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Nach Urteil in Opiate-Krise Purdue Pharma will Milliarden zahlen, um Prozess zu vermeiden

  • In der Opiate-Krise in den USA ist der Pharmakonzern Purdue zu einer Milliardenzahlung bereit, um einen Grossprozess zu vermeiden.
  • Der Sender NBC News berichtet, der Hersteller des Schmerzmittels Oxycontin könnte für eine aussergerichtliche Einigung zwischen zehn und zwölf Milliarden Dollar zahlen.
  • Man sei bereit, sich in einem Verfahren gegen Vorwürfe zu verteidigen, wolle aber jahrelange Rechtsstreitigkeiten vermeiden, erklärt das Unternehmen.
Legende: Video Aus dem Archiv: Johnson + Johnson verurteilt abspielen. Laufzeit 02:16 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.08.2019.

Nach dem richtungsweisenden Entscheid im Opioid-Verfahren gegen den Pharmakonzern Johnson & Johnson äussert sich nun ein weiteres Unternehmen, gegen das eine Klage läuft: Purdue Pharma, der Hersteller des berüchtigten Schmerzmittels Oxycontin.

400'000 an Überdosis gestorben

In Cleveland werden fast 2300 Verfahren zusammengeführt, bei denen Bundesstaaten, Städte und weitere Kläger wegen der Opiate-Krise Entschädigungszahlungen von einer Reihe von Unternehmen fordern. Es geht um Dutzende oder sogar Hunderte Milliarden Dollar.

Kritiker werfen Pharmaunternehmen vor, die Risiken opiathaltiger Schmerzmittel verschleiert und das massenhafte Verschreiben der Medikamente befördert zu haben.

Millionen US-Bürger wurden in der Folge süchtig. In weniger als zwei Jahrzehnten sollen mehr als 400'000 Menschen an einer Überdosis gestorben sein. Allein im Jahr 2017 gab es den Behörden zufolge landesweit rund 47'600 Todesfälle.

Signalwirkung durch Urteil im Fall Johnson & Johnson

Am Montag verurteilte ein Gericht im Bundesstaat Oklahoma den Hersteller Johnson & Johnson zu einer Entschädigungszahlung in Höhe von 572 Millionen Dollar (rund 562 Millionen Schweizer Franken). Purdue Pharma hatte zuvor einen Prozess im gleichen Bundesstaat durch die Zahlung von 270 Millionen Dollar vermieden.

Spannend wird sein, ob die Unternehmen mit Entschädigungszahlungen davonkommen oder ob auch Manager und Firmeneigentümer zur Verantwortung gezogen werden.
Autor: Thomas von GrünigenUSA-Korrespondent

Staatsanwälte im ganzen Land hatten gebannt auf dieses Urteil gewartet. Denn es könnte Signalwirkung haben für die vielen weiteren Opioid-Verfahren, die gegen Pharmaunternehmen hängig sind, erläuterte Thomas von Grünigen, USA-Korrespondent.

Dies scheint sich nun zu bewahrheiten. «Spannend wird sein, ob die Unternehmen mit Entschädigungszahlungen davonkommen oder ob auch Manager und Firmeneigentümer zur Verantwortung gezogen werden», so von Grünigen.

Legende: Video Einschätzungen nach dem Urteil im Fall Johnson & Johnson von Thomas Von Grünigen, USA-Korrespondent. abspielen. Laufzeit 00:28 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.08.2019.
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8 Kommentare

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  • Kommentar von Asher Meng  (Ashi)
    Bin leider auch Konsument von Targin das Oxycodoni hydrocloridum Nalaxoni beinhaltet. Es ist das einzige Medikament das mir hilft die Rückenschmerzen auszuhalten. Über Jahre habe ich Unmengen Brufen geschluckt, und meine Nieren geschädigt. Konsumiere zwar nur 10/mg5mg und versuche immer wieder auszuschleichen, was aber nicht gelingt. Habe mich entschieden diese Tabletten einzunehmen um einigermassen gut und schmerzfrei im Pensionsalter zu leben.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Es ist nicht alles gut, was die Amerikaner tun. Viele essen falsch, bewegen sich zu wenig und nehmen zu viele Medikamente ein und die Pharmafirmen nützen dies rigoros aus. Es wird erst reagiert, wenn zu viele Tote zu beklagen sind. Geld und Gier regieren die Welt.
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  • Kommentar von Verena Eberhard  (Verena Eberhard)
    Es sind vielleicht die einzigen Medikamente, welche tausenden von kranken Menschen ein Leben ohne Schmerzen ermöglichte und für das wird nun eine Firma wieder bestraft.
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    1. Antwort von E Hitz  (Amigo_Home)
      Angeklagt ist ja nicht der toxische Wirkstoff selbst, sondern die Firma mit ihrem aggressiven Marketing dieser offenbar hoch profitablen Substanz.
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    2. Antwort von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
      Bestraft wird sie, weil sie nicht auf die Gefahren der Abhängigkeit hingewiesen hat. Ein Satz im Beipackzettel, und sie wäre fein raus. Wurde aber bewusst nicht gemacht.
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