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Nach Rodungsstopp Tausende feiern friedlich im Hambacher Forst

Legende: Video Feier zum Rodungsstopp abspielen. Laufzeit 01:09 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.10.2018.

Zehntausende Umweltaktivisten, Tagebau-Gegner und deren Unterstützer haben den gerichtlich durchgesetzten vorläufigen Stopp der Rodung im Hambacher Forst gefeiert.

Die Veranstalter der Kundgebung am Wald nahe dem rheinischen Kerpen bezifferten die Teilnehmerzahl auf rund 50'000. Die zuständige Polizei in Aachen sprach von mehreren Tausend Demonstranten.

Von beiden Seiten hiess es übereinstimmend, die Veranstaltung sei friedlich verlaufen. «Mehr als 800'000 Menschen unterstützen bereits den Online-Appell ‹Hambacher Wald: Retten statt roden›», hiess es in einer Erklärung der beteiligten Umweltverbände.

Abwarten auf Kölner Verwaltungsgericht

Die Gegner der Rodung, mit der der Braunkohlekonzern RWE ein neues Fördergebiet erschliessen will, hatten am Freitag einen spektakulären Erfolg erzielt. Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen hatte dem Konzern vorerst untersagt, den Wald weiter abzuholzen.

RWE erklärte, dies habe weitreichende Konsequenzen. Das Unternehmen sprach von Ergebniseinbussen in dreistelliger Millionenhöhe. Nach dem Urteil darf RWE nicht roden, bevor nicht beim Kölner Verwaltungsgericht über eine Klage des Umweltverbandes BUND gegen den Hauptbetriebsplan für den Tagebau Hambach entschieden ist.

«Starkes Signal für Kohleausstieg»

Der Präsident des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND), Hubert Weiger, sagte an der Demonstration: «Wir haben heute ein starkes Signal der Zivilgesellschaft für einen schnellen Kohleausstieg gesendet.»

Demonstranten mit Transparent
Legende: 50'000 Menschen aus ganz Deutschland kamen zum Protest beim Hambacher Forst. Keystone

Der Streit um den Hambacher Forst ist zum Symbol für die Kritik an der Kohleverstromung geworden. Umweltverbände und Grüne fordern einen raschen Ausstieg Deutschlands wegen der hohen Schadstoffemissionen beim Braunkohle-Einsatz. In Berlin berät derzeit eine Kommission über einen verbindlichen Fahrplan für den Ausstieg aus der Kohleverstromung.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
    Ein erfreulicher Sieg für eine nachhaltige Zukunft.
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  • Kommentar von Daniel Schmidlin (Queren life)
    Wird auch Zeit, dass in Deutschland ab und zu mal der Strom abgeschaltet wird. Am Besten bei den Bösen, der Industrie.
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  • Kommentar von Edi Steinlin (Chäsli)
    Super, rund 50'000 Menschen demonstrieren für den Kohleausstieg und die selben Menschen sind auch für den Atomausstieg. In Deutschland kommt derzeit ungefähr 37 % Stromanteil aus erneuerbaren Energien, also Wind, Sonne, Wasser usw. Die andern 60 % sind aus Atom und Kohlkraftwerken, diese Zahlen sind Tatsachen und Deutschland wird mit Sicherheit noch jahrzehntelang aus Kohle Energie herstellen. Am ganzen Theater ist Frau Merkel nicht unschuldig, mit ihrer Panik nach Fukushima.
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    1. Antwort von Daniel Schmidlin (Queren life)
      Durch die Elektrifizierung des Personen- und Güterverkehrs wird der Stromkonsum massiv steigen, somit steht man immer wieder am Anfang.
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    2. Antwort von Tim Buesser (TimBue)
      Diese Stromanteile sind reine Buchhaltungszahlen, fast ohne Belang für alles entscheidende Versorgungssicherheit, ohne die Infrastruktur und Wirtschaft schlagartig bei Ausfall zusammenbricht. In Wintermonaten machen Erneuerbare von 17 Uhr abends bis 8 Uhr morgens im Mittel 15% aus, bei Windflaute nicht mal 5%. In der Zeit halten fast ausschliesslich Kohle-, Gas- und Nuklearkraftwerke den Europäischen Netzverbund zusammen. Das ist entscheidend, und nicht irgend welche statistischen Werte.
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