Zum Inhalt springen
Inhalt

Nach Schulstreiks ans WEF «Die Gefahr der Instrumentalisierung besteht»

Die 16-jährige Umweltaktivistin Greta Thunberg reist nach Davos. Bruno Kaufmann über die nicht unumstrittene Jugendliche.

Legende: Audio Greta Thunberg will ans WEF abspielen. Laufzeit 04:51 Minuten.
04:51 min, aus SRF 4 News aktuell vom 18.01.2019.

Seit gut einem Monat gehen Schweizer Schülerinnen und Schüler in diversen Städten gegen den Klimawandel auf die Strassen. Auch heute finden wieder vielerorts solche Schüler-Streiks statt.

Die Jugendlichen folgen damit dem Vorbild der schwedischen Schülerin Greta Thunberg. Das 16-jährige Mädchen sorgte für Schlagzeilen, als sie vergangenen Dezember an der Klimakonferenz in Kattowitz Politikerinnen und Politikern ins Gewissen redete. Seither protestieren weltweit Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz.

Greta geht in die 22. Woche Schulstreik

Greta schwänzt bereits seit letztem August den Unterricht, um gegen die Klimapolitik Schwedens zu protestieren; erst ganz, nun noch jeweils am Freitag. «Anfangs haben die Schweden nicht begriffen, dass das Mädchen Weltpolitik mitmacht.» Nun seien die meisten von ihnen aber sehr stolz, dass gewissermassen eine «Pippi Langstrumpf» die Welt aufmische, sagt SRF-Mitarbeiter Bruno Kaufmann.

Bruno Kaufmann

Bruno Kaufmann

SRF-Nordeuropa-Mitarbeiter

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Bruno Kaufmann berichtet seit 1990 regelmässig für SRF über den Norden Europas, Grönland und Litauen. Zudem betreut er weltweit Demokratiethemen beim internationalen Dienst der SRG, swissinfo.ch/directdemocracy, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Diverse Politiker am rechten Rand, darunter Mitglieder der AfD, kritisierten Gretas Auftritt in Kattowitz und sprachen von Kinderarbeit. Greta nimmt's cool. Doch: «Das Thema ist nicht unumstritten. Es ist klar, dass sich viele an diesen einfachen Botschaften stören», so Kaufmann.

Legende: Video Aus dem Archiv: Protest nach dem Vorbild von Greta Thunberg abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
Aus SRF News vom 21.12.2018.

Greta will ihren Kampf weiterführen. Vergangene Woche hat sie angekündigt, ans World Economic Forum (WEF) nach Davos zu kommen. 65 Stunden Zugfahrt nimmt die Umweltaktivistin dafür auf sich. Kaufmann weist darauf hin, dass sie ein Team um sich herum hat und sie letztlich «einfach die Person ist, die diese Botschaften weiterträgt».

Mit ihren Anklagen gegen die Erwachsenenwelt hat die Jugendliche einen Nerv der Zeit getroffen, sagt der Nordeuropa-Mitarbeiter. «Das birgt auch die Gefahr, dass sie instrumentalisiert wird. Es wird sich zeigen, wie lange sie auf dieser Welle weiterreiten kann und das Greta-Thunberg-Fieber Europa und die Welt ergreift.»

Legende: Video Schüler streiken fürs Klima abspielen. Laufzeit 01:21 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.01.2019.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

66 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Daniel Wenger (Daniel Wenger)
    1993 hat Bruno Manser für den Tropenwald, für eine Holzdeklaration Pflicht 60 Tage vor dem Bundeshaus in Bern gefastet, anfangs mit Martin Vosseler. Dieser hat nach 42 Tagen aufgehört und stand B. Manser als Arzt zur Seite. Erst Jahre später, 2012 wurde die Holzdeklaration in der Schweiz eingeführt. Und nun ist auf der WWF Seite zu lesen dass der Bundesrat gedenkt diese wieder aufzuheben. Ich hoffe sehr dass die Demonstrationen der SchülerInnen sehr lange anhalten und wünsche ihnen alles Gute.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von kurt trionfini (kt)
    Das Mädel macht das schon gut... Nur: Diese Einschätzung hat immer mit den eigenen Vorlieben zu tun. Oder andersrum: Wo bliebe meine Gelassenheit, wenn dasselbe Mädel die Schule wegen der "Ueberflutung durch Immigranten" bestreiken würde?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Lothar Fieber (lotvieh)
    Also ich finds gut, das mit den Streiks. Zeigt es doch, dass offenbar viele junge Menschen mehr Verstand haben, als diverse Politiker und Konzernbosse. Das lässt hoffen. Und den letzteren empfehle ich, mal für ein paar Monate Nachhilfe zu nehmen bei den Schülern.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen