Das ist passiert: Das US-Militär bombardierte nach eigenen Angaben mehr als 80 Ziele im Iran, unter anderem Luftabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen sowie mehr als 60 Boote der Revolutionsgarden in oder nahe der Strasse von Hormus. Iranische Medien berichteten in der Nacht von Explosionen in der Hafenstadt Sirik an der Meerenge sowie auf der Insel Gheschm. Auch aus dem Bereich der Grossstadt Bandar Abbas gab es Berichte über Explosionen. Nach Angaben des regierungstreuen Senders Press TV wurden mehrere Menschen verletzt.
Die Waffenruhe: Nach der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg ist die Waffenruhe aus Sicht von US-Präsident Donald Trump beendet. Er werde seine Unterhändler aber weiter mit dem Iran reden lassen, wenn diese es wünschen, sagte Trump am Rande des Nato-Gipfels in Ankara. Trump war dort zunächst gefragt worden, ob die Waffenruhe beendet sei – und die Reporterin hakte mit der Frage nach, ob die Waffenruhe und das Rahmenabkommen mit dem Iran nun Geschichte seien. Trump antwortete darauf: «Ich denke, es ist vorbei. Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Sie sind Abschaum.» Er halte es für reine Zeitverschwendung, sich mit Vertretern des Irans abzugeben.
Der Auslöser: Zuvor waren mehrere Tanker in und nahe der Strasse von Hormus getroffen worden. Besonders schwere Schäden wurden von dem katarischen Flüssiggas-Tanker Al Rekayyat gemeldet, der nach Angaben der Schiffsbesatzung von einem unbekannten Geschoss getroffen wurde. Die USA und Katar machen Teheran verantwortlich für die Angriffe. Das iranische Staatsfernsehen erklärte laut Medienberichten, ein Flüssiggas-Tanker sei angegriffen worden, nachdem er Warnungen ignoriert habe. Teheran hatte sich zunächst nicht offiziell zu den Vorwürfen geäussert oder Verantwortung reklamiert. Der Iran hatte aber in den vergangenen Tagen wiederholt erklärt, dass nur die von ihm vorgegebene Route durch die Strasse von Hormus sicher sei.
Die Gegenreaktion: Nach den US-Angriffen auf die Ziele im Iran teilten Irans Revolutionsgarden, die Elitestreitmacht der Islamischen Republik, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mit, ihrerseits 85 Ziele in US-Militäreinrichtungen attackiert zu haben, darunter im Bereich der fünften US-Flotte vor Bahrain sowie auf dem Luftwaffenstützpunkt Ali Al Salem in Kuwait. Auch eine feindliche Drohne habe man abgeschossen.
Die Trauerfeier: Die erneute Eskalation erfolgte während der andauernden Trauerfeiern für Irans getötetes Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei. Heute sind Zeremonien im Nachbarland Irak geplant, ehe Chamenei am Donnerstag in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden soll. Die Streitkräfte der Islamischen Republik hatten ihre Feinde kurz vor Beginn der Trauerfeierlichkeiten vor Angriffen gewarnt. «Jede Fehlkalkulation wird mit einer entschlossenen und noch härteren Antwort als je zuvor beantwortet werden», hiess es in einer Erklärung der iranischen Revolutionsgarden.