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Netanjahu in Saudi-Arabien? Rätselraten um Reise von Israels Premier nach Saudi-Arabien

  • Der israelische Bildungsminister Joaw Gallant hat Medienberichte bestätigt, wonach Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Sonntag nach Saudi-Arabien gereist ist.
  • Netanjahu soll da den Kronprinzen Mohammed bin Salman getroffen haben.
  • Der saudische Aussenminister Prinz Faisal bin Farhan Al Saud erklärte nun auf Twitter, es habe keine Begegnung des saudischen Kronprinzen mit Vertretern Israels gegeben.
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Aus dem Archiv: Israel und Emirate nähern sich an
Aus Tagesschau vom 13.08.2020.
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Bildungsminister Joaw Gallant sprach von einem «grossartigen Erfolg». Es sei von grosser Bedeutung, dass dieses Treffen stattgefunden habe. Es handle sich um die erste publik gewordene Reise eines israelischen Regierungschefs nach Saudi-Arabien, sagte er dem Armee-Radio.

Nur die Amerikaner waren da

Ferner berichteten israelischen Medien, dass Netanjahu bei seiner Reise von Auslandsgeheimdienstchef Joseph Cohen begleitet worden sei. Cohen gilt als wichtiger Befürworter diskreter Bemühungen um diplomatische Kontakte mit den Golf-Staaten.

In saudi-arabischen Staatsmedien war indes von Netanjahus Besuch nicht die Rede. Aussenminister Prinz Faisal erklärte schliesslich auf Twitter, er habe Medienberichte über ein angebliches Treffen des Kronprinzen mit Vertretern Israels beim jüngsten Besuch von Pompeo gesehen. «Kein solches Treffen hat stattgefunden», schrieb er. Die einzigen anwesenden Politiker seien Amerikaner und Saudis gewesen.

Netanjahu lehnte anschliessend eine offizielle Stellungnahme zu dem Thema ab. Bei einem Treffen mit Vertretern seines Likud-Blocks antwortete er auf die Frage nach einem Besuch: «Ist das Euer Ernst? Freunde, während all der Jahre habe ich nie Stellung zu solchen Dingen genommen und ich habe nicht vor, das jetzt zu tun.»

Bollwerk gegen den Iran

Der israelische Armeerundfunk und der staatliche Radiosender Kan berichteten, Netanjahu sei auch mit dem scheidenden US-Aussenminister Mike Pompeo zusammengetroffen. Unter US-Vermittlung gab es unlängst eine Annäherung Israels an die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain.

US-Aussenminister Pompeo versucht die Regionalgrossmacht Saudi-Arabien dazu zu bewegen, wie ihre Nachbarn, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain, offizielle Beziehungen mit Israel aufzunehmen. Hintergrund sind unter anderem Befürchtungen, dass der Iran in der Region zunehmend an Macht gewinnt.

Tagesschau, 19.11.2020, 19:30 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Josephk Ernstk  (Joseph ernst)
    Die israelisch-arabische Annäherung Trump zuzuschreiben ist verfehlt. Israel ist hoch technologisiert. Die arab. Länder brauchen lsraels Technologie und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Der tiefe Oelpreis und die fallende Nachfrage haben eine neue Situation geschaffen. Zudem ist die Angst vor dem iran. Einfluss erheblich gewachsen. Dass Trump dies nun für seinen Verdienst in Anspruch nimmt, überrascht keineswegs !
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    1. Antwort von Martin Vischer  (Martin Vischer)
      „Die israelisch-arabische Annäherung Trump zuzuschreiben ist verfehlt“. Das mag sein. Aber zumindest ist er nicht wie sein Vorgänger oder die unrealistischen Europäer den Israelis auch noch in den Rücken gefallen. Trump hat wenigstens ein bisschen Druck aufgesetzt zu einer Strategie, die Israel schon länger verfolgt.
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  • Kommentar von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
    Die israelisch-arabische Annäherung ist zu begrüssen, bislang aber noch auf sehr dünnem Eis gebaut.
    Es wurde bislang gezielt nur mit sunnitische Staaten verhandelt, denen die Machtausweitung des schiitischen Irans in der Golfregion ein Dorn im Auge ist. Die Politik "der Feind meines Feindes, ist mein Freund" hat in der Geschichte noch nie ein stabiles, langfristiges Verhältnis begründet.
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  • Kommentar von Rita Anderson  ((((Deeps Peeps))))
    Vielleicht ist es eine gute Sache, aber trauen tue ich weder Netanjahu noch Bin Salman, noch Pompeo. Man kann nur mal wieder das Beste hoffen. Eigentlich halte ich die drei für kriminell und nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Man wird sehen.
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