungen zu begegnen und sich der neuen Zeiten anzunehmen.»
  • In den letzten Tagen waren die Proteste für tief greifende Sozialreformen stetig angewachsen. Am Freitag waren Hunderttausende in der Hauptstadt Santiago auf die Strasse gegangen.
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Piñera appelliert an seine Minister (unkomm.)
Aus News-Clip vom 26.10.2019.
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Präsident Piñera erklärte zudem seine Absicht, in der Nacht zum Montag den Ausnahmezustand im ganzen Land aufzuheben, «wenn die Umstände es erlauben». Das verkündete er bei einer Ansprache im Präsidentenpalast in Santiago.

Derweil wurde die Ausgangssperre in Santiago nach einer Woche aufgehoben. Die Armee teilte mit, dass dies «die aktuelle Lage erlaubt». Die nächtliche Ausgangssperre war am 19. Oktober nach schweren sozialen Unruhen verhängt worden.

Am Freitag waren in der Hauptstadt und anderen Städten mehr als eine Million Menschen aus Protest auf die Strasse gegangen. Bei gewalttätigen Zusammenstössen kamen mindestens 19 Menschen ums Leben.

Teurere U-Bahn-Billette als Auslöser

Die Protestwelle hatte sich vor gut einer Woche an der Erhöhung der Preise für U-Bahn-Fahrkarten in Santiago um umgerechnet vier Euro-Cent entzündet. Sie weitete sich rasch auf das ganze Land aus – mit Forderungen, die weit über die ursprünglich beanstandeten Fahrpreise hinausgingen. Dabei entlud sich aufgestauter Ärger, unter anderem wegen niedriger Löhne und Renten, hoher Preise, hoher Studiengebühren und wegen extremer Unterschiede zwischen Arm und Reich.

In den ersten Tagen arteten die Demonstrationen in Brandanschläge und Plünderungen aus. Ab Mittwoch wurden die Versammlungen zu massiven Protestkundgebungen. Diese nahmen auch nicht ab, als Piñera erst die Erhöhung der Preise für U-Bahn-Tickets rückgängig machte und ein paar Tage später ein Massnahmenpaket ankündigte, das auf einige der Forderungen der Demonstranten einging.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Remy Chevalier  (CheRemy)
    Die Situation in Chile hat herzlich wenig mit Neoliberalismus zu tun! Sondern Kommunisten die einen demokratisch gewählten Präsident stürzen wollen. Und vergleichen Sie Lateinamerika nicht mit der EU. Die LA Politik tickt anders.
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    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Was für eine Feststellung! Wie erklären sie sich denn, dass eine Erhöhung der U-Bahn Tickets von ca 5 Rappen mehr als eine Million Menschen auf die Strasse bringt, mehr als 5% der Bevölkerung?
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  • Kommentar von Urs Müller, Santiago de Chile  (urm)
    Wahrscheinlich haben ihn die 1.2 Mio Menschen gestern auf der Strasse allein in Stgo aufgeschreckt. Aber nur das Kabinett zu wechseln hilft ihm sicher nicht weiter. Er muss seine Politik ändern und vorallem, wie schon lange gefortert wird, die Verfassung. Diese stammt immer noch aus der Zeit der Diktatur und privilegiert die Reichen im Übermass. Die Verfassung zu ändern ist der grösste Brocken den er zu stemmen hat, da gibt es Widerstand aus den eigenen Reihen ... nicht vom Volk !
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  • Kommentar von S. Borel  (Vidocq)
    Die Minister auswechseln... hat Herr Piñera das Gefühl, es handle sich um ein Fussball Spiel?! Es braucht dringend eine Abkehr vom extremen Neo-Liberalismus, sonst brennt es dort bald lichterloh... und den europäischen „Eliten“ (inkl Schweiz) sei es eine Warnung: übertreibt es nicht noch weiter mit der Schere arm-reich...
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