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Krieg fordert die Swiss Swiss-Chef Fehlinger: «Sicherheit steht für uns an erster Stelle»

Der neue Krieg im Nahen Osten bringt neben dem vielen menschlichen Leid in den betroffenen Ländern und der grossen Zerstörung auch den Flugverkehr durcheinander. Die Swiss fliegt ihre Ziele in der Region – Dubai und Tel Aviv – derzeit nicht an. Ab dem 11. März will die Schweizer Fluggesellschaft wieder nach Dubai fliegen. Swiss-Chef Jens Fehlinger nimmt Stellung zu den aktuellen Herausforderungen.

Jens Fehlinger

CEO Swiss

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Jens Fehlinger ist seit Oktober 2024 CEO der Swiss. Er begann seine berufliche Laufbahn 2006 bei der Lufthansa Group, wo er verschiedene Führungspositionen innehatte.

SRF News: Herr Fehlinger, warum soll der Flugbetrieb nach Dubai am kommenden Mittwoch wieder aufgenommen werden?

Jens Fehlinger: Wir hangeln uns jetzt von Tag zu Tag. Sicherheit steht für uns immer an allererster Stelle. Der 11. März ist frühestmögliche Termin. Das ist aber vorbehältlich der geopolitischen und vor allem auch der Sicherheitssituation.

Also konkret: Da braucht es einen Waffenstillstand?

Genau. Da braucht es auch eine Untersuchung vor Ort. Da braucht es einen Flughafen, der funktioniert, Lufträume müssen offen sein. Vor dem Datum können wir es uns momentan schwer vorstellen. Und deshalb wollen wir unseren Kunden insofern Sicherheit geben, als wir sagen: «Bis dahin werden wir sicher nicht fliegen.»

Aber Stand heute ist es nicht sehr realistisch, dass Sie am 11. März wieder fliegen?

Es ist momentan kein sonderlich realistisches Szenario, aber wir haben auch gesehen, dass sich die Situation innert Tagen komplett ändern kann.

Die Swiss ist aber am Donnerstag nach Oman geflogen, um gestrandete Passagiere zurückzuholen. Warum erst dann?

Ja, also erstens fliegen wir ja nicht regulär nach Oman, sondern nach Dubai. Wir mussten erst mal organisieren, dass unsere Gäste von Dubai überhaupt in den Oman kamen. Zweitens, brauchen wir dafür Lande- und Überflugsrechte. Das muss alles vorbereitet werden. Daran hat bei uns ein vierzigköpfiges Team auf Hochtouren gearbeitet, zusammen mit dem Aussendepartement EDA. Das dauert Tage.

Jeder Passagier zählt. Insofern sind wir stolz auf diesen ersten Flug.

Und wir wollen natürlich auch sicherstellen, dass wenn wir ein Flugzeug hinunterbringen, dass wir dann auch genug Menschen wieder mit nach Hause transportieren können.

Da sind gut 200 Leute mitgeflogen. Man sagt, es sässen etwa 5000 Schweizerinnen und Schweizer in der Region fest. Der Flug ist also eher ein Tropfen auf den heissen Stein. Planen Sie mehr Flüge?

Jeder Passagier zählt. Insofern sind wir stolz auf diesen ersten Flug. Heute Samstag fliegt nun die Edelweiss nach Oman. Wenn mehr Bedarf besteht, können wir schnell reagieren. Wichtig ist aber, dass wir die Kundinnen und Kunden zuerst in den Oman bringen.

Swiss-Chef Jens Fehlinger spricht an der jährlichen Medienkonferenz der Swiss in Kloten.
Legende: Jens Fehlinger spricht an der jährlichen Medienkonferenz der Swiss in Kloten. (6.3.2026) KEYSTONE/Gaetan Bally

In die Region selbst zu fliegen ist ja das eine. Wegen des Kriegs wird es eng auf dem Weg nach Asien. Wie muss man sich das vorstellen?

Das ist, als würde auf der Autobahn eine Spur gesperrt werden und der ganze Verkehr tummelte sich auf den verbleibenden Spuren. Momentan gibt es drei Routen nach Asien, einmal über den Nordpol, einmal über die Türkei, Aserbaidschan und einmal über Saudi-Arabien. Darüber wird der ganze globale Luftverkehr zwischen Europa und Asien geführt. Die Kapazität aktuell ist ausreichend.

Was bedeuten diese Ausfälle im Nahen Osten für die Swiss finanziell?

Es ist zu früh, um das wirklich beurteilen zu können. Klar ist: Wir haben gestrichene Flüge nach Dubai, nach Tel Aviv. Wir haben Gäste vor Ort, die wir wieder zurückbringen wollen. Wir haben die etwas verlängerten Flugzeiten nach Asien. Wir haben einen Kerosinpreis, der jetzt signifikant gestiegen ist. Auf der anderen Seite fallen die Fluggesellschaften vor Ort aus. Deshalb gehen bei uns gerade die Buchungen hoch.

Das Gespräch führte Klaus Ammann.

Samstagsrundschau, 7.3.2026, 11:30 Uhr ; 

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