Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Hunderte Helfer suchten nach dem Jungen abspielen. Laufzeit 00:27 Minuten.
Aus News-Clip vom 26.01.2019.
Inhalt

Nach Tod des Zweijährigen Julen – ein besonderes Opfer des spanischen Dürre-Dramas

Das Drama um den zweijährigen Bub Julen hat einen tragischen Hintergrund: Spanien leidet an Wassermangel.

Der 107 Meter tiefe Brunnenschacht, in den das zweijährige Kind am 13. Januar bei einem Familienausflug stürzte, wurde nach Behördenangaben auf der Suche nach Wasser ohne Genehmigung gegraben.

In Spanien ist das keine Seltenheit. Im Gegenteil: Nach Schätzung der Umweltorganisation Greenpeace gibt es im ganzen Land über eine Million solcher illegaler Löcher. Die Zeitung «El Mundo» schrieb, in Wirklichkeit seien es viel mehr. Und «diejenigen Bohrungen, die nicht zum Erfolg führen, werden mehr schlecht als recht zugedeckt».

Die Arbeit der «Löchergräber»

Seit Jahren regnet es in Spanien aufgrund des Klimawandels zu wenig. Flüsse trocknen aus, vor allem im Süden und im Landesinneren gibt es immer mehr steinwüstenähnliche Landschaften. Besitzer von Grundstücken und Fincas beauftragen deshalb sogenannte «Poceros», erfahrene «Löchergräber» mit Bohrungen, die oft in wahren Nacht- und Nebelaktionen nachts nur bei Mondbeleuchtung gegraben werden. Im Volksmund heissen diese Schächte deshalb «Mondscheinlöcher».

Der erfahrene «Pocero» Antonio Jesús Perálvarez, der für seine Arbeit 2000 bis 4000 Euro kassiert, nahm im Gespräch mit «El Mundo» kein Blatt vor dem Mund. «Meine Aufgabe ist es, das Loch zu bohren. Um die Abdeckung kümmert sich auch bei legalen Bohrungen der Auftraggeber. Zumal der oft nach einigen Tagen wieder schauen will, ob Wasser herauskommt.» Normal sei es, die Öffnung des Loches «mit einem grossen Stein zuzudecken, den ein Kind nicht hochheben kann».

Nicht ausreichend gesichert

Julens Vater räumte ein, dass das Unfall-Loch mit der nur 25 Zentimeter breiten Öffnung auf dem Grundstück des Freundes einer seiner Cousinen wohl nicht ausreichend gesichert war: «Es war mit einigen Steinen zugedeckt, die sie (die Cousine und der Freund) draufgelegt haben.» Niemand habe diese Steine entfernt. «Aber die Steine waren wohl nicht ganz fest. Julen ist wohl draufgetreten und durchgerutscht.» Der Kleine war den Angaben zufolge sehr schlank, er wog nur elf Kilo.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

14 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Berger  (Mila)
    2. ...Julen als Symbol der Unschuld reisst alles offen, was an guten und schlechten Eigenschaften die Menschen bewegt. Zu oft wird vorverurteilt, ohne jegliche Kenntnis der Umstände, werden Gerüchte verbreitet. Eben jetzt findet für Julen die Trauerfeier statt. In solchen Momenten ist es nicht am Platz, Schuldige zu suchen und Gehässigkeiten loszuwerden, welche allzuoft eigene Unzulänglichkeiten verdecken. Wir alle sind auf Gedeih und Verderb auf Mitmenschen angewiesen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Berger  (Mila)
    1 - Ein tragischer Unglücksfall - ein illegaler Schacht - ein kleiner Bub - Gefühle zwischen Bangen und Verzweiflung - Hoffen auf ein Wunder - Menschen, die alles versuchen, den Kleinen zu finden, der inzwischen mit dem Namen - Julen - bekannt ist. Das Beste und das Böseste wird geweckt in Menschen. Trost und Mitgefühl für die Eltern - Beschuldigungen aus Wut, Verzweiflung und Wissen um die eigene Mitschuld an die Retter - an die Betroffenen, an die Gemeinde, an die Behörden, an Alle...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jürg Häusermann  (Ebenda)
    Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Klimawandel und Julen's Tod. Gäbe es Sicherheitsstandards für Wassertunnels mit Überprüfung wäre dieeer tragische Unfall wohl nicht passiert.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen